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Duderstadt Begeisterung in Eichsfeldhalle: Franz Lehárs "Zarewitsch"
Die Region Duderstadt Begeisterung in Eichsfeldhalle: Franz Lehárs "Zarewitsch"
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20:44 14.04.2014
Die Märchenwelt am Zarenhof bleibt schöner Schein: Der Traum von ewiger Liebe erfüllt sich nicht in Franz Lehárs Operette „Der Zarewitsch“. Quelle: Lüder
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Duderstadt

 Und in ihrer Jugend doch schon recht weise, ahnen der russische Thronfolger Aljoscha und die Ballerina Sonja, dass trotz aller Liebe keiner von beiden in der Welt des anderen glücklich werden könnte – und trennen sich. Nur wenige Plätze blieben frei, als das Ensemble des Hildesheimer Theater für Niedersachsen der Einladung der Theater- und Konzertvereinigung Duderstadt (TKV) folgte und den „Zarewitsch“ in der Duderstädter Eichsfeldhalle zeigte.

Applaus im Stakkato und Bravo-Rufe sprachen für sich. Besonders der Mozarteum-Absolvent Konstantinos Klironomos bewies als Zarewitsch mit einem emotional ausgefeilten, lyrischen Tenor echtes Potenzial. Von dem jungen Griechen sollte noch zu hören sein.

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Seine Partnerin Antonia Radneva als Sonja entfaltete ihren weichen Sopran vor allem in den hohen Tonlagen zu wahrer Größe. Dennoch hatte sie manchmal Schwierigkeiten, über den Orchestergraben hinauszukommen. Beide Protagonisten blieben zudem schauspielerisch eher verhalten – aber genau mit dieser Sparsamkeit schafften sie es, ihren Operetten-Rollen die Glaubwürdigkeit des Menschen in der realen Welt zu verpassen.

Keineswegs angestaubt

Ein scheuer Prinz, der bis zu dem arrangierten Treffen mit Sonja nur männliche Gesellschaft zuließ, kann eben nicht so richtig aus sich heraus. Und die lebensfrohe Tänzerin zeigt sich in der steif-höfischen Etikette auch recht verzagt. Beide sind gefangen – im goldenen Käfig des Zarenpalastes ebenso wie in ihrer eigenen Persönlichkeit.

Deutlich mehr Spaß trotz eigenem Beziehungsstress hatten Mascha, lebhaft gespielt und gesungen von Regine Sturm, und ihr heimlicher Ehemann, Lakai Iwan (Jan Kristof Schliep). Doch Vertretern der Maxime „Wein, Weib, Gesang“ haftet schnell etwas Oberflächliches an – auf der Bühne wie im echten Leben.

So ist eine fast 90 Jahre alte Operette keineswegs angestaubt. Das Bühnenbild in den ersten beiden Akten erinnerte zwar an eine Disney-Kulisse aus den 50ern. Doch die Sehnsucht nach einem wahr werdenden Märchen zog sich auch textlich durch das von Regisseur Klaus-Dieter Köhler überarbeitete Libretto wie ein roter Faden und rechtfertigte damit roten Samt und goldenen Stuck. Und ein bisschen Träumen sollte in den Rängen auch erlaubt sein.

Von Claudia Nachtwey

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