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Duderstadt DDR-Wachturm soll Besucherattraktion werden
Die Region Duderstadt DDR-Wachturm soll Besucherattraktion werden
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20:41 23.03.2012
Ab sofort zu besichtigen: Wieder hergestellter Wachturm der DDR-Grenztruppen auf dem Pferdeberg.
Ab sofort zu besichtigen: Wieder hergestellter Wachturm der DDR-Grenztruppen auf dem Pferdeberg. Quelle: Thiele
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Eichsfeld

Der Turm samt der dazugehörenden weiteren Grenzanlagen (Metallgitterzaun, Erdbunker und andere) ist Teil des im vergangenen Jahr realisierten neuen Museumskonzeptes. Wie Paul Schneegans als Geschäftsführer des Museums- Trägervereins berichtet, war eine komplette bautechnische Sanierung des Wachturmgebäudes erforderlich, da sich im Laufe der Jahre seit der Wende statische Probleme ergeben hatten.

Nachdem die erfolgt war, gingen die Museumsplaner daran, die Ausstattung des Turmes so originalgetreu wie möglich zu gestalten. So wurde mit Hilfe der Funkergruppe Teistungen und einiger engagierter Sammler eine komplette Funkausrüstung in der Turm-Kanzel installiert – die der ehemaligen Anlage exakt entspricht. Ebenso erhielt das Dach der Kanzel wieder einen großen, drehbaren Suchscheinwerfer, der mit einem zweiten Scheinwerfer auf dem Dach des Grenzturms im Tal (Hierbeckesche Mühle) eine Such- und Ausleuchtungseinheit für den Grenzstreifen darstellt.

Einzigartiges Panorama

Im Turm wurde im unteren Bereich der Akku-Raum neu eingerichtet, ebenso ein Ruheraum für die Turmbesatzung. Über steile Metalltreppen (deshalb nur von geführten, kleinen Gruppen zu benutzen) geht es hoch bis in die Kanzel, von wo aus sich ein einzigartiges Panorama der Grenzanlagen eröffnet. Außerdem, so erläutert Schneegans, gelang es, das alte originale Stromkabel von der Grenzstation im Tal bis hoch zum Turm wieder zu finden und zwar mit Hilfe der Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe, die Kabelsucher-Trupps einsetzte. Das Kabel wurde reaktiviert und so kann jetzt zu Demonstrationszwecken der gesamte Grenzverlauf auf dem Pferdeberg – wie zu DDR-Zeiten – ausgeleuchtet werden.

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld ist um eine Attraktion reicher: Ab sofort können kleine, geführte Gruppen den ehemaligen Wachturm der DDR-Grenztruppen auf dem Pferdeberg zwischen Gerblingerode und Teistungen besteigen und besichtigen. Von der Kanzel aus hat man einen Panoramablick auf die ehemalige Grenzanlage.

Im Rahmen der Renovierungsarbeiten galt es auch einige Dachsanierungen der Grenzgebäude vorzunehmen (inklusive Wärmedämmung und Blitzschutz), ebenso wurde der Rundweg im Außenbereich von 18 auf 24 Stationen erweitert. Er wuchs damit von bisher 4,5 auf sechs Kilometer Länge und umfasst nunmehr auch das ehemalige westdeutsche Grenzgebäude (heute DLRG-Zentrum), das Buswartehäuschen  mit dem Eichsfeldpanorama, den Grenzparkplatz am Gasthaus Hahletal und die Reste des ehemaligen Klosters Teistungenburg. Auf dieser Anlage unterhielt die Staatsicherheit der DDR ein Grenzüberwachungsgebäude.

Kosten von und 200 000 Euro

Die Kosten der Renovierung im Außenbereich des Museums beliefen sich nach Auskunft von Schneegans auf rund 200 000 Euro, die im wesentlichen aus Bundesmitteln zur Verfügung gestellt wurden, als Nachtrag zur Museumserweiterung und Neukonzeption.  Die offizielle Einweihung der neuen Außenanlagen ist für ein Datum rund um den 17. Juni geplant. Der exakte Termin wird noch mit den Beteiligten abgestimmt.

Wer die neuen Außenanlagen des Grenzlandmuseums Eichsfeld kennenlernen möchte und auch eine Besichtigung des Wachturmes plant, kann sich beim Grenzlandmuseum anmelden unter Telefon 036071/97112.

Von Sebastian Rübbert