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Duderstadt Bürger wünschen Zebrastreifen für Industriestraße
Die Region Duderstadt Bürger wünschen Zebrastreifen für Industriestraße
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18:00 04.11.2019
Bundespolizistin Malin Kassubeck hat immer wieder Probleme, auf dem Weg zur Physiotherapie an der Bahnhofstraße die Industriestraße zu überqueren. Quelle: Kuno Mahnkopf
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Duderstadt

Die Forderung nach einem Zebrastreifen für die Industriestraße kocht wieder hoch, auch mit Blick auf den Bürgermeisterwechsel. Im Fokus steht dabei der Bereich zwischen Kornhaus und Bahnhofstraße, aber auch die Max-Näder-Straße mit Ottobock und Wolfsgärten mit Rewe-Markt und Toom-Baumarkt. Bei der Stadtverwaltung Duderstadt als zuständiger Verkehrsbehörde sieht man zwar die Voraussetzungen für eine Überquerungshilfe nicht erfüllt, Bürgermeister Thorsten Feike (FDP) will das Thema aber wieder aufgreifen. Im Zusammenhang mit der Entwicklung in der Südstadt sieht Feike durchaus Chancen, die Situation für die Fußgänger zu verbessern.

Im gesamten Verlauf von Max-Näder-Straße, Industriestraße und Wolfsgärten gibt es lediglich am Kreisel Verkehrsinseln mit Überquerungshilfen. Das Verkehrsaufkommen auf dem auch von Pendlern aus Thüringen als Durchgangsstraße genutzten Straßenzug ist hingegen hoch. Wer vom Bahnhofsareal zu Fuß in die Innenstadt will, muss an der Kreuzung Industriestraße/Bahnhofstraße insbesondere zu Stoßzeiten viel Geduld aufbringen.

Warten auf Verkehrslücken

„Ein Zebrastreifen wäre sehr schön, es muss ja keine Ampel sein“, sagt Veronika Sigmund, Kassiererin der Easy-Apotheke: „Wir haben viele Kunden, die zum Beispiel gegenüber bei Aldi parken, bei uns noch etwas holen wollen, aber Probleme haben, über die Straße zu kommen.“ Auch für ältere Kunden mit Rollator sei es schwierig und gefährlich, die Industriestraße zu überqueren. „Keine schlechte Idee“, meint auch die Bundespolizistin Malin Kassubeck, die auf dem Weg vom Euzenberg zur Physiotherapie an der Bahnhofstraße ist und gerade auf eine Lücke im Verkehr wartet. „Das dauert stets eine Weile“, sagt sie.

Im Bereich von Ottobock wird es beim Überqueren der Max-Näder-Straße nur zu Stoßzeiten und Schichtwechseln bisweilen eng, ansonsten finden sich Lücken im Verkehr. Quelle: Kuno Mahnkopf

Auch bei Ottobock ist das Thema Straßenüberquerung präsent. Seit dem Bau der Umgehung sei die Situation besser geworden, meint eine Mitarbeiterin. Thomas Andres merkt ebenfalls an, dass sich die Lage gebessert habe – wegen der Verteilung auf inzwischen mehrere Mitarbeiter-Parkplätze. Frühmorgens und bei Schichtwechsel werde es bisweilen eng, ansonsten gebe es immer Lücken zum Überqueren der Straße. Allerdings seien die Autofahrer permanent zu schnell unterwegs. Darauf verweist über Verkehrsaufkommen und hohen Schwerlastverkehr-Anteil hinaus auch die Bürgeriniative für eine Fortführung der Umgehung nach Thüringen.

Bei der Duderstädter Polizei ist die Forderung nach einem Zebrastreifen bislang nicht aufgeschlagen. Kommissariatsleiter Karl-Hubert Wüstefeld spricht von einem unauffälligen Unfallgeschehen, Verkehrssachbearbeiter Christian Hoffmeier verweist auf die gemeinsamen Verkehrsschauen mit der Stadt.

Zu wenig Fußgänger

Das Thema sei nicht neu, mehrfach aufgegriffen sowie im Ortsrat und Fachausschuss beraten worden, sagt Ordnungsamtsleiterin Sabine Holste-Hoffmann. Die verkehrsrechtlichen Voraussetzungen für einen Zebrastreifen seien bislang allerdings nicht gegeben. Dazu gehöre nicht nur die Fahrzeug-, sondern auch die Fußgängerfrequenz. Die Mindestzahl von 200 bis 300 Fahrzeugen pro Stunde sei zwar vorhanden, nicht aber die von 50 bis 100 Fußgängern. Die werde allenfalls beim Ottobock-Schichtwechsel erreicht. „Eine verkehrsbehördliche Anordnung ist nur möglich, wenn sie auch gerichtsfest ist und einer Klage standhält“, sagt Holste-Hoffmann. Zudem würden die Einkaufsmärkte und Geschäfte an der Industriestraße in der Regel nicht zu Fuß aufgesucht.

Am Ebertring hat die Stadt nach einer Unterschriftenaktion vor Jahren auf eigene Kosten einen Fußgängerüberweg geschaffen. Allerdings spielte dort auch der Schulweg eine Rolle.

„Überqueren der Straße nur im Schweinsgalopp möglich“

In der Facebook-Gruppe „Wenn Du in Duderstadt aufgewachsen bist...“ wird zurzeit wieder über einen Zebrastreifen für die Industriestraße diskutiert. Über bis zu zehn Minuten Wartezeit für Fußgänger an der viel befahrenen Straße beklagt sich Michael Hallemann – und findet Fürsprecher. Bernhard Wüstefeld nennt das Fehlen einer Überquerungshilfe unverständlich. Barbara Stange beklagt, dass man im Berufsverkehr nur im Schweinsgalopp über die Straße kommt. „Da werden Märkte und Parkplätze gebaut, und man denkt nicht daran, dass die nur mit Blechpanzern erreichbar sind“, postet Ulrike Burchard-Grohe. Auch über den Status der Straße wird in der Facebook-Gruppe spekuliert. Die nimmt zwar größtenteils den Verkehr der nach Thüringen führenden B 247 auf, ist aber keine Bundesstraße. Damit ist auch die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aus dem Spiel, wie Günter Hartkens als für das Eichsfeld zuständiger Geschäftsbereichsleiter bestätigt.

Von Kuno Mahnkopf

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