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Duderstadt Bei günstigem Wind fliegen bald die Jungstörche
Die Region Duderstadt Bei günstigem Wind fliegen bald die Jungstörche
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18:39 28.07.2009
Üben für den Jungfernflug: die drei Jungstörche auf dem Gelände des Biobauernhofes Schwalbennest in Seeburg.
Üben für den Jungfernflug: die drei Jungstörche auf dem Gelände des Biobauernhofes Schwalbennest in Seeburg. Quelle: Hellmold
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Vor gut einem Monat sind sie beringt worden, jetzt legen sie die Fesseln der Schwerkraft ab: Die drei Jungstörche im Nest auf der Scheune des Biobauernhofes Schwalbennest in der Ortsdurchfahrt Seeburg bereiten sich auf ihren Erstflug vor. Bei günstigen Windbedingungen würden sie vermutlich in dieser Woche erstmals aus dem Nest fliegen, erklärt der Seeburger Biobauer Ludwig Pape.

„Während ein Jungstorch Schwungübungen vorführt, schauen die zwei anderen Geschwister aufmerksam zu“, berichtet Pape: „Dann ist der nächste und schließlich der dritte an der Reihe. “ Und weiter: „Am Ende der Übungsstunde hüpfen die Tiere im Umlauf in die Höhe und schlagen dabei mit den Flügeln. Kein Übungsbild ist wie das andere, aber immer mit Lebensfreude verbunden.“

Ruhepausen vor Übungen

Interessierte Beobachter könnten dem Schauspiel jederzeit vom Weg entlang der Aue zusehen, sagt Pape. Zugleich dämpft er Erwartungen. Da die Jungstörche auch Ruhepausen einlegen würden, könne die nächste akrobatische Aufführung ein Weilchen auf sich warten lassen.

Der Nachwuchs in Papes Nest ist gut zwei Monate lang von den Elterntieren mit Nahrung versorgt worden. Während der Schafskälteperiode im Juni mit viel Regen wurden die Jungen durch so genanntes Hudern vor Nässe und Kälte geschützt, also von den Brutvögeln unter die Fittiche genommen oder im Bauchgefieder gewärmt und geschützt.

Da der Seeanger wegen des dortigen Storchenpaares als Jagdrevier nicht in Frage kam, haben die Eltern auf der Suche nach Nahrung Flüge bis in die Landolfshäuser und Seulinger Feldflur hinein unternommen.

Als Beispiel für die situative Anpassungsfähigkeit der Störche nennt Pape das Verhalten der Eltern während der Aufzucht: „Da es erstmals drei hungrige Mäuler zu versorgen galt, wurde im Gegensatz zu den vergangenen drei Jahren schon frühzeitig auf die schützende ständige Nestanwesenheit eines Elterntieres zu Gunsten der Nahrungsbeschaffung verzichtet.“

Durch das nasskalte Wetter waren in diesem Jahr landesweit Verluste bei den Jungstörchen zu beklagen. Weniger Glück als die Störche in Seeburg haben denn auch die rund vier Wochen älteren Jungstörche auf der Feldscheune zwischen Seeanger und Ebergötzen gehabt.

Zwei Tiere haben überlebt

Wie Pape mitteilt, hätten von den vier jungen Störchen dort offensichtlich nur zwei überlebt. Ein Jungvogel sei bei der Beringungsaktion tot aus dem Nest geborgen worden, ein anderer sei schon vorher verschwunden gewesen.

Wie die beiden verbliebenen Seeanger-Störche ist auch das Einzelkind vom Schornstein der ehemaligen Molkerei in Gieboldehausen bereits flügge. Das Jungtier, das keine Geschwister habe, sei gesund und munter und mache bereits kräftig Flugübungen, berichtet Ansgar Nachtwey.

Von Kuno Mahnkopf

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