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Duderstadt Bischof wirbt für „Kultur der helfenden Hände“
Die Region Duderstadt Bischof wirbt für „Kultur der helfenden Hände“
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21:46 05.07.2009
Fürsprecherin der Menschen: Alfons Knöchelmann (vorne) und Herbert Bodmann tragen Marienfigur.
Fürsprecherin der Menschen: Alfons Knöchelmann (vorne) und Herbert Bodmann tragen Marienfigur. Quelle: Walliser
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Germershausen. Einen großen Zirkel hatte der Hildesheimer Weihbischof nach Germershausen mitgebracht. Er hätte als junger Mann überlegt, ob er statt Priester nicht lieber Mathematik-Lehrer werden sollte, bekannte der Geistliche. Am Sonntag verknüpfte er beide Berufungen und gab den Pilgern eine Unterrichtsstunde in Geometrie. Christen müssten, so der Bischof, den Zirkel ihres Lebens so einstechen, dass sich alles um Gott drehe. 

Selbst im kirchlichen Alltag, so klagte Koitz, gehe es oft weniger um Gott, als um die anstehende Sanierung des Pfarrheims, die neue Gebührenordnung der Kindertagesstätte oder um Fragen rund um Kirchenfusionen. Mit Blick auf die Unruhe und den Unmut, welche gerade der letzte Punkt im Eichsfeld verursacht, erklärte der Bischof: Wer in Gott verwurzelt sei, brauche sich nicht zu sorgen, wenn die Kirche ihre äußere Gestalt verändere. 

Koitz ermunterte die Gläubigen mit ihrem Lebenszirkel einen möglichst großen Kreis zu ziehen. Sie sollten dazu beitragen, dass die Kirche „ein Zuhause für Fragende und Skeptische“ werde. Der Bischof warb für eine „Kultur der offenen Augen und helfenden Hände“. So könnten sich Christen von anderen Menschen der heutigen „Kühlschrankgesellschaft“ abheben. 

Propst Wolfgang Damm zeigte sich erfreut über die vielen Teilnehmer, die trotz der Ferienzeit gekommen waren. Wallfahrt sei schon immer eine Art Urlaub gewesen, wo auch gewandert und ein Bier getrunken werde. Augustinerpater Rudolf Götz dankte den 100 Kommunionkindern, die den Bischof vor dem Gottesdienst zum Freialtar begleitet hatten. Er ermutigte die Menschen, ihre Sorgen der Mutter Gottes vorzutragen. Sie werde bei Gott Fürsprache einlegen. Die berühmte Germershäuser Marienfigur, die der Sage nach durch ein Wunder aufgefunden worden ist, war eigens aus der Kirche nach draußen getragen worden. 

Die Wallfahrt endet am heutigen Montag mit einem Gottesdienst um 9.30 Uhr.

Von Michael Caspar