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Duderstadt Caritas will pflegende Angehörige entlasten
Die Region Duderstadt Caritas will pflegende Angehörige entlasten
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20:33 21.11.2010
Noch Baustelle: Gerd Hegerkamp, Bertil Holst und Manuela Kunze (von links) in den künftigen Räumen für die Tagespflege.
Noch Baustelle: Gerd Hegerkamp, Bertil Holst und Manuela Kunze (von links) in den künftigen Räumen für die Tagespflege. Quelle: Pförtner
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15 Plätze will die Caritas ab dem 3. Januar anbieten, als Entlastung für pflegende Angehörige und als Chance für Senioren, möglichst lange selbstbestimmt zu Hause wohnen zu bleiben.
Das Angebot ist einmalig im Altkreis, und rar in der weiteren Umgebung. 200 000 Euro investiert der Caritasverband in den Umbau. Bis zu fünf neue Stellen werden geschaffen, zehn bis 15 Mitarbeiter eingestellt. Das komplette Erdgeschoss des Hauptgebäudes im Caritaszentrum ist eine Baustelle. Für das neue Angebot hat die Sozialstation Platz gemacht. Sie wurde auf die übrigen Gebäude am Schützenring verteilt. „Wir sind etwas zusammengerückt“, sagt Caritas-Vorstand Bertil Holst.

Er macht klar: Eine Tagespflege einzurichten sei schon seit zehn Jahren ein Anliegen der Caritas gewesen. Doch erst die Reform der Pflegeversicherung habe das Angebot auch umsetzbar gemacht. „So etwas ist für die Betroffenen jetzt finanzierbar“, bringt es Manuela Kunze auf den Punkt. Sie ist die designierte Leiterin der Tagespflege. Die Caritas werde Angehörige in Finanzierungsfragen beraten und unterstützen, verspricht sie. Eine erste Informationsveranstaltung gibt es am kommenden Donnerstag.

Dort wird erklärt: Von montags bis freitags, jeweils von 8 bis 16.30 Uhr, können bis zu 15 Senioren in der Tagespflege betreut werden. Abholung, gemeinsame Mahlzeiten, Beschäftigungsangebote, gemeinsame Feiern, Transport nach Hause werden zum Angebot gehören. Man wolle viel ausprobieren, auf die Wünsche der Tagespflegegäste eingehen, so Kunze. Dafür würden die Voraussetzungen geschaffen. Personell werde die Tagespflege der Caritas in der Lage sein, eine Rundumversorgung zu gewährleisten, erläutert die künftige Tagespflege-Leiterin. Zum Team würden examinierte Krankenschwestern, Altenpfleger, Alltags- und Demenzbegleiter sowie hauswirtschaftliche Kräfte gehören. Die Ausstattung der Räume werde es ermöglichen, auf viele verschiedene Ansprüche und Wünsche einzugehen, ergänzt Holst.

Noch haben die Handwerker das Sagen, wo künftig die Tagespflege untergebracht ist. „Dort hinten kommen die Ruheräume hin“, zeigt Kunze auf bislang kahle Zimmer. Nackte Wände und von der Decke hängende Kabel lassen nur ahnen, wie es hier später aussehen soll. Behindertengerechte Badezimmer, eine voll ausgestattete Küche, Aufenthaltsräume und Bürofläche entstehen im Hauptgebäude der Caritas. „Im Garten könnte man ein Hochbeet errichten“, zeigt Kunze in den Park des Caritaszentrums. Der sei weitläufig und gleichzeitig zur Straße hin angeschlossen, ergänzt Holst.

Mit der Tagespflege habe man auf vorhandenen Bedarf reagiert, erläutert Gerd Hegerkamp, Sozialstationsleiter bei der Caritas. „Pflegende Angehörige haben einen Fulltimejob. Wir bieten ihnen Entlastung“, führt er aus. Daneben wolle die Caritas zwei weitere Ziele mit der Tagespflege erreichen: Die Heimunterbringung zu vermeiden, wenn sie nicht gewünscht sei. „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, fasst Hegerkamp das in ein Bild. Und: Es gehe um eine sinnvolle, fördernde Beschäftigung der Senioren. „Selbstbestimmte Teilhabe am Leben gehört zur Würde des Menschen“, fasst es Holst zusammen.

Vorgestellt wird die Caritas-Tagespflege erstmals am 25. November, 18 Uhr, im Lorenz-Werthmann-Haus, Scharrenstraße 9/11. Erste Anmeldungen sind möglich.

Von Ulrich Lottmann