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Duderstadt Caritas schaltet in den Krisen-Modus
Die Region Duderstadt Caritas schaltet in den Krisen-Modus
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18:30 16.03.2020
Ein Haus der Senioren: das Lorenz-Werthmann-Haus an der Scharrenstraße in Duderstadt. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Der Caritasverband Südniedersachsen hat im Zuge der Corona-Krise einen Großteil seiner Einrichtungen für die Öffentlichkeit geschlossen. „Damit wollen wir helfen, die Ausbreitung des Coronavirus abzuschwächen“, erklärt Caritas-Vorstandssprecher Ralf Regenhardt am Montag.

Während in Bund und Ländern die nächsten Schritte gegen das Virus beraten und beschlossen wurden, verkündete Regenhardt die konkreten Auswirkungen auf die Einrichtungen im Eichsfeld und im übrigen Landkreis. Die 400 hauptamtlichen und 200 ehrenamtlichen Mitarbeiter engagieren sich in der täglichen ambulanten Versorgung und Betreuung von weit mehr als 1000 alten, kranken und pflegebedürftigen Menschen. Außerdem hält der Verband Angebote in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, der Suchtkrankenhilfe, der Migrationsarbeit und Flüchtlingshilfe, der Allgemeinen Sozialberatung sowie der Schuldner- und Insolvenzberatung vor.

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Vorgaben verschärft

Wie schnell derzeit die Maßnahmen den Erfordernissen angepasst werden müssen, zeigt sich bei den Informationen zu den Wohngemeinschaften im Duderstädter Lorenz-Werthmann-Haus. Hier bezogen sich die Caritas-Verantwortlichen in ihrer jüngsten Mitteilung noch auf einen Erlass von vor drei Tagen. Danach galten Besuchsverbote nur für Menschen, die als Verdachtsfälle bekannt, aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind oder Kontakt zu einer infizierten Person hatten.

Mittlerweile aber wurden die Schutzmaßnahmen für Alten-, Pflege- oder Wohnheime sowie Krankenhäuser bundesweit verschärft. Alle privaten Besuche sind verboten – ausgenommen nur noch werdende Väter auf Entbindungsstationen und Besuche im Palliativbereich. Da ältere Menschen besonders gefährdet seien, würden alle Pflegekräfte sensibilisiert, erklärt Regenhard. Und er ergänzt: „Verantwortliches Handeln umfasst weiterhin menschliche Nähe, die gute Pflege ausmacht.“

Ein Krisenstab des Verbands berate täglich die aktuelle Lage und entscheide über erforderliche Maßnahmen, so Regenhard weiter. „Hierzu stehen wir im engen Austausch mit den Verantwortlichen in Stadt und Landkreis sowie den zuständigen Behörden.“ Alle Mitarbeitenden würden sich nach Kräften dafür einsetzen, die Einrichtungen und Dienste aufrechtzuerhalten. Verbandsweit würden die Hygieneregeln immer mit extremer Sorgfalt beachtet und alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, um Patienten, Bewohner und Mitarbeiter zu schützen.

Weitere Maßnahmen des Caritasverbands

Die Seniorenbegegnungsstätte im Lorenz-Werthmann-Haus in Duderstadt stellt ihre Angebote ein. Die ebenfalls dort ansässige Seniorenberatung bleibt erreichbar unter Telefon: 0 55 27 / 9 96 86 11.

Alle Carena-Gruppen fallen im Verbandsgebiet aus. Der Fairkauf-Laden mit Second-Hand-Artikeln in Duderstadt bleibt geschlossen, Spendenannahmen sind nicht möglich.

Die sozialen Beratungsdienste in Duderstadt, Göttingen und Herzberg bleiben telefonisch erreichbar. Eine persönliche Beratung ist nur nach vorheriger Absprache möglich. Die zentralen Telefonnummern der Beratungsdienste lauten für Duderstadt: 0 55 27 / 98 13 60, Göttingen: 05 51 / 99 95 90 und Herzberg: 0 55 21 / 7 14 61.

Darüber hinaus gelten weitere Einschränkungen und verschärfte Hygieneregeln in allen Einrichtungen und Diensten. Telefonische Auskunft über etwaige Veränderungen des Angebots oder der Erreichbarkeit wird unter der zentralen Rufnummer: 0 55 27 / 98 13 11 erteilt.

Über alle aktuell geltenden Einschränkungen sowie getroffenen Maßnahmen informiert der Caritasverband Südniedersachsen e.V. auf seiner Internetseite: www.caritas-suedniedersachsen.de

Rotes Kreuz und Hospizdienst Leine-Solling

Das Rote Kreuz Duderstadt sagt bis auf Weiteres alle Veranstaltungen der Seniorenarbeit, der Erste-Hilfe-Ausbildung und der Bereitschaftsarbeit ab. Man wolle das DRK als Hilfsorganisation leistungsfähig halten und seine Helfer im Kreisverband schützen, um die Versorgung vor Ort und im Landkreis sicherstellen können. Bei Fragen ist die Geschäftsstelle unter Telefon 05527/3150 oder per Mail an info@drk-duderstadt.de erreichbar.

Auch der Ambulante Hospizdienst Leine-Solling sagt bis mindestens zum 20. April alle Gruppen und Treffen ab. Das Büro bleibt weiterhin per Mail unter Ambulanter-Hospizdienst@Leine-Solling.de oder telefonisch unter 05551-915833 erreichbar. Notwendige direkte Kontakte sollten bitten wir vorab telefonisch zu vereinbaren werden. Einzelgespräche und Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen werden weiterhin angeboten.

Von Markus Scharf