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Duderstadt Behörden gehen gegen Sperrmüllsammler vor
Die Region Duderstadt Behörden gehen gegen Sperrmüllsammler vor
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00:17 16.12.2012
Von Heinz Hobrecht
Auf dem Gelände des Bauhofs in Gieboldehausen: Ermittler überprüfen die Ladung eines Kleintransporters.
Auf dem Gelände des Bauhofs in Gieboldehausen: Ermittler überprüfen die Ladung eines Kleintransporters. Quelle: Lüder
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Gieboldehausen

Bei der vom Landkreis Göttingen durchgeführten Sperrmüll-Straßenabfuhr kommt es in den Tagen zuvor regelmäßig zu intensiven Sammlungen durch so genannten Sperrmüll-Touristen und gewerbliche Sammler. Wegen der hohen Rohstoffpreise findet insbesondere eine „Beraubung“ des bereitgestellten Sperrmülls um Altmetalle, aber auch Elektro-Altgeräte statt, berichtet der Landkreis.

Augenscheinlich gut organisierte Gruppen mit Kleintransporten suchen alle Straßen ab und halten Ausschau nach Abfallbestandteilen. Nicht selten beschweren sich Anwohner über Belästigungen durch ständig auf und ab fahrende Transporter und durchwühlte Abfallhaufen.

Gegen diese Art „Müll-Touristen“ richtete sich die konzertierte Aktion in Gieboldehausen. Ähnliche Maßnahmen gab es bereits im Landkreis Göttingen, beispielsweise im Juni dieses Jahres in Gleichen. „Es geht uns auch um Prävention und Abschreckung“ waren sich Günther Helberg und Norbert Hilke vom Umweltamt beziehungsweise Ordnungsamt des Landkreises Göttingen mit Reinhard Roth von der Samtgemeinde Gieboldehausen unmittelbar vor der Kontrollaktion einig.

Gemeinsam haben Polizei, Landkreis und Ordnungsamt illegale Sperrmüllsammler in Gieboldehausen kontrolliert. © Lüder

Unterstützt worden sie durch neun Beamte des Polizeikommissariats Duderstadt unter Einsatzleitung von Frank Dornieden. „Vor die Haustür gestellter Sperrmüll gehört laut Gesetz dem Landkreis“, machten Helberg und Hilke bei der Vorbesprechung und Lageeinweisung in den Räumen des Bauhofs in Gieboldehausen deutlich.

Auf dem Hof des Bauhofs wurden im Laufe des Nachmittags bis in die Abendstunden die Kleintransporter der Sperrmüllsammler kontrolliert. Zum Teil im Konvoi wurden die Fahrzeuge von den Ermittlern in ihren Polizei- und Zivilautos in die Totenhäuser Straße geleitet. Bei allen kontrollierten Fahrzeugen stellten die Beamten die erwarteten Verstöße gegen die Abfallwirtschaftssatzung des Landkreises Göttingen bis hin zu Umweltstraftaten fest.

In vier Fällen wurde bei der Überprüfung der aufgefundene Metall- und Elektroschrott  noch auf dem Hof des Bauhofs im Wege des Bußgeldverfahrens eingezogen. Die Ermittler der Behörden und der Polizei  stellten außerdem acht Verstöße gegen die Ladungssicherung und ebenso viele Verstöße gegen das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz  fest. Ein Kleintransporter war um 153 Prozent überladen. Die Polizei behielt 730 Euro an Sicherheitsleistungen ein und sprach allen Sperrmüllsammlern anschließend einen Platzverweis aus.