Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Zwei Stunden Vollgas mit den Songdogs
Die Region Duderstadt Zwei Stunden Vollgas mit den Songdogs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:07 30.10.2019
Volle Kraft voraus: Carl Carlton (links) und Bassist Wyzard lassen ihre Songs rollen. Quelle: Niklas Richter
Anzeige
Duderstadt

Er wurde nicht müde zu betonen, Duderstadt sei für ihn Zuhause und Familie. Eine Aussage, die man Carl Carlton fast überall abnehmen würde – der in Ostfriesland geborene Rockmusiker ist seit Jahrzehnten erklärter Kosmopolit. Deswegen fühlten sich Karl Walter Ahlerich Buskohl, wie Carlton eigentlich heißt, und seine alte Rockkapelle The Songdogs auch im Ballhaus Zum fidelen Anreischken augenscheinlich pudelwohl und lieferten über mehr als zwei Stunden ein Konzert ab, das ihrem Publikum nur selten Atempausen ließ.

Carl Carlton & The Songdogs verstehen es, nicht nur zu rocken, sondern auch zu rollen – eine Fähigkeit, die nicht viele Bands für sich beanspruchen können. Den Beweis traten sie am Dienstagabend vom Opener „God’s Gift To Man“ bis zum Schlusssong „Florence“ an. Im Mittelpunkt stand natürlich Sänger und Gitarrist Carlton mit seinen teilweise minutenlangen Soli. Der 64-Jährige dominierte die Bühne, annähernd zwei Meter groß und optisch changierend irgendwo zwischen Bob Dylan und Otto Waalkes, dem er auch stimmlich erstaunlich nah kommt, wenn er nicht gerade singt.

Abgesehen von den Balladen „Moonlight In New York“ und „Star Crossed Lover“ sowie dem naturgemäß entspannten Reggae „Love, Understanding And Respect“ improvisierten sich die Songdogs durch eine Setlist voller energiegeladener Rocksongs. Selbst langsame Stücke wie das nachdenkliche „Can You Tell Me“ oder „He Gave The Names“ (Carlton: „Jetzt nimmt er wieder die Akustikklampfe, jetzt wird’s wieder ernst“) wurden spätestens mit dem ersten Gitarrensolo zu druckvollen Beweisen der Chemie zwischen den Musikern.

Songs aus dem ostfriesischen Nähkästchen

Die Band stand Carlton in nichts nach: Moses Mo (Gitarre), Wyzard (Bass), Bertram Engel (Schlagzeug) und Pascal Kravetz (Keyboard) bewiesen über 17 Songs, warum es eine gute Idee war, sich 20 Jahre nach ihrem ersten Album wieder zusammenzutun. Gemeinsam legten sie einen dichten Klangteppich aus, der außerdem jedem Bandmitglied Gelegenheit zu ausgedehnten Alleingängen gab. Während Carlton nach jedem Song die Gitarre wechselte, blieben seine Mitstreiter den gesamten Abend bei ihren Instrumenten.

Zwischen den Songs plauderte Carlton munter aus dem Nähkästchen – beständig zwischen deutsch, englisch und manchmal plattdeutsch driftend: Von Geschichten, die ihm ein alter Mann in einem Londoner Pub anvertraut habe („Weil Ostfriesen so vertrauenswürdig sind“), vom Mile High Club („Man fliegt, lernt jemanden kennen, geht auf’s Klo und spielt Schach“) und von Boris Johnson. Wiederholt nutzte Carlton die Zeit zwischen den Songs für politische Statements und rief zu Toleranz und Offenheit auf.

Einige Plätze im Saal blieben leer – doch daran störte sich die Band nicht. Das anfangs mehrheitlich zurückhaltende Publikum zogen die Songdogs spätestens in der zweiten Konzerthälfte auf ihre Seite und aus den Sitzen, als sie mit „Keep On Swinging“ das Finale Furioso starteten. Mancher Fan tanzte während der letzten Songs vor der Bühne, als würde niemand zuschauen. Zur Zugabe war der Raum vor der Bühne dann endlich voll besetzt.

Ein Abend voller ausufernder Jamsessions

Besonderer Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Max Buskohl. Carltons Sohn sang mit seinem Vater die Cover „For What It’s Worth“ (Buffalo Springfield) und „Refugee“ (Tom Petty). Nicht nur diese Songs gerieten am meisten ins Rollen, als die Musiker sich ganz der Musik hingaben und Solo an Solo reihten. „Coming Home“ und die Zugabe „Revolution Avenue“ gerieten so zu ausufernden Jamsessions, die die Songdogs auf weit über zehn Minuten ausdehnten.

Zum Abschluss des Konzerts machte Carlton dem Publikum Hoffnung auf ein schnelles Wiedersehen. Im neuen Jahr würden die Songdogs wohl wieder auf Tour gehen, sicherlich mit Station in Südniedersachsen: „Ich habe immer daran geglaubt: Am Ende des Tunnels findet man... Duderstadt.“

The Jenglers eröffnen für Carl Carlton & The Songdogs

Für Carl Carlton & The Songdogs eröffneten die Jenglers den Abend. Zur Einstimmung auf den Auftritt der Songdogs betraten die Lokalgrößen pünktlich um 19.30 die Bühne – gekleidet in die Banduniform: Schwarze Jacketts und graue Rollkragenpullover. Das Quartett „aus der südniedersächsischen Provinz“ durfte zwar nur für 30 Minuten auf die Bühne. Doch André Busse, Peter Moneke (beide Gitarre und Gesang), Dennis Busse (Bass) und Christopher Czech (Schlagzeug) bewiesen bei ihrem Heimspiel auch in dieser kurzen Zeit, dass sie ihren „Jengle Pop“ beherrschen. Die beiden Frontmänner wechselten sich mit den Gesangsparts ab. Ihr Set spielten die Jenglers routiniert und sicher. Den Auftritt genossen sie sichtlich – sicherlich auch wegen ihrer Fans im Publikum, die sie lautstark anfeuerten. Das Konzert der Songsdogs verfolgten die Jenglers anschließend vom Saal aus.

Website der Jenglers: https://www.thejenglers.com/

Die Setlist von Carl Carlton & The Songdogs in Duderstadt:

  • God’s Gift To Man
  • Days Of Magic
  • Lifelong Guarantee
  • Can You Tell Me
  • For What It’s Worth (mit Max Buskohl; Buffalo Springfield Cover)
  • Refugee (mit Max Buskohl; Tom Petty Cover)
  • He Gave The Names
  • Flowers On The Wall
  • My Oh My
  • Love, Understanding And Respect
  • Moonlight In New York
  • Star Crossed Lover
  • Keep On Swinging
  • Spoke On The Wheel
  • Coming Home
  • Revolution Avenue
  • Florence
Carl Carlton & The Songdogs traten am Dienstag, 29. Oktober, in Duderstadt auf.

Von Tammo Kohlwes

Duderstadt 1. Sozialraumkonferenz in Duderstadt Für Kinder- und Familienarmut sensibilisieren

Es soll um mehr als nur materielle Armut gehen. Bei der ersten Sozialraumkonferenz für den Bereich Duderstadt / Eichsfeld am 7. November in Duderstadt steht das Thema Kinder- und Familienarmut im Mittelpunkt.

29.10.2019

Duderstadts neuer Bürgermeister Thorsten Feike startet seine Amtszeit mit Gesprächen mit Bürgern. „Ich will transparent arbeiten“, sagt er vor den Begegnungen mit den Duderstädtern.

29.10.2019

Drei Stelen zieren den Kreisel zwischen Industriestraße, Max-Näder-Straße und Am Euzenberg in Duderstadt. Sie stehen für die Verbundenheit zweier Partnerstädte. Der Combs-la-Ville-Kreisel ist eingeweiht worden.

29.10.2019