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Duderstadt Corona in Duderstadt: Parkscheibe statt Parkschein
Die Region Duderstadt Corona in Duderstadt: Parkscheibe statt Parkschein
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20:00 23.03.2020
Seit die meisten Geschäfte geschlossen haben, herrscht kaum noch Betrieb in der Fußgängerzone in Duderstadt. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Auch die Lage in Duderstadt verschärft sich. Zwei Bürger wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Mehrere Kontaktpersonen befinden sich laut Bürgermeister Thorsten Feike (FDP) außerdem in häuslicher Quarantäne. Die Entwicklung der vergangenen Tage zeige auch im Bereich der Stadt Duderstadt die kontinuierliche Ausbreitung der Infektion.

Die Stadtverwaltung reagiere regelmäßig auf die aktuelle Lage und Maßnahmen ergreife, um in dieser Krisensituation gut aufgestellt zu sein, so Feike. Wichtig sei dabei auch eine regelmäßige aktuelle Information der Bevölkerung.

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Nur Lebensmittel auf dem Markt

Der Wochenmarkt wird laut Verwaltung weiterhin mittwochs und sonnabends auf der Nordseite der St.-Servatius-Kirche durchgeführt. Allerdings dürften lediglich Lebensmittel angeboten werden. Zudem müsse die räumliche Anordnung verändert werden. Die Distanz zwischen den Ständen und den Besuchern müsse garantiert werden. Die „Wohlfühlatmosphäre“ werde darunter leiden, vorrangig sei allerdings die regelmäßige Versorgung der Bürger mit frischen Lebensmitteln aus der Region.

Der ruhende Verkehr werde weiterhin überprüft, teilt die Verwaltung mit. Allerdings müssten bis auf Weiteres keine Parkscheine mehr gelöst werden. Ein Infektionsrisiko an den Automaten soll dadurch ausgeschlossen werden. Allerdings müssen Fahrer eine Parkscheibe in ihrem Auto sichtbar auslegen. Die Höchstparkdauer beträgt eine Stunde. Das Anwohnerparken gelte auch weiterhin uneingeschränkt.

Marktstraße bleibt für Durchgangsverkehr geschlossen

Feike betont allerdings, dass der Anfrage von Gewerbetreibenden, die Marktstraße für den Durchgangsverkehr zu öffnen, nicht entsprochen werden können. Die Satzung der Stadt Duderstadt über die Sondernutzung mit Fahrzeugen in der Fußgängerzone gilt weiterhin.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung würden ab sofort das Einhalten der bereits erlassenen Allgemeinverfügungen eingesetzt, so Feike. Dazu zählten unter anderem das Kontrollieren der Schließung von Gaststätten, Hotels, Läden und Lokalen, die nicht der Grundversorgung dienen, sowie das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregelungen in den noch geöffneten Geschäften. Die Mitarbeiter seien mit den entsprechenden Kompetenzen ausgestattet, ihren Anweisungen sei zu folgen. Bei Verstößen könnten Bußgelder bis zu 25000 Euro verhängt werden. Auch beim Durchsetzen des Versammlungsverbotes und der Kontrolle der Einschränkungen der sozialen Kontakte unterstützt die Stadtverwaltung ab sofort die Polizei.

Appell des Bürgermeisters

Bürgermeister Feike hofft auch weiterhin auf das Einhalten der Regelungen zum Wohle aller. Sein Appell: „Bleiben Sie zu Hause, reduzieren Sie die sozialen Kontakte auf ein Minimum und helfen Sie mit, die Ausbreitung der Infektion zu verlangsamen und Infektionsketten zu unterbrechen.

Die Stadtverwaltung Duderstadt ist über die zentrale Rufnummer 05527/8410 zu den bisherigen Öffnungszeiten zu erreichen. Fragen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie beantwortet das Bürgertelefon von Stadt und Landkreis Göttingen, das täglich unter der Telefonnummer 0551/7075100 von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr besetzt ist – auch an den Wochenenden.

Weiterhin werden auf der Homepage der Stadt Duderstadt (www.duderstadt.de) im Liveticker die neusten Meldungen eingestellt.

Zwei Krisenstäbe

Der interne Krisenstab der Stadt Duderstadt hat sich bereits am 27. Februar formiert und trifft sich seitdem mehrmals wöchentlich. Der Stab besteht aus den zuständigen Fachbereichs- und Fachdienstleitern der Verwaltung. Auch der Bürgermeister zählt zu diesem Kreis. Bei den Treffen werden aktuelle Informationen des Landes Niedersachsen und des Landkreises Göttingen eruiert und daraus entsprechende Handlungen abgeleitet. Beim jüngsten Treffen am 22. März sei es darum gegangen, die neuen Allgemeinverfügungen schnellstmöglich umzusetzen und die Einhaltung der Regelungen zu kontrollieren, so die Verwaltung.

Die Ordnungs- und Sicherheitsbehörden im Bereich der Stadt Duderstadt haben sich am vergangenen Freitag zu einem Stab zusammengeschlossen, der ab sofort im regelmäßigen Austausch ist. Zu den Mitgliedern des Stabs zählen das Polizeikommissariat Duderstadt, die örtliche Feuerwehr, das Krankenhaus St. Martini, der DRK-Ortsverband Duderstadt, ein Vertreter der Kassenärzte und die Stadtverwaltung. Der Zusammenschluss dient laut Verwaltung der gegenseitigen Information und der Abstimmung.

Von Peter Krüger-Lenz