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Duderstadt CDU-Hochburg Eichsfeld stärkt die Union
Die Region Duderstadt CDU-Hochburg Eichsfeld stärkt die Union
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17:15 23.09.2013
Gemischte Gefühle: FW-Wahlparty mit Theo Sommer (Mitte). Quelle: Lüder
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Eichsfeld

Sie erreichte am Sonntag 35,91 Prozent der Zweitstimmen, die SPD 33,12 Prozent. 2009 lag die SPD mit 29,64 Prozent noch knapp vor der CDU mit 28,76 Prozent.

Noch höhere Prozentzahlen als seine Partei erreichte CDU-Kandidat Fritz Güntzler bei den Erststimmen. Das reichte jedoch nicht, um ihm im Gesamtwahlkreis den Sieg zu sichern. Als Direktkandidat zieht der Sozialdemokrat Thomas Oppermann ins Parlament ein. Er sicherte sich 40,4 Prozent der Stimmen. Güntzler, der 38,18 Prozent erzielte, kommt über die Landesliste in den Bundestag.

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Beim Blick auf die Ergebnisse in den Gemeinden fällt in der Stadt Duderstadt das starke Plus für die CDU von mehr als elf Prozent bei den Zweitstimmen auf. Eine absolute Mehrheit von 56 Prozent der Wähler machten diesmal ihr Kreuz bei den Christdemokraten, 2009 waren es noch 44,85 Prozent.

FDP geradezu abgestürzt

Auch die Sozialdemokraten legten in Duderstadt zu, um rund 2,5 Prozent, und holten 24,41 Prozent. Die Erststimmen-Ergebnisse weisen für beide Kandidaten höhere Werte auf. CDU-Mann Güntzler bekam 58,44 Prozent der Stimmen.

Damit holte er in der Brehmestadt mehr als doppelt so viel wie SPD-Kandidat Oppermann (28,47 Prozent), und baute den CDU-Vorsprung bei der Erststimme noch einmal aus. Knapp 30 Prozent lag Güntzler am Sonntagabend vor Oppermann, 2009 war der Unterschied zwischen CDU-Kandidat (54,78 Prozent) und SPD-Kontrahent (26,09 Prozent) etwas geringer.

Die übrigen Parteien spielten in Duderstadt bei dieser Bundestagswahl keine Rolle. Nur die Grünen konnten immerhin 5,31 Prozent der Zweitstimmen und 4,38 Prozent Erststimmen für den Grünen-Spitzenkandidaten Jürgen Trittin holen. Geradezu abgestürzt ist in Duderstadt, wie im Bund, die FDP.

Mehr als das Doppelte

Nur 3,85 Prozent der Wähler machten ihr Kreuz bei den Freidemokraten, 2009 waren es noch 16,97 Prozent. Magere 1,52 Prozent gab es für FDP-Kandidat Lutz Knopek, der 2009 noch 7,17 Prozent in Duderstadt holte.

Nahezu identisch sind die Prozentsäulen der CDU in der Stadt Duderstadt und der Samtgemeinde Gieboldehausen. Wie auch bei der Bundestagswahl 2009 überragen sie die der SPD um mehr als das Doppelte. In der Samtgemeinde Gieboldehausen erzielte die Union neben 58,17 Prozent Erststimmen für Fritz Güntzler 55,65 Prozent der Zweitstimmen – rund acht Prozent mehr als vor vier Jahren.

Die SPD steigerte ihren Zweitstimmenanteil von 25,16 Prozent auf 27,40 Prozent. Während gegenüber der Bundestagswahl 2009 sowohl CDU als auch SPD zugelegten, stürzte die FDP von 14,87 auf 3,65 Prozent der Zweitstimmen ab.

„Großartiges Ergebnis“

Vom Debakel der Liberalen nicht profitieren konnten die anderen kleinen Parteien. Die Freien Wähler gaben ihr Debüt mit 2,96 Prozent der Zweitstimmen in der Samtgemeinde, ihr Gieboldehäuser Bundestagskandidat Theo Sommer konnte 4,24 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen.

Das hat er vor allem den Wählern in seinem Heimatort Gieboldehausen und in der Gemeinde Obernfeld zu verdanken, deren ehemaliger Bürgermeister Dietmar Ehbrecht bei der Landtagswahl für die Freien Wähler angetreten war. In Gieboldehausen holte sich Theo Sommer 8,45 Prozent, in Obernfeld 6,45 Prozent der Erststimmen.

Der einzige Direktkandidat aus dem Eichsfeld freut sich über sein „großartiges Ergebnis“ auf Ortsebene und sieht die Freien Wähler gut aufgestellt für die nächste Kommunalwahl. Enttäuscht ist Sommer über nur 1,33 Prozent Erststimmen im gesamten Wahlkreis, hatte zumindest eine zwei vor dem Komma erwartet.

Deutliche Einbußen bei den Linken

„Wäre die AfD nicht reißerisch mit Eurokrise und Staatsverschuldung als einzigem  Thema angetreten, hätten die Freien Wähler mehr Stimmen bekommen“, kommentiert Sommer das Gesamtergebnis.

Geringer als auf Bundesebene waren die Verluste der Grünen, die in der Samtgemeinde Gieboldehausen lediglich ein gutes halbes Prozent der Zweitstimmen abgeben mussten und damit unter fünf Prozent rutschten. Für Jürgen Trittin stimmten 3,91 Prozent, knapp ein Prozent weniger als vor vier Jahren.

Deutlicher waren die Einbußen bei den Linken, auf die 3,37 Prozent der Zweitstimmen entfielen. Vor vier Jahren waren es noch 5,76 Prozent. Weder die Piraten noch die Alternative für Deutschland (AfD), die erstmals antraten, spielten bei der Wahl in der Samtgemeinde Gieboldehausen eine nennenswerte Rolle. Für die AfD entschieden sich 2,58 Prozent der Wähler, für die Piraten 1,34 Prozent.

Auch in der Samtgemeinde Radolfshausen legten die beiden großen Volksparteien zu – die CDU mehr als die SPD. Die FDP stürzte ab, die Verluste der Grünen hielten sich in Grenzen. Trotz roter Mehrheiten in Ebergötzen, Waake und Landolfshausen konnte dank der schwarzen Eichsfeld-Gemeinden Seeburg und Seulingen die CDU in Radolfshausen ihren Vorsprung ausbauen.

Von Ulrich Lottmann und Kuno Mahnkopf