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Duderstadt CDU verliert im Landkreis Eichsfeld absolute Mehrheit
Die Region Duderstadt CDU verliert im Landkreis Eichsfeld absolute Mehrheit
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21:12 28.05.2019
Werner Henning
Landkreis Eichsfeld

Die CDU erhielt 9,1 Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren, so dass ihr nur 22 Sitze im Kreistag bleiben. Bei insgesamt 46 Sitzen sind die Christdemokraten künftig auf Unterstützung angewiesen. Ein Punkt, den die Vertreter der anderen Parteien begrüßen. „Es ist positiv, dass die absolute Mehrheit der CDU gebrochen ist“, sagte Petra Welitschkin (Die Linke). „Ich denke, wir können gute Arbeit leisten, da der Gesprächsbedarf größer geworden ist“, äußert sich Michael Gassmann (Freie Wähler). „Wir müssen uns mehr miteinander befassen“, so Michael Hoffmeier (Bündnis 90 / Die Grünen). „Die Arbeit wird interessanter. Es wird eine neue Qualität einziehen“, erklärte Herbert Heinrich Funke (SPD).

Die stärkste Oppositionskraft ist die AfD, die mit sechs Sitzen erstmals in den Eichsfelder Kreistag einzieht. Als drittstärkste Fraktion behalten die Freien Wähler (7,8 Prozent) vier Sitze. Jeweils drei stehen den Linken (6,9 Prozent / vorher fünf Sitze) und den Grünen (5,6/2) zu. Je zwei Sitze vergaben die Wähler an die SPD (5,1/4), die Bürgerinitiative aus Heiligenstadt (4,7/-) und die FDP (3,8/1). Jeweils einen bekommen die ÖDP (2,5/1) und die NPD (1,6/2).

Die meisten Stimmen für Werner Henning

Die Wahlbeteiligung lag bei 64,3 Prozent (2014: 57,3). Die meisten Stimmen gaben die Eichsfelder Werner Henning. 24 978 der 54 047 Wähler machten ihr Kreuz beim Landrat. „Mit dem eigenen Ergebnis bin ich sehr zufrieden“, sagte Henning. „In Gänze kann ich natürlich nicht sonderlich glücklich sein.“ Dabei gehe es ihm gar nicht um die einzelnen Zahlen. Aber Politik beschreibe mittlerweile mehr einen gefühlsbetonten Zustand, als Rationalität. Zurzeit spiele sich viel ab zwischen einem „grünen schillernden Lifestyle“ und denen, die das Gefühl haben, nicht mitgekommen zu sein und AfD wählen.

„Man spürt, dass Politik eine Eigendynamik abbildet“, so Henning. Das sei aber nicht Kern seines Geschäfts. Im Landkreis gehe es um pragmatische Arbeit. Das allerdings habe sich im Wahlkampf nur bedingt abgebildet. Trotzdem sehe er positiv in die Zukunft und erwarte, dass der Kreistag ganz pragmatisch zusammenarbeite.

„Viele wählen AfD, weil sie glauben, dass sie protestieren müssen.“

Die zweitmeisten Stimmen vereinte der Thüringer AfD-Landtagsfraktionsvorsitzende Björn Höcke auf sich (12 390). „Ich finde es beängstigend, dass immer mehr Wähler zur AfD tendieren“, erklärte Welitschkin, denn deren praktische Inhalte für Kommunalpolitik habe sie im Wahlkampf nicht erkennen können. Es seien die Enttäuschung und der Frust an der großen Politik, die man auf kommunaler Ebene wiederfinde. „Viele wählen AfD, weil sie glauben, dass sie protestieren müssen.“ Sie wünschte sich, dass sich mehr Bürger politisch engagieren. „Wir haben schließlich 1989 für mehr Demokratie und Mitbestimmung demonstriert.“ Positiv sei immerhin, dass wieder mehr Leute ihr Wahlrecht wahrnahmen.

Es sei „erfreulich, dass Grün zugelegt hat“, sagt Hoffmeier. Die Freude trübe aber extrem, dass so viele AfD und auch NPD gewählt hätten. Auf der anderen Seite sei es schön, dass es bei den demokratischen Parteien bunter werde, „gerade mit Blick auf die Demagogen“.

Mehr Bürgerbeteiligung

„Wir sind ganz zufrieden mit unserem Ergebnis“, sagt Gassmann. Die Freien Wähler hätten zwar etwas verloren, aber das sei auch der größeren Anzahl an Listen geschuldet. „Unser Hauptanliegen ist, dass wir mehr Bürgerbeteiligung kriegen.“ „Wir konnten leider den allgemeinen Trend nicht aufhalten“, bedauert Funke den Fall der Sozialdemokraten, die mit nur noch zwei Sitzen auch ihren Status als Fraktion verlieren, wenn der neue Kreistag, der sich am 12. Juni konstituiert, die Grenze bei drei Sitzen beibehält.

Björn Höcke hat auf die Anfrage bis Redaktionsschluss nicht geantwortet.

Von Rüdiger Franke

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