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Duderstadt Bürgermeisterwahl Duderstadt: So war die Stimmung in den Wahllokalen
Die Region Duderstadt Bürgermeisterwahl Duderstadt: So war die Stimmung in den Wahllokalen
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17:44 01.09.2019
Wahllokal in der Maximilian-Kolbe-Schule in Gerblingerode für die Bürgermeisterwahl. Hier die Wahlhelfer (von links) Heinrich Ahrens, Ruth Bernhard, Sina Bunse und Claus Ludwikowski mit Wähler Ernst Dieter Holbein. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Es ist Sonntagmorgen, 9.30 Uhr. In Esplingerode ist kaum ein Mensch auf der Straße zu sehen. Gottesdienst ist heute keiner. Außen an der Mehrzweckhalle weisen Schilder den Weg zum Wahlraum. Einer von 24 bei der Bürgermeisterwahl in Duderstadt. In allen haben die Wahllokale um 8 Uhr ihre Türen geöffnet. Bis Mittags hatten fast 30 Prozent der Wahlberechtigten Duderstadts ihre Stimme abgegeben. Ein Stimmungsbericht aus den Wahllokalen in Esplingerode, Gerblingerode und Duderstadt.

Wahl in Duderstadt:
Der aktuelle Stand der Auszählungen

Daniel Drechsler, Klaus Förster, Jan Napp und Thomas Wüstefeld haben die Frühschicht als Wahlhelfer in Esplingerode übernommen. Viel zu tun hatten sie indes nicht. In den ersten anderthalb Stunden, die das Wahlbüro geöffnet hatte, zählten sie gerade einmal zwei Wähler, ein weiterer kam gegen 10 Uhr vorgefahren. Mangels Andrang vertreiben sich die vier Männer die Zeit, unterhalten sich „über dies und das“, sagt Drechsler. Der 17-Jährige ist das erste Mal als Wahlhelfer im Einsatz, ebenso der 16-Jährige Napp und der gleichaltrige Wüstefeld. Sie seien über die Jugendfeuerwehr der Ortschaft von der Stadtverwaltung angeschrieben worden, berichtet Napp.

„Jeder ist mal als Wahlhelfer dran“

Ihr Wahlhelfer-Dienst dauere bis 12.30 Uhr, sagt Klaus Förster, der im Gegensatz zu den jungen Feuerwehrleuten vor vielen Jahren schon einmal als Wahlhelfer tätig war und jetzt überraschend wieder eine Einladung dazu erhalten hatte. „Jeder ist mal dran“, meint Förster, „auch wenn wir in zwei Wochen wieder hier sitzen“. Und Drechsler sagt: „Jeder von uns hatte Lust, das zu machen, auch wenn 7.30 Uhr zum Aufbauen für einen Sonntag schon verdammt früh ist“. Die Zeit nach der Frühschicht im Wahllokal und der Auszählung ab 18 Uhr nähmen sie bei den Feuerwehrwettkämpfen in Dransfeld teil, erzählen Drechsler, Napp und Wüstefeld. Von den 118 Wahlberechtigten haben um 12.30 Uhr in Esplingerode 22 Personen das Wahllokal aufgesucht und elf Briefwahl gemacht, berichtet Förster.

Unterdessen haben im Wahllokal 17, einer der beiden neuen Wahlbezirke in Gerblingerode, in der Max-Kolbe-Schule um 11 Uhr 56 von 650 Wahlberechtigten ihr Votum abgegeben, berichten die dortigen Wahlhelfer der Frühschicht. Heinrich Ahrens, Ruth Bernhard, Sina Bunse und Claus Ludwikowski: „Es ist eher schleppend angelaufen.“ Wahrscheinlich kämen die meisten nach dem Gottesdienst, glauben sie aus Erfahrung. Alle vier sind schon mehrfach als Wahlhelfer im Einsatz gewesen. Nach und nach kommen Wahlberechtigte herein. Ludwikowski prüft die Wahlscheine und schickt die Gerblingeröder in Einzelfällen ins andere Klassenzimmer. Dort ist Wahlbezirk 16.

„Man kennt die Kandidaten ja“

Eine der Wählerinnen ist Renate von Sothen. Ihr sei leicht gefallen, ihr Kreuz zu setzen, da sie sich im Vorfeld Vorträge der Kandidaten gehört habe. Außerdem „kennt man die Kandidaten ja“ sagt sie. Kriterien seien für sie sowohl die Themen als auch die Persönlichkeit gewesen. Ganz anders eine andere Wählerin, die am Sonntagvormittag aus der Wahlkabine tritt und ihren Stimmzettel in die Urne steckt. „Mir ist es nicht leicht gefallen“, sagt sie, obwohl auch sie sich bei den Vorträgen der Kandidaten informiert habe.

Die Stimmabgabe zur Bürgermeisterwahl nutzt Ernst-Dieter Holbein zur Plauderei mit den Wahlhelfern. Der 79-Jährige sagt, er sei bisher immer zu Wahl gegangen. Holbein betont: „Es ist unsere Aufgabe, wählen zu gehen.“ Er habe schon im Vorfeld gewusst, wem er seine Stimmen geben werde. Die Persönlichkeit und das Allgemeinwissen des Kandidaten hätten dabei den Ausschlag gegeben.

Neues aus dem Dorf im Wahlbüro erfahren

Ludwikowski, der gefühlt schon seit Jahrzehnten den Dienst als Wahlhelfer wahrnehme, sagt: „Wenn wir alle die Demokratie wollen, dann muss sich auch jemand hier hinsetzen und das machen.“ Außerdem bekomme man im Wahlbüro „alles mit, was es im Dorf Neues gibt“. Dem stimmt auch Ahrens zu. Seit 1958 sei er als Wahlhelfer dabei. Diesmal habe er eigentlich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitmachen wollen, habe dann aber doch noch einmal zugesagt.

Gegen Mittag herrscht im Wahlbezirk 1 ein reges Kommen und Gehen. Den Angaben des Wahlteams aus Marie Stollwerg, Daniela Ludwikowski, Uwe Pohl und Lea Otto haben gegen 11.30 Uhr etwa 200 von 1002 Wahlberechtigten des Wahlbezirks 1 gewählt haben.

Entscheidung anhand der Wahlplakate

Maurice Walther ist Erstwähler, der im historischen Rathaus sein Votum abgegeben hat. Leicht gefallen sei ihm die Entscheidung, wen er nicht wähle, sagt er. Mehr als die Themen habe an seiner Entscheidung die Gestaltung der Wahlplakate gehabt. „Da kann man viel daraus ablesen“, so der 18-Jährige mit Blick auf Farbgestaltung und Layout der Wahlplakate der vier Kandidaten. Außerdem sei ihm die persönliche Einstellung eines Bürgermeisters wichtiger als die Themen.

Mit ganz konkreten Vorstellungen, wo sie ihr Kreuzchen machen wird, betritt Edelgard Schöttler das Wahllokal im Rathaus. „Ich weiß genau wen ich wählen will“, kündigt sie an. Entsprechend schnell kommt sie auch aus der Wahlkabine wieder heraus. „Wir brauchen jemanden als Bürgermeister, der sich vor allem für den Sport und die Kinder einsetzt, sagt sie und denkt dabei an die Schwimmhalle. Wenn es das Hallenbad nicht mehr gäbe, wäre das für die Stadt „ganz schlimm“ und das DLRG gehe kaputt, argumentiert sie. Ihr sei wichtig, dass Duderstadt „einen dynamischen jungen Mann an der Spitze bekommt“. Die Inhalte, aber auch die Persönlichkeit der Kandidaten seien ganz wichtig.

Mehr Briefwähler als 2014

24 Wahllokale plus vier Briefwahlbezirke

Für die Bürgermeisterwahl in Duderstadt am 1. September hat es 24 Wahllokale gegeben. Darüber hinaus vier Briefwahlbezirke. Im Einsatz waren am Sonntag 212 Wahlhelfer. Die Kosten für Direktwahl beziffert die Stadtverwaltung auf rund 15 000 Euro (ermittelt nach Werten vorangegangener Wahlen) – für Versand der Wahlbenachrichtigungsbriefe, Entschädigung von Wahlhelfern und Wahlhelferinnen und Kosten der Datenverarbeitung (KDG). Für eine mögliche Stichwahl entstehen entsprechende Kosten in Höhe von rund 8000 Euro. Briefwahl nutzten rund 2300 Wahlberechtigte (10,3 Prozent der Wahlberechtigten), etwa drei Prozent mehr als bei der Bürgermeisterwahl von 2014.

Mehr zur Wahl

Berichte rund um die Bürgermeisterwahl gibt es auf der Tageblatt-Themenseite.

Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/9499712.

Von Britta Eichner-Ramm

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