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Duderstadt Bauen in Duderstadts historischem Kern am Beispiel Haberstraße
Die Region Duderstadt Bauen in Duderstadts historischem Kern am Beispiel Haberstraße
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20:02 09.11.2010
Beispiele für das Bauen im Bestand: Das Haus in der Haberstraße 23 ist bereits saniert, das Fachwerkgebäude mit der Nummer 21 (links daneben) wird ab dem nächsten Jahr hergerichtet. Quelle: Thiele
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Quartiersentwicklung“ sei das Stichwort sagen Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte und Hubertus Werner (beide CDU), Ortsbürgermeister der Kernstadt. Deshalb sind sie vor Ort und loben Klaus-Hagen Hage für sein bauliches Engagement. Unternehmer Hage hat Pläne für das Quartier zwischen Haberstraße und Kurzer Straße. Das Haus Nummer 23, durch das er Werner, Nolte, Denkmalschützerin Petra Koch und Hermann Tallau, Vorsitzender des Förderkreises Denkmal- und Stadtbildpflege, führt, ist seit Jahren fertig saniert.
Einen Betrag im mittleren sechsstelligen Eurobereich musste er hierfür investieren, berichtet der Eigentümer Hage, dem auch der Gewerbepark am Euzenberg gehört. Doch es habe sich gelohnt findet er, während er – an Wohnungstüren vorbei – die steinerne Treppe empor steigt. Licht und Luft hereinzulassen sei das Wichtigste für das 1915 nach einem Brand erbaute, heute hellblaue Gebäude. 39 Häuser und 68 Nebengebäude zwischen Untermarkt und Haberstraße waren damals dem „Roten Hahn“ zum Opfer gefallen. „An dem Haus meiner Großeltern“, heute das angrenzende Gebäude in der Haberstraße 23, „hat der Brand aufgehört.“ Bei diesem Fachwerkhaus, das in dieser Bauform laut Hage nur noch zwei weitere Male in Deutschland existiere und das ebenfalls ihm gehört, läuft die Sanierung noch. Doch dort enden seine Pläne nicht. Ein ganzes Ensemble aus den teils maroden Häusern zwischen Haberstraße und der Kurzen Straße sind das Fernziel Hages, der Eigentümer von „ein paar“ weiteren Häusern in der Innenstadt ist. Aber das ist noch Zukunftsmusik, meint er. 32 Wohnungen sollen es einmal werden. Es gebe bereits erste Verhandlungen. Die Tiefgarage mit 32 Plätzen zwischen der Kurzen Straße 12 und der Haberstraße 23 ist da schon konkreter. Ein Fahrstuhl soll die Blechkarossen unter die Erde bringen, in einem Fachwerk-Ort wie Celle sei so etwas gang und gäbe. Problematisch sind nur die angrenzenden Gewölbekeller.

„Entscheidend ist jedoch, dass die Nachbarn mitspielen“, äußern Werner und Nolte unisono und schwärmen von der Lage: „Absolute Stille, mitten in der Stadt.“ So will man den positiven Weg, den die Quartiersaufwertung in Duderstadt in den letzten 20 Jahren genommen habe, weitergehen. Das sei nur mit dem finanziellen Hintergrund eines großen Unternehmers und einem gerüttelt Maß an Heimatliebe möglich, meinen die beiden Politiker. Hages Frau hingegen empfindet sein Engagement anders: „Sie erklärt mich für verrückt.“

Von Erik Westermann