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Duderstadt Besucher sammeln Grenzerfahrungen
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20:48 14.08.2011
Lockt viele Blicke der Wanderer auf dem Kolonnenweg an: die Gedenktafel am Mahnmal in der Nähe des Grenzlandmuseums.
Lockt viele Blicke der Wanderer auf dem Kolonnenweg an: die Gedenktafel am Mahnmal in der Nähe des Grenzlandmuseums. Quelle: Walliser
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Eichsfeld

Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust: Rund 130 gehfreudige Teilnehmer trafen sich am gestrigen Sonntag auf dem Immingeröder Sportplatz, um von hier zu einem Gang entlang der früheren innerdeutschen Teilungslinie aufzubrechen.

Die Wanderung, für die zwei Routen zur Auswahl standen, hatte das Motto „50 Jahre Mauerbau“ und „50 Jahre Massenflucht Böseckendorf“. Eine Station war das Grenzlandmuseum. Von hier aus ging es wieder nach Immingerode zum dortigen Gedenkstein. Die längere Strecke führte nach Böseckendorf und zu der Stelle, bei der die Einwohner während ihrer Flucht die Grenze überwanden. Endstation für alle Teilnehmer war der Sportplatz.

„Wir hatten mit etwas mehr Teilnehmern gerechnet“, bilanzierte Fritz Halajeschen, erster Vorsitzender des TSV Immingerode. Dieser Verein hatte sich genau wie Wacker Teistungen vor Ort um die von den Kreissportbünden Göttingen und Eichsfeld organisierte Wanderung gekümmert.

Weiterer Höhepunkt des Festprogrammes war die Übergabe der neuen Info-Einrichtung am Pferdeberg-Turm, die Geschichte und Bedeutung dieses Standorts thematisiert. Auf der unteren Turmebene erfahren Gäste Wissenwertes über die umliegenden Orte. Dies ist der 13. von 24 Informationspunkten entlang des sechs Kilometer langen Grenzlandweges, erläuterte Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), der auch stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Grenzlandmuseum ist.

Nachdem er den Pferdebergturm als „Symbol der Freiheit“ bezeichnet hatte, äußerte Nolte eine Anregung. „Wir sollten überlegen, ob wir dieses Wochenende mitten im Jahres-verlauf auch in der Zukunft mit starken Partnern zu einem deutsch-deutschen Treffen werden lassen“.

Viele Besucher nutzten am Sonnabend die Gelegenheit, die Clubstation des Ortsverbandes Obereichsfeld/Worbis im Deutschen Amateur Radio Club kennen zu lernen. Im Mühlenturm am Grenzlandmuseum erfuhren Interessierte eine Menge rund ums Funken.

„Mir macht es Spaß, ganz weit weg jemanden zu erreichen“, erzählte zweiter Vorsitzender Jens Oppermann. Viel Freude macht ihm und den anderen Aktiven neben der Technik auch noch ein anderer Aspekt. „Man kommt dazu, sein Englisch zu nutzen.“

Über den großen Zuspruch, den das Programm zum 50. Jahrestag des Mauerbaus fand, freute sich der Pädagogische Leiter des Grenzlandmuseums, Ben Thustek: „Wir sind sehr zufrieden, es läuft sehr gut.“ Schon in der Woche vor dem Jahrestag sei die Zahl der Besucher auf das Doppelte der üblichen Menge gestiegen. „Die Berichte über das historische Ereignis haben viele Menschen sensibilisiert“, vermutet Thustek.

Von Axel Artmann