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Duderstadt Breitenberger Jugendliche kämpfen gegen den Verfall ihres Treffpunkts
Die Region Duderstadt Breitenberger Jugendliche kämpfen gegen den Verfall ihres Treffpunkts
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19:12 30.11.2010
Treffen, unterhalten, Musik hören: Die neue Jugendraum-Generation in Breitenberg hält zusammen.
Treffen, unterhalten, Musik hören: Die neue Jugendraum-Generation in Breitenberg hält zusammen. Quelle: Blank
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Auf den ersten Blick wirkt der Breitenberger Jugendraum gepflegt und aufgeräumt, doch sieht man genauer hin, bröckelt an manchen Stellen der Putz aus den Wänden. „Die Gardinenstangen sind uralt, und die Halterungen sind lose“, sagt Lukas Eckermann und zeigt auf die maroden Stellen. Die vergilbte Deckenabhängung weist Löcher auf, die Heizung hat Museumswert, und beim Thema Küche rümpfen die Jugendlichen die Nase. „Der Backofen ist so eklig, da nützt auch kein Putzen mehr. Als wir zusammen kochen wollten, haben wir die Pizza bei mir zu Hause gemacht und dann hier gegessen“, erzählt Elena Nolte, die zusammen mit Robin Eckermann und Ramon Busch den Jugendleiterschein absolviert hat. Der Jugendraum existiert in Breitenberg seit 1993, doch die jetzige Clique ist erst seit eineinhalb Jahren hier aktiv. In dieser Zeit haben sich die Jugendlichen schon ins Zeug gelegt, um die schlimmsten Schäden zu beseitigen und den Verfall zu stoppen.
„Wir haben die Wände komplett neu gestrichen“, sagt Robin, doch besonders stolz sei man auf die neue Theke. Das Holz spendierte Elenas Vater, der Zimmermann ist, doch für den Zusammenbau seien die Jugendlichen verantwortlich gewesen. Das massive Werk hat sogar einen Aufbau, und ein Bambusdach erinnert an südliche Gefilde. Jetzt ist man noch dabei, die Vorderfront mit Getränke-Logos zu verzieren – alles in sorgfältiger Handarbeit.
Bei der Vorgänger-Clique, die den Jugendraum nutzte, sei manches chaotisch abgelaufen und einiges zerstört worden. Dennoch wollte der Ortsrat den Breitenberger Jugendlichen weiterhin einen Treffpunkt geben. „Etwa 80 Jugendliche wurden vom Bürgermeister Karl-Heinz Meyna zu einer Sitzung eingeladen, und gut die Hälfte kam auch“, sagt Lukas. Daraufhin hatten sich einige aus der neuen Clique bereit erklärt, den Jugendleiterschein zu machen und die Verantwortung für den Jugendraum zu tragen. Unterstützt werden sie von den beiden ortsansässigen Erwachsenen Roland Pahl und Ingolf Eckermann, dessen Sohn Marcel ebenfalls zum Kern der Jugendraumbesucher gehört. Regelmäßig kämen etwa 15 bis 17 Leute zum Treffpunkt neben der Breitenberger Sporthalle, weiß Robin.
Nadine Rüdemann, Elena Wippermann und Katharina Nolte gehören mit ihren rund 14 Jahren zu den jüngeren Jugendraumbesuchern. „Man kennt sich im Dorf sowieso, da hat man auch keine Hemmungen, in den Jugendraum zu gehen. Man trifft sich hier mit Freunden“, sind die drei sich einig. Man wolle sich unterhalten oder Musik hören. Tägliche „Action“ erwarten die Mädchen nicht, die hätten sie ohnehin gemeinsam auf dem Fußballplatz, erzählen sie.
In Aktion gerate man allerdings für triftige Gründe. „Wir haben an einem Stand Kaffee, Kuchen, Würstchen und Glühwein verkauft. Einen Teil des Erlöses haben wir hier in die Renovierungsarbeiten gesteckt, und den Rest haben wir den Erdbebenopfern in Haiti gespendet“, erklärt Ramon.
Ähnliches plane man auch jetzt zum Jahresende, denn die Wunschliste für weitere Erneuerungen ist lang. „Der alte Kicker wurde unter den Vorgängern versaut und ist jetzt kaputt“, klagt Elena Nolte. Und dass die Sanitäranlagen eine Generalüberholung nötig hätten, bestätigen alle Anwesenden. „Ich fände auch einen Internetanschluss für den Jugendraum wichtig“, ergänzt Lukas. Immerhin gibt es einen Rechner, mit dem man Musikwünsche erfüllen kann, und manchmal wird hier auch getanzt – auf der Freifläche, wo früher der Kicker stand.

Von Claudia Nachtwey

Der Jugendraum an der Breitenberger Sporthalle ist täglich von 15 bis 22 Uhr geöffnet, freitags und sonnabends bis 24 Uhr.