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Duderstadt Bischof Trelle mahnt zur Sonntagsruhe
Die Region Duderstadt Bischof Trelle mahnt zur Sonntagsruhe
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23:18 06.09.2009
Männerwallfahrt: Rund 1000 Gläubige beten mit Bischof Norbert Trelle (hinten links).
Männerwallfahrt: Rund 1000 Gläubige beten mit Bischof Norbert Trelle (hinten links). Quelle: Tietzek
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In Gruppen standen die überwiegend grauhaarigen Männer, aber auch eine ganze Reihe von Frauen um den Freialtar. An den mächtigen Bäumen zeigten sich die ersten gelben Blätter. Auf die Rhythmen der Natur mit ihren Ruhephasen nahm der Bischof in seiner Predigt Bezug. Die Schöpfung brauche – wie auch der Schöpfer selbst – Zeiten des Aufatmens. Dies sei der tiefe Sinn des Sonntags. In einer Gesellschaft, die „nicht mehr durchgängig christlich“ sei, gehe der Sinn für den Sonntag verloren, warnte Trelle. 

In den Städten würden „Kathedralen des Konsums“ errichtet, die zum Teil größer als Kirchen seien. Der Sonntag verkomme zum „Shoppingtag“. Menschen würden in Freizeiteinrichtungen gelockt, die sie abends erschöpfter verließen als werktags ihren Arbeitsplatz.

Der Bischof rief die Christen dazu auf, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen. Trelle: „Wir werden kämpfen müssen, Brüder und Schwestern.“ Die Gläubigen sollten gleichzeitig mit gutem Beispiel vorangehen und den Sonntag so gestalten, dass Nichtchristen etwas von seiner Wärme und Würze spüren könnten. 

Selbstkritisch berichtete der Bischof, dass sich Priester oft selbst wie die „schlimmsten Sabbatschänder“ benehmen würden. Hektisch eilten sie sonntags von Kirche zu Kirche. Manche hielten drei Messen nacheinander. So gehe das nicht weiter. Auch ein Priester müsse beim Gottesdienst durchatmen können. Trelle warb bei den Gläubigen dafür, die Zahl der Messen zu verringern. Christen müssten dann sonntags längere Wege auf sich nehmen. Trelle: „Ich deute das hier nur an.“

Michael Caspar