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Duderstadt Christian Bluemelhuber referiert bei Duderstädter Zukunftskonferenz
Die Region Duderstadt Christian Bluemelhuber referiert bei Duderstädter Zukunftskonferenz
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18:49 26.06.2015
Von Nadine Eckermann
Christian Bluemelhuber
Christian Bluemelhuber Quelle: Richter
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Duderstadt

Der Professor für strategische Kommunikationsplanung machte den rund 70 Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Kultur und Gesellschaft Mut, sich der Herausforderung zu stellen, Duderstadt „noch geiler zu machen, als es schon ist“.

Die Voraussetzungen für die Reise in die Zukunft seien an jedem Ort der Welt zunächst die selben, erklärte Bluemelhuber. Die Welt funktioniere in Dreiklängen, die jeweils ein Gesamtbild ergäben. Vater, Sohn und Heiliger Geist, Earth, Wind and Fire, Nepper, Schlepper Bauernfänger oder die drei Engel für Charlie. „Die Dreifaltigkeit gibt es in allen Bereichen der Welt.“ Sage auch einer der großen Philosophen dieser Welt: Michael Schanze mit „1, 2 oder 3“: Drei Optionstürchen öffneten sich, es liege dann am Akteur, sich zu entscheiden.

Teil von Entscheidungen von heute seien immer die Erfahrungen von gestern und die Entwicklungen von morgen. Dabei gebe das Bekannte Sicherheit, das Unbekannte sorge für Verwirrung und Verunsicherung. „Die Welt in der wir leben, ist die Welt in der wir uns wohlfühlen, weil wir sie verstehen.“ Die Welt der Zukunft sei die Welt des Risikos. Sich der Herausforderung aber nicht zu stellen, sei fahrlässig. „Wir haben immer mehr Zukunft vor uns“, erklärte Bluemelhuber, denn rein statistisch sei die Lebenserwartung gestiegen und das Fenster der Gegenwart durch die Schnelllebigkeit der Zeit verkleinert.  Die wahrscheinliche, die überraschende und die erwünschte Zukunft könnten dabei durchaus differieren.

Um erfolgreich zu sein, sollten sich Menschen an drei Tieren orientieren, am Chamäleon, am Pfau und am Birkenspanner. Die Anpassungsfähigkeit des Chamäleons ermögliche das leichtere „Mitgehen“ mit Neuerungen. Der Pfau stehe für die Attraktivität, die so groß sein müsse, dass sich andere daran orientierten. Der Birkenspanner, der in Schwarz an einem Eichsfelder Baum schlechte Karten habe, könne an einer rußgeschwärzten Birke beste Karten haben. Dazu gehöre eben eine Portion Glück.

Die Generationen seien heute unterschiedlich geprägt. Die Älteren von PC, DVD und Smartphone, bei den Jüngeren kämen iPad, Wii und Sky dazu. Die ganz Jungen hätten Social Media und damit die digitale Welt zur Kultur erhoben. Daran gelte es sich zu orientieren, wenn Zukunft gestaltet werde. Menschen, die sonst nie zusammenkämen, kommunizierten ganz natürlich „auf einer Art Englisch“. Darauf einzugehen, dass durch das Digitale Konsumenten zugleich Akteure seien, erfordere eine Neu-Organisation. „Die Agilität wird wichtiger“, erklärte Bluemelhuber. Markentreue müsse neu verstanden werden, nämlich in Kombination mit Service. Was ein Anbieter nicht leisten könne, müsse im Verbund mit anderen gelöst werden, über die Konkurrenzgrenzen hinweg.

Sich darauf einzulassen, brauche Energie, Kreativität und Mut, einfach Dinge auszuprobieren. Habe eine Idee Erfolg, könne sie beibehalten werden, scheitere sie, könne sie verworfen werden. Management und Führung dürften nicht mehr von oben aufdiktiert werden, sondern müssten aus der eigenen Mitte kommen, als Unterstützung aus den eigenen Reihen. „Ein Stück Anarchie“ gehöre dazu, sagte Bluemelhuber: „Wir brauchen Menschen, die ein After Eight vor 8 Uhr essen.“

©Thiele