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Duderstadt Ein Denkmal für den Bergbau in Bad Grund
Die Region Duderstadt Ein Denkmal für den Bergbau in Bad Grund
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00:20 19.06.2019
Gerhard Pape, Harald Dietzmann und Gerd Hintze enthüllen die Bergmannstatue. Quelle: r
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Bad Grund

Er wiegt eine Tonne, wurde in Handarbeit aus einem Granitquader herausgeschlagen, trägt Bergmannskleidung, hat ein Geleucht sowie eine Hacke dabei und könnte laut Oswald Sander einen Schwatz mit dem Zwergenkönig Hübich auf der anderen Straßenseite halten. Seit Sonnabend steht in der Mitte der Bergstadt eine 1,80 Meter große Statue. Sie wurde auf dem neugestalteten Quisisana-Platz enthüllt und von Pastor Michael Henheik im Rahmen eines kleinen Gottesdienstes geweiht.

Die meisten Zuschauer waren Vertreter von mehr als 20 Bergmanns-, Knappen- und Fördervereinen, die anlässlich des Landestscherpers der Vereinigung der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine Niedersachsen (VBN) nach Bad Grund gekommen waren.

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Blei, Zink und Silber aus Bad Grund

Unternehmer Sander ging in seinem Grußwort in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück: 1642 wurde das prachtvolle vierstöckige Fachwerkgebäude – das spätere Quisisana – der Bergstadt als Erbschaft hinterlassen. „Bei so einer Leistung stehen wir heute in der Pflicht, unser denkmalgeschütztes Haus Quisisana aufrechtzuerhalten und alte Handwerke wieder ins Leben zu rufen“, so Sander. Jetzt brauche es einen Wächter, der die Erinnerung an „gute alte Bergwerkszeiten“ wachhalte. Sander verwies auf die Tafel zu Füßen des Bergmanns – sie zeigt die drei Zeichen für Blei, Zink und Silber, die aus den Bad Grunder Gruben zwischen 1564 und 1992 zutage gefördert wurden.

Bürgermeister Harald Dietzmann sagte, die Statue betone nicht nur die Bergbautradition in Bad Grund, sie stehe auch für den Stolz und die Kraft der Bergleute. Die Bergbautradition habe Menschen und ganze Regionen über Generationen geprägt. „Vielleicht ist der Bergmann aber auch Sinnbild für die Hoffnung, dass der 1992 hier eingestellte Bergbau doch irgendwann wieder aufgenommen wird“.

Umzug der Bergleute

Enthüllt wurde die Statue schließlich von Gerhard Pape, Landesvorsitzender der VBN, zusammen mit Harald Dietzmann und Gerd Hintze, Vorsitzender des Knappenvereins Bad Grund. „Ich wünsche dem Kameraden in Stein, dass er lange im Park verweilen kann und so an die Bergbaugeschichte erinnert“, sagte Pape. Martin Armbrecht kam auf den Bergmann zu sprechen, der aus zwei Tonnen Granit in wahrer Bildhauerarbeit herausgeschlagen wurde: „Die Figur steckte also im Stein.“ Anschließend machten sich die ehemaligen Bergleute in einem Umzug auf den Weg ins Atrium.

Von Petra Bordfeld

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