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Duderstadt Bruterfolge für Störche im Eichsfeld trotz widrigen Wetterverlaufs
Die Region Duderstadt Bruterfolge für Störche im Eichsfeld trotz widrigen Wetterverlaufs
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19:47 21.06.2013
Sollen am 7. Juli beringt werden: die beiden Jungstörche im Nest auf der Scheune von Bio-Bauer Pape in Seeburg.
Sollen am 7. Juli beringt werden: die beiden Jungstörche im Nest auf der Scheune von Bio-Bauer Pape in Seeburg. Quelle: Blank
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Eichsfeld

Eine genaue Nachwuchs-Inventur der Eichsfelder Störche wird erst später möglich sein. 

Erstmals von einem Storchenpaar besetzt ist in diesem Jahr der Schornstein der alten Molkerei in Westerode. „Überglücklich“  darüber ist Gebäudeeigentümer Alfred Klingebiel, der seit vielen Jahren darauf gewartet hat. Obwohl das erste Nest vom Sturm zerstört wurde, ließen sich die Westeröder Störche nicht entmutigen. Das neue Nest sei seit zwei bis drei Wochen besetzt, berichtet Klingebiel: „Und es sieht so aus, als ob die Störche brüten.“

Seit mehr als 15 Jahren nisten regelmäßig Störchenpaare

Keinen Nachwuchs scheint es hingegen auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei in Gieboldehausen zu geben, der eine Vorreiterrolle bei der Rückkehr der Störche ins Eichsfeld gespielt hat. Seit mehr als 15 Jahren nistet dort regelmäßig ein Storchenpaar. Auch in diesem Jahr ist das Nest wieder angeflogen worden – ebenso wie Nisthilfen in Hilkerode, Wollershausen und Obernfeld. Doch dabei ist es auch geblieben, Küken stehen an diesen Standorten nicht in Aussicht.

Vergebens gewartet

Auch der Gieboldehäuser Friedel Bode hat vergebens darauf gewartet, dass sich auf seiner Nisthilfe in Nachbarschaft der alten Molkerei ein Storchenpaar einnistet. „Das Nest wurde zwar angeflogen, die neuen Nachbarn aber von den Molkerei-Störchen nicht geduldet und vertrieben“, sagt Bode. Unterschiedliche Mutmaßungen darüber, warum es auf dem Molkerei-Schornstein in diesem Jahr keinen Storchennachwuchs gib, stellt der Seeburger Bio-Bauer Ludwig Pape aus Seeburg an.

Das könne auch an der Storchen-Partnerin liegen. „Das Storchenleben ist eben nicht einfach“, konstatiert Pape: „Der lange, harte Winter und die darauf folgende anhaltende Nässe waren eine harte Nummer für die Störche.“

Doch noch Bruterfolge

Umso erleichterter ist er, dass es trotz der langen Regenphase doch noch Bruterfolge gegeben hat. In seinem Nest in Seeburg seien zwei Jungstörche geschlüpft, im Nest auf der Feldscheune zwischen Seeanger und Ebergötzen vermutlich ebenfalls zwei Jungtiere. Dort müsse es zu einem Wechsel der Elterntiere oder einer zweiten Brut gekommen sein, berichtet Pape und geht von einer ersten Brut aus, die nicht überlebt hat. Auch Friedel Bode behält die Seeanger-Feldscheune im Blick – und geht nach jüngsten Beobachtungen davon aus, dass dort nur eines der beiden Storchenküken überlebt hat.

Zumindest darüber wird es im Juli Gewissheit geben. Am Sonntag, 7. Juli, kommt Storchenberinger Georg Fiedler wieder nach Seeburg, um die dortigen Jungstörche auch in diesem Jahr zu beringen – verbunden mit einem Storchenfest. Treffpunkt ist um 14 Uhr bei Bauer Pape, Eichsfeldstraße 83 in Seeburg.

Mit drei Küken den Vogel abgeschlossen

Mit drei Küken den Vogel abgeschossen hat das kleine und beschauliche Lütgenhausen. Vor fünf Jahren hat Wilhelm Koch im Unterdorf von Lütgenhausen auf einer Wiese in der Rhumeaue eine Nisthilfe installiert, die jetzt das zweite Jahr in Folge von einem Storchenpaar besetzt ist. Und wie bereits im Vorjahr sind dort auch in diesem Jahr gleich drei Junge geschlüpft. Jetzt wartet Koch nur noch auf die Flugübungen.