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Duderstadt Wo ist das blaue Männchen vom Wall in Duderstadt?
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20:10 20.01.2019
Künstler Oskar Müller restauriert die beiden Kinderfiguren vom Duderstädter Wall. Quelle: Foto: Franke
Duderstadt

Das blaue Männchen vom Duderstädter Stadtwall sorgt einmal mehr für Aufsehen – dieses Mal, weil es verschwunden ist. Doch der Junge wird gemeinsam mit dem gelben Mädchen zurückkehren, erklärt Künstler Oskar Müller.

Fotoattraktion

„Wo ist denn das blaue Männchen?“, fragten bereits einige Anrufer beim Künstler telefonisch nach. Das Fehlen sei sofort aufgefallen, erklärte Oskar Müller. Der kleine blaue Junge und das später hinzu gekommene gelbe Mädchen seien mittlerweile feste Bestandteile auf dem Wall. „Wir hatten schon viele Anrufe aus verschiedenen Städten von Leuten, die sich die Figuren angeschaut haben“, erzählt Doris Müller, die Frau des Künstlers. Er berichtet von Bussen, die kurz anhalten, damit die Touristen schnell ein Foto von dem blau-gelben Duo schießen können.

Nacht-und-Nebel-Aktion

Jetzt sind die Figuren abgebaut und schnell kamen die ersten Anfragen deswegen. Allerdings sei die Aufregung über das Verschwinden nicht so groß wie Ende 2014, als er das Männchen aufgestellt hatte. „Ich hatte das ja in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gemacht“, erinnert er sich. Nicht nur die Duderstädter rätselten über die Figur, die da plötzlich auf dem Wall stand. Manch einer hatte schon Ottobock-Chef Hans Georg Näder im Verdacht, da der blaue Junge auf einem Totholzstamm gegenüber seinem Elternhaus stand und auf dieses blickte. „Dabei hatte das nichts damit zu tun“, so Müller. „Das war für mich einfach der beste Standort.“ Näder hatte dann auch schnell dementiert und so ging das Rätselraten weiter. Zahlreiche Fernsehsender kamen sogar nach Südniedersachsen, um darüber zu berichten und vielleicht die Auflösung zu finden.

Himmel über Duderstadt

Kurz vor Weihnachten 2014 hatte Oskar Müller sich dann zu seinem in Anlehnung an einen Wim-Wenders-Film „Himmel über Duderstadt“ genannten Kunstwerk bekannt. Der Junge sei blau gefärbt, weil der Himmel über Duderstadt „tatsächlich immer so schön blau ist“. In seiner Zeit in Brandenburg und Berlin habe er viel häufiger schlechtes Wetter erlebt. Er erklärte, dass das Kunstwerk versteigert werden solle zugunsten des Tabalugahauses.

Das blaue Männchen und das gelbe Mädchen auf ihrem Stamm Quelle: Niklas Richter

Warum eigentlich kein Mädchen?

Nach einer Weile sei er damals darauf angesprochen worden, warum es eigentlich nicht auch ein Mädchen auf dem Wall gebe? „Das stimmt, habe ich gedacht“, erzählt er. „Vor allem, wenn es für das Tabalugahaus sein soll. Denn dort sind schließlich auch nicht nur Jungs zu Gast.“ Und so habe er die junge Dame angefertigt. Sie symbolisiere in ihrer Farbe die Sonne beziehungsweise im Zusammenspiel stünden die beiden Figuren auch für die Duderstädter Stadtfarben.

Neue Grundierung

Jetzt sind die Figuren also von ihrem Standort verschwunden. „Der Bauhof hat sie abgebaut“, erklärt der Künstler. In der Vergangenheit seien einige Stürme auch durch Duderstadt gezogen und hätten Bäume beschädigt und Äste abgerissen. „Die Bauhofmitarbeiter haben die Standfestigkeit überprüft“, sagt Oskar Müller. Dabei seien sie zu der Überzeugung gekommen, dass der Totholzstamm aus Sicherheitsgründen gekürzt werden müsse. Der Künstler nutzt die Gelegenheit, die Figuren etwas zu überarbeiten. „Sie haben aber erstaunlich wenig abbekommen“, sagt er. So seien lediglich einige Farbabplatzungen bei dem Mädchen zu sehen gewesen. Derzeit zeigen sie sich beide in Blau. „Ich habe eine neue Grundierung aufgetragen.“ Danach sollen sie wieder in den Duderstädter Stadtfarben leuchten und auf ihren angestammte Platz zurückkehren.

Anziehungspunkt

„Ich hätte nie gedacht, dass es so ein Anziehungspunkt wird“, ist Oskar Müller noch heute von dem Erfolg seines blauen Männchens überrascht. Die Aktion habe gezeigt, dass der Wall durchaus auch noch mehr Kunst vertragen könne.

Von Rüdiger Franke

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