Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Bischof eröffnet Fortbildungszentrum in Duderstadt
Die Region Duderstadt Bischof eröffnet Fortbildungszentrum in Duderstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:01 29.09.2013
Von Kuno Mahnkopf
Bischof mit Bigband: Trelle betont gemeinsame Verantwortung. Quelle: Walliser
Anzeige
Duderstadt

Die Laien rücken in den Fokus. Um ehrenamtlich engagierte Katholiken für Leitungsaufgaben in der Kirche zu qualifizieren, hat Bischof Norbert Trelle am Sonnabend im Haus St. Georg das neue Zentrum für Kirchenentwicklung (ZfK) eröffnet.

Referenten aus Kirche, Wirtschaft und Kultur bieten dort ein umfangreiches Programm an. Zur Themenpalette gehören  Gruppenleiterkurse, Konfliktmanagement, Prävention von sexuellem Missbrauch, Kollekte, Beerdigungen, Gottesdienstgestaltung, Krippenspielvorbereitung, soziale Medien und vieles mehr.

Anzeige

„Früher war alles besser, die Kirchen voll.“ „Wo kommen wir denn hin, wenn das jeder macht.“ – Mit derartigen Aussagen komme man nicht weiter, sagte Trelle in der Eröffnungsandacht und beschwor einen neuen Geist, statt ängstlich der Vergangenheit nachzutrauern: „Leben ohne Entwicklung ist nicht möglich. Die Kirche ist ein lebendiger Organismus.“

Mit dem ZfK werde Kirche weiterentwickelt. Alle Gläubigen müssten sich öffnen für ein gemeinsames Unterwegssein: „Die Kirche bedarf Erneuerung und einer Hoffnungsperspektive, gemeinsamer Verantwortung statt eines Übermaßes an Forderungen.“

Generationen seien daran gewöhnt gewesen, Kirche als Einrichtung anzusehen, in der die Last auf wenigen Schultern ruhe. Heute müsse sich jeder Einzelne fragen, was er beitragen könne.

„Zukunft ist Herkunft“

„Kirche wächst von unten“ hieß es nicht nur in den Fürbitten. „Sie sind nicht verlängerter Arm des Pfarrers, sondern eigenverantwortlich“, richtete Propst Bernd Galluschke, der einen Bogen vom Eichsfeld über das Bistum zur Weltkirche schlug, das Wort an die Ehrenamtlichen.

Galluschke hat das bundesweit einmalige ZfK-Konzept intensiv vorangetrieben, sich Anregungen dafür in Poitiers, Manila und Chicago geholt. Auch Menschen außerhalb der Kirche könnten sich im ZfK einbringen, zum Beispiel Verwaltungsmitarbeiter Motivationstraining machen, meinte der Propst und sprach wie der Bischof von einem Aufbruchsignal.

„Zukunft ist Herkunft“, zitierte Galluschke den Philosophen Gadamer. Im Eichsfeld gebe es mehr kirchliche Lebensorte als wir wahrnehmen würden. Daran knüpfte auch Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) in seinem Grußwort an – mit Blick auf Hunderte kirchlicher Ausbildungs- und Arbeitsplätze vom Krankenhaus über die Caritas bis zu Kindergärten.

Kirchengemeinden und politische Gemeinden seien zu stärken und sollten Mut zu gemeinsamen Strukturen zeigen.

Weitere Infos im Netz unter zentrum-kirchenentwicklung.de