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Duderstadt Behindertenbeauftragte in Duderstadt weiter im Dienst
Die Region Duderstadt Behindertenbeauftragte in Duderstadt weiter im Dienst
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17:23 24.07.2019
Bürgermeister Wolfgang Nolte (l.) und Janine Ley (r.) überreichen die Bestellungsurkunden an die Behindertenbeauftragen Andrea Holzapfel, Willi Klingebiel und Ilka Conrad (v.l.). Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

„Wir sind auf dem Weg zur barrierefreien, generationengerechten und familienfreundlichen Gemeinde“, sagte der Bürgermeister. Es sei längst noch nicht alles ideal, doch sei in den vergangenen Jahrzehnten bereits viel geschehen. Nolte erinnerte sich an die Zeit, als er als junger Mann bei der Stadtverwaltung begann, seien die Etagen im Rathaus nur über Treppen miteinander verbunden gewesen. Heutzutage fahre ein Fahrstuhl bis in die dritte Etage, so dass gehandicapte Besucher auch dort in die Ausstellung anschauen könnten. „Wir sind deshalb auch bewusst zur Urkundenübergabe in das Bürgermeisterzimmer des Rathauses gegangen“, so Nolte. Damit sollte auf die Barrierefreiheit hingewiesen werden, denn Klingebiel sitzt im Rollstuhl, Holzapfel ist blind und Conrad stark gehbehindert.

Ehrenamtliche Arbeit hinter den Kulissen

Während Ilka Conrad und Willi Klingebiel die Aufgabe als Behindertenbeauftragte bereits seit 1997, also seit 22 Jahren ausüben, ist Andrea Holzapfel vergleichsweise kurz als Beauftragte für die Blinden und Sehbehinderten der Stadt Duderstadt tätig. Sie übernahm das Ehrenamt im Jahr 2013. „Die Arbeit der Behindertenbeauftragten findet häufig hinter den Kulissen statt“, lobte Nolte das Engagement. „Viele Dinge laufen aber auch aus der Kenntnis, dass wir die Drei als Ansprechpartner haben.“ Und als Entschädigung gebe es nur ein Danke, denn es sei eine wirklich ehrenamtliche Tätigkeit. Deshalb würde das Trio auch bei vielen Anlässen wie zuletzt dem Ratsessen beim Duderstädter Schützenfest eingeladen, um öffentlich Danke zu sagen.

Bürgermeister Wolfgang Nolte überreicht die Bestellungsurkunden an die Behindertenbeauftragen Andrea Holzapfel, Willi Klingebiel und Ilka Conrad (v.l.). Quelle: Rüdiger Franke

„Wir sind oft Ansprechpartner bei baulichen Maßnahmen“, erläuterte Conrad. Dabei werde gefragt, welche Tipps zur Verbesserung die Beauftragten haben. Fragen seien zum Beispiel, ob der Radius für einen Rollstuhl reicht oder die Toiletten groß genug sind? Dabei werde das Trio auch vom Bauamt unterstützt, wie Nolte sagte. Aber auch dort habe sich zunächst ein Wandel vollziehen müssen von der reinen zu einer nutzungsorientierten Denkmalpflege. „Wir dürfen nicht vergessen, dass in Häusern Menschen leben“, so der Bürgermeister.

„Wir können auf Duderstadt stolz sein, dass wir hier schon so weit sind“, sagte Klingebiel. So habe sich auch die Marktstraße positiv entwickelt. „Ich sehe da zum Beispiel noch die Schwan-Apotheke von früher vor mir, mit der Stufe“, sagte Nolte. Das sei damals bei vielen Häusern der Fall gewesen. „Heute leben wir in einer Stadt, in der wir die Mehrzahl der Geschäfte ohne baulichen Hindernisse erreichen können.“

Hindernisse im alltäglichen Leben

Beim Gang über die Marktstraße stehen oft Hindernisse im Weg wie Werbeaufsteller und Fahrradständer. „Es ist oft nicht leicht, mich da durchzukämpfen“, sagt Holzapfel. Denn sie bemerkt die Hindernisse mit ihrem Stock erst, wenn sie schon fast dagegen gelaufen ist. Auch das Pflaster in der Marktstraße ist nicht unbedingt einfach zu bewältigen. „Der Stock bleibt dort öfter hängen“, sagt sie. Aber auch für Rollstuhlfahrer sei es nicht ganz einfach, ergänzt Klingebiel. „80 Prozent der Kraft wirken auf die kleinen Lenkräder“, sagt er. Dadurch werde der Rollstuhl auf Kopfsteinpflaster immer wieder abgebremst. Doch alles in allem ist das Trio mit dem Zustand der Stadt zufrieden. Und sollte etwas auffallen, reicht oft ein Anruf. „Man kennt uns bereits. Wir müssen nicht mehr fünf Seiten schreiben.“

Den Autor erreichen Sie unter r.franke@eichsfelder-tageblatt.de

Platzbedarf auf Behindertenparkplätzen

Parkplätze für Behinderte sollten mindestens zwei Meter Platz nach hinten und zur Seite bieten. „Die Türen müssen sich im Winkel von 90 Grad öffnen lassen“, erklärt Willi Klingebiel, einer von drei Duderstädter Behindertenbeauftragten. Klingebiel sitzt seit 30 Jahren im Rollstuhl. Nur wenn sich die Türen im rechten Winkel öffnen lassen, kann er seinen Rollstuhl über seine Beine nach draußen stellen und dort einrasten, um aus dem Auto auszusteigen. Doch immer wieder könne es vorkommen, dass er zum Auto zurückkomme und dieses dann zugestellt sei. „Dann muss ich einen Begleiter bitten, das Auto aus der Lücke rauszufahren“, sagt er. Doch nicht jeder traue sich das zu, denn das Auto werde zum Beispiel mit Handgas gefahren. Andere brauchen Platz nach hinten, erklärt Klingebiel, weil der Rollstuhl über eine Rampe herausgefahren werde. rf

Von Rüdiger Franke

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