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Duderstadt Der „Rinderstall“ wächst an der Talwiese
Die Region Duderstadt Der „Rinderstall“ wächst an der Talwiese
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19:00 24.05.2019
Das alte Fachwerkhaus wird Stück für Stück am Schützenplatz wieder aufgebaut. Quelle: Markus Riese
Duderstadt

Der Wiederaufbau des „Hauses der Restauratoren des Handwerks“ am Duderstädter Schützenplatz geht in großen Schritten voran: Die Struktur des auch als „Rinderstall“ bekannten Gebäudes ist schon jetzt gut erkennbar. „Wir sind mit dem Baufortschritt sehr zufrieden“, betont Karsten Ley, Geschäftsführer der Gesellschaft „Duderstadt 2030“, die für den ungewöhnlichen Umzug verantwortlich zeichnet.

Dass das Haus überhaupt abgetragen wurde und jetzt neu wieder aufgebaut wird, hat mit dem Raumbedarf am bisherigen Standort zu tun: Auf dem Ottobock-Campus wird der Platz für die geplante Erweiterung der dortigen Tennishalle benötigt. Ottobock-Inhaber und Mäzen Hans Georg Näder hatte sich dann für einen Wiederaufbau des vor 30 Jahren entstandenen Gebäudes an der Talwiese eingesetzt – auch wenn dieser wirtschaftlich nicht unbedingt sinnvoll erscheinen mag.

Eine besondere Baustelle

Dass die Arbeiten so reibungslos ablaufen und nach kaum zweieinhalb Monaten bereits so weit voran geschritten sind, hat laut Ley verschiedene Ursachen: „Wir waren tatsächlich überrascht von der Qualität des Gebäudes“, sagt der Geschäftsführer. Beim Abbau des Hauses seien keinerlei überraschende Mängel festgestellt worden, sodass der ursprüngliche Zeit- und Kostenplan derzeit voll aufgehe. „Es hat aber auch mit dem großen Engagement der beteiligten regionalen Handwerksfirmen zu tun“, ist sich Ley sicher. Man spüre, dass alle dieses Haus als eine ganz besondere Baustelle ansehen. Die ausführenden Firmen seien exzellent vernetzt und unterstützen sich gegenseitig; alle Abläufe seien bestens aufeinander abgestimmt. „Das ist so wahrscheinlich nur im Eichsfeld möglich“, sagt Ley. Ein Erfolgsfaktor für den reibungslosen Ab- und Wiederaufbau sei aber auch der federführende Architekt Michael Schmutzer. „Das ist ein ausgesprochener Profi für Fachwerk“, so Ley, und das werde gerade auch bei diesem Projekt deutlich.

Rohbau zum Schützenfest fertig

Wenn alles weiterhin nach Plan verläuft, soll zumindest der Rohbau zum diesjährigen Duderstädter Schützenfest fertig sein. Das beginnt am 12. Juli. Wie schon im vergangenen Jahr wollen Näder und Ley dann einen Biergarten neben dem Ballhaus „Zum fidelen Anreischken“ – der früheren Eichsfeldhalle – aufbauen lassen. Nach dem erfolgreichen Testlauf 2018 soll nun ausgelotet werden, ob die Duderstädter im neu entstehenden „Innenhof“ zwischen Ballhaus und Rinderstall auch dauerhaft ein gastronomisches Angebot haben wollen. Entschieden sei hier noch nichts – auch nicht, ob beispielsweise die „Heimatliebe“-Brauerei dort einzieht. Zumindest wäre das eine denkbare Option. „Das gastronomische Konzept muss letztlich passen“, definiert Ley die Anforderung an potenzielle Interessenten, die sich weiterhin melden dürfen. Er könne sich gut vorstellen, dass gerade auch die Außengastronomie bei Veranstaltungen auf dem Schützenplatz ein „schönes ergänzendes Angebot für die Besucher“ darstellen könnte.

Balken wie am alten Standort

Bis es soweit ist, ist noch einiges zu tun. So müssen etwa das Dach neu gedeckt und die Gefache mit neuem Mauerwerk gefüllt werden. Die Balken aus dem Gebäude werden hingegen allesamt wiederverwendet und so zusammengesetzt wie am alten Standort. Schon vor dem Beginn der Arbeiten hatte Architekt Schmutzer dies im Tageblatt als „Puzzle vom Feinsten“ bezeichnet.

Das Haus war 1988/89 von Duderstädter Berufsschülern unterschiedlicher Gewerke am Adenauerring errichtet worden. Es gilt als „Musterhaus alter Handwerkstechniken“ und soll sich künftig in das noch weiter umzugestaltende Gebäude-Ensemble an der Talwiese einfügen. Die hierfür relevanten Grundstücke mit dem alten Schützenhaus und der Eichsfeldhalle hatte Näder 2018 für jeweils einen symbolischen Euro erworben.

Von Markus Riese

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