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Duderstadt Biomethan-Anlage in Bilshausen nimmt erste Planhürde
Die Region Duderstadt Biomethan-Anlage in Bilshausen nimmt erste Planhürde
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22:01 27.08.2013
Von Kuno Mahnkopf
Quelle: Mischke (Symbolfoto)
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Bilshausen

Für die zur Aufarbeitung und Netzeinspeisung des in der Gemarkung Lindau erzeugten Biogases beantragte Anlage hat der Bauausschuss der Samtgemeinde Gieboldehausen jetzt einer Änderung des Flächennutzungsplanes zugestimmt.

An der geplanten Anlage scheiden sich die Geister – selbst beim Naturschutzbund. Dessen Landesverband begrüßt Biogasanlagen, die Ortsgruppe Untereichsfeld betrachtet sie als „größten Umweltschwindel aller Zeiten“. Über Stellungnahmen mit größtenteils formalen Hinweisen von Behörden und Verbänden hinaus haben mehrere Bürger Einwände erhoben.

Die beziehen sich jedoch überwiegend auf Bau und Betrieb und wurden deshalb bei der städtebaulichen Planänderung nicht berücksichtigt. Samtgemeinde-Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU) weist darauf hin, dass Art und Maß der baulichen Nutzung im Bebauungsplan der Gemeinde Bilshausen festgelegt werde, die Baugenehmigung nach der Bundesimmissionsschutzverordnung dann dem Gewerbeaufsichtsamt obliege.

Gülle aus der Region, Hühnerkot aus dem Emsland

Flankiert wird das Planungsverfahren von Fachgutachten über Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Artenschutz. Explizit genannt wurden in Stellungnahmen der Schutz der Feldlerche und des Wachtelkönigs. Im Bereich Bilshausen werde die Kompensation für den Eingriff übererfüllt, merkt Gutachter Christoph Schwahn an.

Um Gesundheitsgefahr durch Chemikalien und Keime, Verkehrsaufkommen, Landschaftsbild, Grundstückswerte, Geruchsbelästigung, Störfälle und „Anlieferungstourismus“ sorgten sich Bürger in ihren Eingaben – und wurden auf das spätere Genehmigungsverfahren vertröstet.

Die Anlage brauche Gülle, die komme aber ausschließlich aus der Region, stellt Thomas Wetzel von der Geschäftsführung der Bioenergie Südharz GmbH klar. Aus dem Emsland werde nur Hühnerkot angeliefert. Für den Betrieb der Anlage gebe es ausreichende Vertragsflächen und viele Anfragen.

Berücksichtigt wurden Hinweise zum Radweg an der Straße nach Wulften, den die Zufahrt zur Anlage kreuzt. Der Radwegverkehr soll Vorrang vor querenden Fahrzeugen haben, auf der Landesstraße ist eine Linksabbiegespur geplant. ku