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Duderstadt Bundesgesundheitsminister Spahn bei McAirlaid’s in Berlingerode
Die Region Duderstadt Bundesgesundheitsminister Spahn bei McAirlaid’s in Berlingerode
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17:38 11.10.2019
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (2.v.l.) hat bei McAirlaid's in Berlingerode eine neue Produktionsstätte eingeweiht und an einerPodiumsdiskussion teilgenommen (v.l.): Andreas Schmidt, Jens Spahn, Alexander Maksimow und Thaddäus König. Quelle: r
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Berlingerode

„Danke für den freundlichen Empfang und dass wir zu so später Uhrzeit noch eine Produktionsstätte eröffnen können“, sagte Spahn. Den Besuch im Berlingeröder Unternehmen hatte der Bundesgesundheitsminister anlässlich des 20-jährigen Bestehens zugesagt. „Das Unternehmen hat auch einen Fuß daheim in meinem Wahlkreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen“, so Spahn. Aber es sei eben auch ein innovatives Vorzeigeunternehmen. So habe sich die Firma mit Inkontinenzprodukten für Männer unter anderem einem sensiblen Thema angenommen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bei McAirlaid's in Berlingerode eine neue Produktionsstätte eingeweiht und an einerPodiumsdiskussion teilgenommen. Quelle: Rüdiger Franke

Panik ist kein guter Ansatz

Innovationen seien der richtige Weg, um Veränderungen zu schaffen, erklärte Spahn während der Podiumsdiskussion. Der Aspekt fehle ihm in aktuellen Diskussionen wie der um die Klimathematik. „Panik ist kein guter Ansatz für Politik.“ Und Verzicht sei nicht die Lösung für die Probleme. Er habe zum Beispiel in den vergangenen Tagen mit einem Kunststoffhersteller gesprochen, der daran arbeite, Kunststoffe ohne Erdöl herzustellen. „Wir müssen auch nicht auf das Fliegen verzichten“, zeigte er sich zuversichtlich, „sondern werden CO2-frei fliegen. Und wir müssen auch im ländlichen Raum nicht auf das Autofahren verzichten.“ Er bedauere, dass zu den Meinungen zu solchen Themen auf beiden Seiten vielfach Diskussionen nicht mehr möglich seien. „Kompromisse sind ein Wert“, betonte er.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (2.v.r.) hat bei McAirlaid's in Berlingerode eine neue Produktionsstätte eingeweiht und an einerPodiumsdiskussion teilgenommen (v.l.): Alexander Maksimow, Horst Dornieden, Jens Spahn und Thaddäus König. Quelle: Rüdiger Franke

Auch im Gesundheitsbereich forderte Spahn mehr Innovationen und Lösungen durch pfiffige Produkte. Auf die Kritik von McAirlaid’s-Geschäftsführer Alexander Maksimov, dass es in Deutschland schwierig sei, neue Produkte zu etablieren, gab er zu, dass für Hilfsmittel zum Beispiel noch ein klarer Weg ins System gefunden werden müsse, wie es ihn beispielsweise bei Arzneimitteln gebe. Krankenkassen sollen bei Hilfsmitteln nicht nur auf den Preis schauen. „Ich will es schon wirtschaftlich, aber dafür brauchen wir ein gutes Verfahren.“ Es könne nicht sein, dass einer Senioren ein Sechs-Monats-Vorrat an Hygieneartikeln vor die Tür gestellt werde, nur weil es die günstigste Variante sei.

Grundversorgung sichern

Spahn stellte sich auch Fragen aus dem Publikum. Markus Kohlstedde, Geschäftsführer des Duderstädter St.-Martini-Krankenhauses erkundigte sich, ob es Vorhaben gebe, wie die Versorgung im ländlichen Raum gesichert werden könne. Spahn erklärte, dass vor allem die Grundversorgung im ländlichen Raum gesichert werden müsse. Auf der anderen Seite müsse es aber auch Konzentrationen in Spezialbereichen geben. Allerdings müsse eine Spezialisierung auch nicht immer im Zentrum angesiedelt sein. Pflegedienstleiterin Katrin Magerkurth fragte, wie stark Spahn zusichern könne, dass das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz Zukunft habe. Niemand könne versprechen, dass es nie wieder ein Spargesetz geben werde, so Spahn. „Wenn wir nicht wollen, dass wir Spargesetze machen müssen, müssen wir uns in eine solche volkswirtschaftliche Situation bringen, dass wir es nicht brauchen.“

Mit einem Appell für die bevorstehende Wahl in Thüringen forderte der Bundesgesundheitsminister abschließend auf, „im aktuellen Gesamtklima auf nicht die Vereinfacher von links und rechts zu nehmen“. „Helfen Sie mit, indem darüber gesprochen wird. Politik beginnt da, wo zwei Menschen über Themen reden, die nicht privat sind.“

Horst Dornieden überreicht dem Bundesgesundheitsminister eine Eichsfelder Wurst. Quelle: Rüdiger Franke

Vom Start-up zum Global Player

McAirlaid‘s ist 1997 als Start-up im nordrhein-westfälischen Steinfurt gegründet worden. Mittlerweile gilt das Unternehmen als größter Airlaid-Hersteller, der ohne Klebe- und Bindemittel produziert. Mittlerweile ist das Unternehmen längst nicht mehr in Deutschland tätig, wo in Berlingerode, Heilbad Heiligenstadt und Selm produziert wird. Darüber hinaus gibt es eine Produktionsstätte in den USA in Rocky Mount, Virginia. Insgesamt arbeiten mehr als 500 Mitarbeiter im Unternehmen. Gute Ideen haben Wachstumspotential. Die klebe- und bindemittelfreien Airlaids (Vliesstoffe) nehmen in vielfältigen Produkten Form an. Eingesetzt werden sie im Supermarkt, am Arbeitsplatz, im Krankenhaus oder zu Hause. Außer fünf Airlaid-Produktionsmaschinen sind mehr als 100 Weiterverarbeitungsmaschinen im Einsatz. Beliefert werden Kunden in über 70 Ländern.

Von Rüdiger Franke

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