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Duderstadt Bilshausen: Biogasanlage soll 2014 Gas ins Netz einspeisen
Die Region Duderstadt Bilshausen: Biogasanlage soll 2014 Gas ins Netz einspeisen
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00:17 31.08.2013
Von Heinz Hobrecht
An der Kreisstraße zwischen Bilshausen und Wulften: Neben dem Werk des Unternehmens Piller soll im kommenden Jahr eine Biomethananlage gebaut werden. Quelle: Lüder
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Bilshausen

Schwierigkeiten bei der Standortwahl, Probleme bei der Beschaffung pflanzlicher Rohstoffe, Kritik wegen der Anlieferung organischen Düngers – etwas holprig ist die Gründungsphase der Bioenergie Südharz GmbH & Co. KG und die Planung einer Biomethananlage an der Gemarkungsgrenze der Gemeinden Bilshausen und Katlenburg-Lindau angelaufen.

Doch inzwischen läuft nach Angaben der Planer und Betreiber alles in geregelten Bahnen. Ende kommenden Jahres soll die Anlage im Kreisdreieck Göttingen, Northeim, Osterode in Betrieb genommen werden.

In der Geschäftsstelle des Maschinenrings Leinetal in Northeim nahmen Andreas Hamann, Thomas Wetzel, Alexander Stolte und Gerhard Rudolph zum Stand der Planung der Anlage Stellung. Hamann, Geschäftsführer des Maschinenrings, ist ebenso wie Wetzel einer von vier geschäftsführenden Gesellschaftern der Bioenergie Südharz GmbH, die im März 2012 gegründet wurde.

13-Millionen-Euro sind veranschlagt

Stolte ist Projektleiter. Rudolph nimmt als Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes Northeim Osterode die Aufgabe in der Geschäftsführung der Bioenergiegesellschaft wahr. 

Zurzeit gehören 30 Kommanditisten der GmbH an, zumeist Landwirte, sieben davon aus dem Altkreis Duderstadt, berichtete Hamann. Sieben Hektar Land seien von der Gesellschaft für den Bau der Biomethananlage an der Gemarkungsgrenze Lindau-Bilshausen gekauft worden.

„Das Bauleitverfahren sowie das Antragsverfahren bei der Gewerbeaufsicht laufen“, erläuterte Wetzel. 13-Millionen-Euro seien für das Projekt veranschlagt.

Kooperation mit Eon Wärme Mitte

Ein Teil der Anlage, die so genannte Gärstrecke mit Fermentern und Fahrsiloanlage, sei auf dem Gebiet der Gemarkung Katlenburg-Lindau geplant, der andere Teil auf dem Areal des Gewerbegebiets Im Alten Felde von Bilshausen in Nachbarschaft zum Werk des Unternehmens Piller, erläuterte Wetzel.

Dort solle das aufbereitete Gas in Kooperation mit dem Versorgungsunternehmen Eon Wärme Mitte ins vorhandene Erdgasnetz eingespeist werden, berichtete Rudolph.

Weder Radfahrer noch Fußgänger müssten sich Sorgen um die Zukunft des kombinierten Fuß- und Radwegs zwischen Bilshausen und Wulften machen, erläuterten die Gesellschafter. Trotz des Baus der Biomethananlage werde die Strecke Vorrang haben.

„Alle reden von Energiewende"

„Wir verstehen uns nicht als Problemschaffer, sondern als Problemlöser“, reagierte Maschinenring-Geschäftsführer Hamann auf Anmerkungen und Bedenken aus der Bevölkerung. Landwirten müsse heutzutage eine Perspektive geboten werden, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

„Alle reden von Energiewende. Wir tragen mit dem Bau der Biomethananlage dazu bei“, merkte Wetzel an.

Klärende Worte sprachen Hamann und Rudolph zum Thema Anlieferung organischen Düngers, der auch als Wirtschaftsdünger bezeichnet wird.

Richtig sei es, dass zur Bestückung der Biogasanlage jährlich  jeweils 5000 Tonnen Putenmist und Hühnertrockenkot angeliefert würden, was einer Lastwagenanlieferung von jeweils ein bis zwei Fuhren pro Tag entspreche. Rindermist und Gülle würden von den Kommanditisten aus der Region selbst angeliefert.

►Kommentar: Grenze erreicht

An der Gemarkungsgrenze von Bilshausen und Lindau, im Kreisdreieck  Göttingen, Northeim, Osterode, soll die nächste Biogasanlage in der Region gebaut werden. Im Altkreis Duderstadt wird es die sechste und wahrscheinlich auch letzte sein.

Denn in Duderstadt sind schon zwei Bioenergieanlagen in Betrieb,  jeweils eine gibt es in Krebeck-Wollbrandshausen und in Gieboldehausen sowie  noch eine weitere in Bilshausen.

Die Grenze des Machbaren scheint erreicht, was die Gewinnung von Energie aus pflanzlichen Rohstoffen angeht. Bei der Anlieferung von Substraten wird es eng. Von Vermaisung der Landschaft ist die Rede. In der Bevölkerung schwindet die Akzeptanz für Biogasanlagen.

Strom, Wärme und Gas müssen anderswo her, soll die Energiewende gelingen.  Solar- technik und Windkraft können dazu beitragen. Aber auch hierbei gibt es Probleme, wie am Beispiel der Samtgemeinde Gieboldehausen bei der Suche nach Standorten für Windkrafträder deutlich wird.

Welche  Formen der Energiegewinnung  künftig auch immer eine Rolle spielen – ein Thema nimmt zurzeit eher eine Nebenrolle ein: Energiesparen.