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Duderstadt Internationale Beteiligung am Jugendsprachkurs auf dem Pferdeberg
Die Region Duderstadt Internationale Beteiligung am Jugendsprachkurs auf dem Pferdeberg
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20:12 20.07.2014
Feiern mit Deutschland den WM-Sieg: Jugendliche aus allen Kontinenten auf der Kolping-Ferienstätte. Quelle: Thiele
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Duderstadt

Pasch steht für das Projekt „Schulen: Partner der Zukunft“, das bei ausländischen Jugendlichen Begeisterung für die deutsche Sprache und Kultur wecken soll.

„Nach der Fußball-WM mit Deutschland als Weltmeister ist die Begeisterung natürlich besonders groß“, sagt Kursleiterin Hannelore Besser, Doktorin der Soziologie und Deutschlehrerin. Aber auch ansonsten stehe Deutschland im Ausland hoch im Kurs.

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Das liege an der wirtschaftlichen, technischen und politischen Aufstellung, die Deutschland nach außen vertritt, aber auch an der verstärkten Werbung des Goethe-Instituts für die deutsche Sprache. Besonders in Mittel- und Osteuropa sei Deutsch unter anderem dank dieser Werbung auf dem Vormarsch an den Schulen.

„Äußerlich gleichen sich die Jugendlichen aller Länder immer mehr“

Deutschland steht für gute Arbeitsbedingungen, gute Berufschancen und gute Ausbildung. In unserem Sprachkurs wollen wir nicht nur die deutsche Kultur näherbringen, sondern auch den Blick für die Kleinigkeiten öffnen“, erklärt Besser. Bei Wanderungen durch Duderstadt und durch Göttingen sollen Architektur, Straßen, Parks, Denkmäler oder die Natur beachtet werden.

Mit der Frage „Was steckt dahinter?“ sollen Gründe und Zusammenhänge entdeckt werden. „Wer nichts weiß, der sieht auch nichts“, sagt Besser.

Doch nicht nur das Entdecken der deutschen Kultur sei mit dem Lernen der Sprache verbunden. Auch der Blick auf die eigene Identität würde geschärft werden.  „Äußerlich gleichen sich die Jugendlichen aller Länder immer mehr. Aber mit dem Lernen einer fremden Sprache werden auch die kulturellen Unterschiede klar. Unter den Äußerlichkeiten wie gleicher Mode liegen die eigenen, individuellen Wurzeln, die man pflegen muss“, stellt Besser fest.

„Wir haben natürlich für Deutschland gejubelt und gefeiert“

Auf dem Kurs-Programm stehen neben täglichem Deutschunterricht an den Vormittagen einige Projekte, die typisch Deutsches näherbringen sollen. An den Nachmittagen werden die Eichsfelder Sehenswürdigkeiten und die Göttinger Innenstadt besucht.

„Besonders freuen wir uns über die erstmalig entstandene Verbindung zu den Berufsbildenden Schulen in Duderstadt“, betont Besser. Hier sollen die ausländischen Jugendlichen die  Möglichkeit bekommen, gleichaltrige Deutsche kennenzulernen, um beispielsweise bei gemeinsamen Interviews voneinander zu lernen.

Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) hatte die ausländischen Gäste und ihre Betreuer  im Rathaus empfangen und ihnen auch einen Besuch des Duderstädter Schützenfestes nahegelegt. Drei Wochen haben die Jugendlichen insgesamt Zeit, das Eichsfeld und die nähere Umgebung zu erkunden. Eine Fahrt in die Bundeshauptstadt Berlin ist ebenfalls geplant.

In ihrem Heimatländern hatten die Kursteilnehmer wegen ihrer Deutsch-Leistungen ein Stipendium vom Goethe-Institut erhalten. Dass sie ausgerechnet beim WM-Endspiel im Eichsfeld sind, freut die Jugendlichen. „Wir haben natürlich für Deutschland gejubelt und gefeiert“, sagt Olena aus der Ukraine. Nur ein Junge aus Argentinien sei in der Gruppe, der etwas traurig war, aber den deutschen Sieg mit Fassung trage, beteuern die übrigen Teilnehmer.

Von Claudia Nachtwey