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Duderstadt Rekord: Der Marderhund ist im Eichsfeld angekommen
Die Region Duderstadt Rekord: Der Marderhund ist im Eichsfeld angekommen
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16:00 01.04.2019
Der Marderhund ist im Eichsfeld abgekommen. Quelle: Straubel
Duderstadt/Göttingen

Der Marderhund erobert das Eichsfeld. Bislang waren es eher Einzelfälle, die der Jägerschaft Duderstadt vor die Flinte kamen. Jetzt hat sich die Zahl verfünffacht. Wie Guido Schwarze, stellvertretender Kreisjägermeister, bekannt gab, waren es im Jagdjahr 2018/19 im Bereich der Jägerschaft Duderstadt 21 Exemplare. Ein Rekord.

Schwarze gab während der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft in Westerode die aktuelle Strecke bekannt. Strecke, das ist das Verzeichnis der von den Jägern erlegten oder beispielsweise an der Straße tot aufgefunden Tiere. Demnach waren es im Jagdjahr zuvor vier und in dem 2016/2017 sechs Marderhunde, die dort registriert wurden. Die Strecke der Jäger gilt immer auch ein Spiegel der Population der Tiere, denn sie werden anders nicht gezählt. „Der Marderhund ist angekommen“, so Schwarze.

Die Expansion dauert an

Der Marderhund ist eigentlich nicht in Mitteleuropa heimisch, er stammt aus Ostasien. Der Deutsche Jagdverband (DJV) stellt seit Jahren einen Vormarsch der räuberischen Allesfresser fest, ähnlich wie bereits beim Waschbären. Auch diese Spezies wurde laut DJV als Pelztier bis 1945 im europäischen Teil der ehemaligen Sowjetunion angesiedelt, am erfolgreichsten in der Ukraine. Insgesamt wurden 9100 Tiere in die freie Wildbahn entlassen. Das war der Anfang der Ausbreitung. Die Verbreitung in Niedersachsen habe inzwischen „eine rasante Geschwindigkeit” aufgenommen. Seit 2004 habe er von Osten her das Bundesland erobert. Die Zahl sei massiv in den Revieren gestiegen. Marderhunde haben kaum natürliche Feinde. Laut DJV können Marderhunde überall überleben, wo nicht dauerhaft Schnee liegt und es im Durchschnitt nicht kälter als ein Grad ist. „Die Expansion des Marderhundes dauert immer noch an”, so der Jagdverband.

Famile der Hundeartigen

Die etwa fuchsgroßen Pelztiere haben dichtes braunes Fell und eine Maske, ähnlich die des Waschbären. Sie werden fünf bis acht Kilo schwer und zählen zur Familie der Hundeartigen. Marderhunde fressen Vögel, Amphibien, Insekten und Pflanzen. Das Tier hält Winterruhe, ähnlich wie der Dachs. Ende März/Anfang April werfen Marderhunde sieben bis neun wollig behaarte Welpen. Der Jagdverband beschreibt sie als „sehr heimlich lebende Tiere”, man sieht sie also selten. Der Marderhund, so der DJV weiter, gehört neben Waschbär und Mink zu den Arten, die nach der Empfehlung der Berner Konvention von 1999 streng kontrolliert werden sollten, weil sie die biologische Vielfalt gefährden.

Zahlen weitgehend stabil

Auch der Waschbär ist im Eichfeld verbreitet, im Jagdjahr 2018 finden sich aber weniger im Streckenbericht als im Vorjahr - nämlich 436 statt 491. Auch die Zahl der erlegten Wildschweine in der Jägerschaft Duderstadt ist nach dem Rekordjahr 2017/18 leicht zurückgegangen, berichtete Schwarze: 372 Schwarzkittel wurden von den Waidleuten erlegt, zuvor waren 518. Auch beim Rehwild liegt die Zahl leicht unter der des vorherigen Jagdjahres. Im aktuellen Streckenbericht sind es 582 Exemplare, in den beiden Jahren zuvor waren es mehr als 600. Dennoch, so Schwarze, ist es das „am häufigsten erlegte Wild“. Es könne gut in der heutigen Kulturlandschaft leben. Es gebe einen leichten Aufwärtstrend.

Gestiegen ist die Zahl der Feldhasen und Wildkaninchen – aber auf sehr niedrigem Niveau. Statt wie zuvor vier waren es aktuell 22 Kaninchen, die im Streckenbericht verzeichnet sind. Relativ stabil zeigen sich die Zahlen beim Fuchs, 497, diese Zahl entspricht in etwa der, die in den vergangenen fünf Jahren im Bericht stand. Etwas gestiegen ist die Zahl der Krähen, von 297 auf 332, ebenso die der Elstern (132 aktuell, 128 Vorjahreszeitraum).

Von Britta Bielefeld

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