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Duderstadt Biogasanlage: Neue Ära für Gieboldehausen
Die Region Duderstadt Biogasanlage: Neue Ära für Gieboldehausen
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20:13 31.08.2011
Von Kuno Mahnkopf
Energie im Wandel: Die Baustelle für die Biogasanlage bietet einen freien Blick auf die Windräder im Bereich Höherberg.
Energie im Wandel: Die Baustelle für die Biogasanlage bietet einen freien Blick auf die Windräder im Bereich Höherberg. Quelle: Thiele
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Gieboldehausen

Künftig sollen 230 Hektar Anbaufläche im Umkreis der rund 800 Meter Luftlinie von Gieboldehausen entfernten neuen Anlage unterhalb des Marsfelder Berges für die regenerative Energiegewinnung genutzt werden.

Für Bau und Betrieb der Anlage haben sich die Gieboldehäuser Landwirte Arnold Keufner, Karl-Heinz Sommer, Markus Gerhardy, Franz Nolte und Alfons Wandt sowie ihr Bernshäuser Berufskollege Marius Rittstieg zur Bioenergie Gieboldehausen GmbH & Co KG zusammengeschlossen. Geschäftsführer ist Mario Sommer, investiert werden mehr als vier Millionen Euro, im Wärmetrassenbereich mit Fördermitteln. Wenn die Rhumspringer Firma Gropengießer mit Erdarbeiten und technischer Infrastruktur durch ist, soll die Anlage selbst von der Fachfirma Energieraum aus Oldenburg montiert werden – von den Betonarbeiten über die Steuerung bis zur schlüsselfertigen Gärstrecke.

Die 570 Kilowatt elektrische und gut 600 Kilowatt thermische Nennleistung verteilen sich auf drei Blockheizkraftwerke: am Anlagenstandort, am Gieboldehäuser Schulzentrum und im Gewerbegebiet Stockenbreite. Zum Gewerbegebiet werden 800 Meter Gasleitung verlegt, bis zur Grundschule drei Kilometer. Die produzierte Energie würde für rund 1500 Haushalte reichen, im Flecken gibt es knapp 2000 Haushalte. Mit Betrieben im Gewerbegebiet gebe es schon Vorverträge, für das Schulzentrum solle ein Wärmevertrag abgeschlossen werden, und erste Privathaushalte hätten bereits Interesse an einem Anschluss bekundet, teilen die Gesellschafter mit. Statt der ursprünglich angedachten Teil- werde jetzt eine Vollwärmeversorgung angeboten.

Die Blockheizkraftwerke sollen noch in diesem Jahr in Betrieb gehen, die Biogasanlage samt Trassen je nach Wetterverlauf und Baufortschritt Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres. Der Strom wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EGG) eingespeist und vergütet.

Der Lieferverkehr zur Anlage erfolgt über eine eigene Zufahrt, die gegenüber der Einfahrt ins Gewerbegebiet direkt auf die Bundesstraße mit bereits vorhandener Linksabbiegerspur stößt. Das Teilstück, das die Samtgemeinde baut, wird zur Gemeindeverbindungsstraße hochgestuft.Die jetzige Verbindungsstraße nach Bernshausen, die am Geschäftszentrum Alte Molkerei und Reiterhof vorbeiführt, soll herabgestuft werden, um Verkehrskonflikte zu umgehen. Die genaue Lage von Grün- und Blühstreifen als Ausgleichsflächen für das drei Hektar große Gelände der Anlage mit zwei sechs Meter hohen Fermentern und einem acht Meter hohen Gärrestelager soll im Zuge der Flurbereinigung geklärt werden.

Der Baustart ziehe einen Schlussstrich unter die nicht enden wollende Vorplanung, sagte Karl-Heinz Sommer beim Spatenstich. „Wir Landwirte wollen Zukunft mitgestalten und sie nicht großen Konzernen überlassen“, stieg Sommer wie auch Flecken-Bürgermeister Norbert Leineweber und Samtgemeinde-Bürgermeister Reinhard Grobecker (beide CDU) in den Themenkomplex regionale Wertschöpfung, Energiewende und -autarkie ein. Durch die Emissionen würden weder Umwelt noch Mensch belastet, die Gutachten seien eindeutig, das Projekt mit vielen Auflagen verbunden, betonte Leineweber. Gerhardy hofft, dass auch die Skeptiker überzeugt werden konnten und die Akzeptanz durch kritisch-konstruktiven Austausch wachsen wird.