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Duderstadt Christen sollen Gesellschaft Spiegel vorhalten
Die Region Duderstadt Christen sollen Gesellschaft Spiegel vorhalten
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21:48 12.07.2009
Höherberg: Wallfahrt zur Kapelle der Heiligen 14 Nothelfer.
Höherberg: Wallfahrt zur Kapelle der Heiligen 14 Nothelfer. Quelle: Andreas Tietzek
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Höherberg. Ihm sei ganz schon mulmig gewesen, bekannte freimütig der Gieboldehäuser Pfarrer Matthias Kaminski, Hausherr auf dem Höherberg. Am Vorabend vor der Großen Wallfahrt sei es plötzlich „zappenduster“ geworden. Es habe gehagelt. Große Pfützen hätten sich gebildet. „Es sah so aus, als ob wir unsere Wallfahrt im kleinen Kreis in der Kapelle feiern müssten“, berichtete Kaminski.

Doch am Sonntagmorgen blieb es trocken. Auf dem Platz vor dem Freialtar drängten sich doch Tausende. Neben Klappstuhl und Gesangbuch hatten sie diesmal noch einen Regenschirm mitgebracht. „Wir Duderstädter sind am schlechten Wetter schuld“, bekannte Propst Wolfgang Damm. Zu Schüttenhof schütte es immer.

Der Domkapitular predigte während des Wallfahrtsamts – seiner Erinnerung nach zum zweiten Mal in 22 Jahren Dienstzeit in Duderstadt. Sein Thema: der Spiegel. Christen müssten täglich den Blick in den Spiegel wagen, so Damm. Wandelten sie noch auf dem Wege Gottes? Verehrten sie den einen Gott? Behandelten sie andere Menschen als Ebenbilder Gottes? Der Propst mahnte die Gläubigen, nicht auf die „brüderliche Zurechtweisung“ durch andere Christen zu warten.

Gläubige, erklärte Damm, sollten aber auch der Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Es sei die Aufgabe eines Jüngers Jesu Missstände zu kritisieren. So gehe es zum Beispiel nicht an, wenn mit rechten Parolen gegen Ausländer gehetzt werde, wenn Kinder brutal aufeinander losgingen, wenn das Fernsehprogramm „unter jedem Niveau“ sei. In solchen Fällen müssten Christen ihre Stimme erheben und einschreiten. Damit mache sich der Gläubige oft keine Freunde. Ihm drohten sogar Anfeindung und Verfolgung. Das hätte Jesus, das hätten die 14 Nothelfer erlebt. Ihrem Vorbild gelte es zu nachzueifern, stellte der Propst klar.

Von Michael Caspar

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