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Duderstadt Brand in Bodensee
Die Region Duderstadt Brand in Bodensee
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20:43 10.04.2014
Von Kuno Mahnkopf
Quelle: Lüder
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Bodensee

Das Ausmaß der Verwüstung in dem Gebäudekomplex außerhalb der Ortslage in Richtung Bilshausen lässt sich von außen nur erahnen. Die Polizei konnte gestern nicht einmal eine grobe Schadensschätzung nennen und hat Sachverständige angefordert. 

Auch Geschäftsführer Michael Fahlbusch hängt noch völlig in der Luft, wartete gestern auf Statiker und Gutachter. „Es ist noch nicht absehbar, wie es mit der Produktion weitergeht“, sagt seine Schwester Karina: „Das hängt auch vom Zustand der Maschinen ab.“ Der Verkauf in den Filialen in Göttingen, Seesen und Osterode gehe erst einmal weiter.   

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Der Brand brach im Mitteltrakt der Landschlachterei aus, in dem die Produktion untergebracht ist. Durch Rauchentwicklung und Löschwasser wurden auch die angrenzenden Gebäudeteile mit Kühlung, Zerlegung und Verpackung in Mitleidenschaft gezogen.

Nächtlicher Großeinsatz der Feuerwehr

Um 21.30 Uhr wurde wegen des Dachstuhlbrandes Alarm ausgelöst, neben den Feuerwehren aus Bodensee, Bilshausen, Renshausen und Krebeck rückte auch die Duderstädter Wehr mit ihrer Drehleiter aus. Weil es Probleme mit der Löschwasserversorgung gab, wurden kurz darauf auch die Feuerwehren aus Gieboldehausen, Wollbrandshausen, Waake und Seulingen nachalarmiert.

„Der nächste Hydrant ist rund 200 Meter entfernt und reichte nicht aus“, berichtet Einsatzleiter Marius Nienstedt. Durch ganz Bodensee hindurch wurden deshalb zwei jeweils 1,5 Kilometer lange Schlauchleitungen bis zur Lehmkuhle gelegt, die als Löschwasserteich angezapft wurde.

Erschwert wurde der Einsatz durch den Teileinsturz der Zwischendecke und die Wucht der Flammen unter dem Blechdach. Das musste – anders als bei einem Ziegeldach – für die Löscharbeiten aufgeschnitten werden.

Brand im August 2005

Die Verpflegung der Einsatzkräfte stellte Samtgemeinde-Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU), die mit Ordnungsamtsleiter Ansgar Papke vor Ort war, über den Gieboldehäuser Edeka-Markt sicher. Bei dem Einsatz habe sich die neue Absturzsicherung der Gieboldehäuser Wehr bewährt, merkt Dornieden an.

Vor dem Wiederaufbau war die Landschlachterei bereits im August 2005 nach einem nächtlichen Kabelbrand bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Auch damals war Nienstedt dabei, im Schweinestall wurden Überdrucklüfter zur Frischluftversorgung der Tiere eingesetzt.

Eigene Schweine hat das Familienunternehmen mit noch rund 30 Mitarbeitern inzwischen nicht mehr. Ausweichmöglichkeiten für eine eingeschränkte Produktion wie vor neun Jahren in einem leerstehenden Betrieb in Bilshausen sind auch wegen gestiegener Auflagen fraglich. 

Die Landschlachterei Fahlbusch in Bodensee hat am Abend des 9. April gebrannt. Rund 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Bereits 2005 hatte es bei Fahlbusch gebrannt.

Dieser Artikel wurde aktualisiert