Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Bismarckstraße: Sanierung auf Kosten der Anwohner?
Die Region Duderstadt Bismarckstraße: Sanierung auf Kosten der Anwohner?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 13.06.2019
Die Bismarckstraße in Immingerode ist sanierungsbedürftig Quelle: ny Claudia Nachtwey
Immingerode

Über eine mögliche Sanierung der maroden Bismarckstraße im Zuge der Dorfentwicklung ist am Mittwoch im Ortsrat Immingerode emotional diskutiert worden. Mehr als 30 Bürger waren nahmen teil.

„Jahrzehntelang hat die Stadt Duderstadt nichts an der Straße gemacht und nun, wo eine grundlegende Sanierung ansteht, sollen die Bürger hohe Straßenausbaubeiträge zahlen“, schimpfte Rainer Nowak, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler in Immingerode (FWWI). Seiner Meinung nach müsse der Ortsrat die Stadt in die Pflicht nehmen. Gegebenenfalls sei zu klagen. Das fand bei den Zuhörern viel Zustimmung.

Ortsbürgermeister Stefan Stollberg (CDU) bezeichnete Nowaks Ausführungen dagegen als „wenig zielführend“. Der Fraktionsvorsitzende rede, als ob er sich „noch im Wahlkampf“ befinde. „Die Straße ist in einem schlechten Zustand, weil sie alt ist“, ergänzte Reinhard Kellner (CDU). Selbst wenn sie besser gepflegt worden wäre, stehe nun eine grundlegende Sanierung an.

Kritik an Gewerbetreibenden

In die Pflicht nehmen wollen einige Anwohner neben der Stadt auch zwei frühere Gewerbetreibende, die im unteren Bereich der Straße ihre Betriebe hatten. Jahrelang hätten sie mit schweren Fahrzeugen die Straße „kaputtgefahren“. Der obere Bereich sei dagegen noch in tadellosem Zustand. „Der untere Teil der Straße ist deshalb so marode, weil er noch aus den 50er-Jahren stammt“, hielt Kellner dagegen. Er sei damit fast 20 Jahre älter als der obere Bereich, der Ende der 60er-Jahre zur Erschließung von damals neu gebauten Häusern entstanden sei.

„Warum wird nicht nur der untere Straßenabschnitt saniert“, wollten mehrere Anwohner wissen. Die Stadt Duderstadt betrachte die Bismarckstraße als Einheit, die nur komplett saniert werden könne, erwiderte Ortsbürgermeister Stollberg. Das überzeugte die Bürger nicht.

Mögliches Baugebiet im Ort

Zur Sprache kam in der Einwohnerfragestunde auch ein mögliches neues Baugebiet im rückwärtigen Bereich. „Macht es Sinn, die Bismarckstraße auszubauen, wenn kurz darauf schwere Baufahrzeuge alles wieder kaputtfahren“, erkundigte sich eine Bürgerin. Die Baufahrzeuge würden das Baugebiet von Westen, nicht von Osten aus anfahren, sagte dazu der Ortsbürgermeister. Zudem sei offen, ob das Neubaugebiet überhaupt komme. Dafür spreche, dass die Flächeneigentümer Bereitschaft zum Verkauf signalisiert hätten und es zudem einen potenziellen Investor gebe.

Eine anderer Zuhörer meldete Zweifel an, ob die Schmutzwasserkanäle in der Bismarckstraße zusätzliche Abwässer aufnehmen könnten. Das sei nach Einschätzung der Stadtverwaltung der Fall, versicherte Kellner. Er betonte, dass in den kommenden Jahren eine Sanierung der Bismarckstraße ohnehin anstehe. Da mache es Sinn, die Fördermöglichkeiten der Dorfentwicklung zu nutzen.

Förderung von 63 Prozent der Kosten

„Nach Auskunft von Andreas Ochmann vom Amt für regionale Landesentwicklung haben wir Aussicht auf eine Förderquote von 63 Prozent“, sagte der Ortsbürgermeister. Da nicht alle Arbeiten gefördert würden, rechne er „mit 20 bis 40 Prozent niedrigeren Straßenausbaubeiträgen“.

Deren Abschaffung forderte Nowak. In Ostfriesland machten das eine Reihe CDU-geführter Gemeinden vor. Zweifel, ob das in Duderstadt möglich ist, äußerte Stollberg. Die Stadt habe sich im Zukunftsvertrag mit dem Land verpflichtet, alle Einnahmequellen auszuschöpfen. Der Ortsbürgermeister schlug vor, den Sommer für Beratungen zu nutzen und dann im September noch einmal zusammenzukommen. Dann müsse eine Entscheidung fallen, damit die Maßnahme noch umgesetzt werden könne. Die Dorfentwicklung laufe 2021 aus.

Von Michael Caspar

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für das geplante Bauprojekt des Krankenhauses St. Martini in Duderstadt will das Land Niedersachsen in diesem Jahr sieben Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das Gesamtvolumen des Projektes beläuft sich auf rund 20 Millionen Euro.

13.06.2019

Genügen die bestehenden Strukturen der Beteiligung von Jugendlichen an der Entwicklung ihrer Stadt oder bedarf es weiterer Möglichkeiten? Darüber ist im Fachausschuss in Duderstadt diskutiert worden.

13.06.2019
Duderstadt Bürgerstiftung Duderstadt - Wechsel im Kuratorium

Das Kuratorium der Bürgerstiftung Duderstadt hat sich verjüngt. Drei Gründungsmitglieder sind ausgeschieden, zwei junge Menschen rücken nach.

13.06.2019