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Duderstadt Bischof führt den neuen Propst Galluschke ein
Die Region Duderstadt Bischof führt den neuen Propst Galluschke ein
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19:56 14.11.2010
Einführung ohne Vakanzzeit: Propst Bernd Galluschke, Bischof Norbert Trelle und Pfarrer Reinhard Griesmayr (von links).
Einführung ohne Vakanzzeit: Propst Bernd Galluschke, Bischof Norbert Trelle und Pfarrer Reinhard Griesmayr (von links). Quelle: Walliser
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Das ging den 400 Eichsfeldern, die sich im Pfarrheim drängten, herunter wie Honig. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie bereits einen zweistündigen Gottesdienst in der vollbesetzten Kirche St. Cyriakus gefeiert sowie anderthalb Stunden Grußworte und Musikbeiträge verfolgt. Es war gegen 20.30 Uhr und draußen im Foyer wartete bereits das Büfett. Galluschke, dem ganz zum Schluss das Wort erteilt worden war, fasste sich kurz. Der neue Propst: „Ehrlich gesagt, würde ich jetzt gerne eine Zigarette rauchen.“

So endete der offizielle Teil des Festtags. „Nur strahlende Gesichter“ hatte der Bischof bei seinem Einzug in den Eichsfelder Dom gesehen. 23 Jahre habe Propst Wolfgang Damm im Untereichsfeld gewirkt, sagte Trelle. Dessen Arbeit habe er „wertschätzen gelernt“. Ohne Vakanzzeit führe er nun dessen Nachfolger und außerdem Pfarrer Reinhard Griesmayr ein. Gleich zwei neue Priester, das wurde auch in vielen Grußworten als nicht selbstverständlich hervorgehoben.

Düster war indes der Bibeltext, der im Gottesdienst gelesen wurde. Da ging es um die Zerstörung des Jerusalemer Tempels, um Kriege, Hungersnöte und Christenverfolgung. Bischof Norbert schlug den Bogen zu der „zerstörerischen Gewalt“ im Inneren der Kirche, die in diesem Jahr offenbar geworden sei. Er sprach vom „Versagen von Priestern in erschreckender Weise“ und rief die 800 Christen in der Kirche auf, nach dem Rettenden Ausschau zu halten. Er mahnte neben Transparenz und Demut vor allem „Liebenswürdigkeit“ an. Die Gläubigen sollten auf die Menschen zugehen, ohne ihre Sendung „an das Erwartete“ anzupassen.

In den Fürbitten spielten die Gemeinden von Galluschkes und Griesmayrs neuer Seelsorgeeinheit auf die Charakteristika ihrer Orte hin. Die Breitenberger Windmühle versinnbildlichte die Bitte, dass Gott die neuen Amtsträger bei ihrem Einsatz für Bedürftige beflügeln möge. Der Mingerösche Pannekauken symbolisierte das „runde Miteinander“, die Westeröder Eule die Weisheit im Umgang mit Menschen und der Duderstädter Baumeister Anreischke das Gelingen beim Bau der Kirche. Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) bot dem Propst und dessen evangelischen Kollegen an, Probleme der Stadt bei einer Eichsfelder Stracke ökumenisch zu lösen.

Von Michael Caspar