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Duderstadt Tilla und Ernst Freckmann aus Desingerode 60 Jahre ein Paar
Die Region Duderstadt Tilla und Ernst Freckmann aus Desingerode 60 Jahre ein Paar
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17:13 30.08.2019
Das Desingeröder Wirts-Ehepaar Tilla und Ernst Freckmann - bei ihrer Hochzeit 1959 und heute, als Diamantenes Paar Quelle: Claudia Nachtwey
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Desingerode

60 Jahre Ehe mit ein und demselben Partner – das schaffen nicht viele. Tilla und Ernst Freckmann feiern ihre Diamantene Hochzeit am letzten Augustwochenende, und zwar mit allem Drum und Dran.

„Liebe auf den ersten Blick war das nicht“, sagt Tilla Freckmann, die als Mathilde Nolte 1938 in Westerode geboren wurde und als Arbeiterkind in einfachen Verhältnisse aufgewachsen ist. Aber der Ernst aus dem Nachbarort Desingerode hatte ein Auto, einen Lloyd, fast eine Sensation in den 1950-er Jahren. „In dem Auto wollte ich gern mal mitfahren“, gesteht Tilla lachend.

Die beiden jungen Leute kannten sich vom Sehen. Tilla arbeitete damals bei Ottobock auf dem Euzenberg, aber an den Sonnabenden half sie im Kaufmannsladen neben der Molkerei in Westerode aus, und der junge Ernst war Milchfahrer. Auf einem Trecker mit Anhänger, später im Lkw, holte er die Milch von den Bauern und brachte sie zur Molkerei. „Ich habe immer geguckt, ob Tilla da stand mit ihren Milchkannen für den Kaufmannsladen“, erzählt der heute 86-Jährige.

Geheiratet wird dort, wo die Braut herkommt

Nach ein paar gemeinsamen Ausflügen zum Tanzen war Tilla nicht nur vom Lloyd beeindruckt, sondern auch vom Fahrer. 1959 wurde geheiratet – und zwar dort, wo die Braut herkam, also in Westerode. „Da wurde das Wohnzimmer ausgeräumt, damit 50 Leute hineinpassten“, erzählt Tilla. Ihre Tante hatte das Hochzeitskleid genäht, und zu Essen gab es, was man selbst kochte.

Ernst Freckmann war der Nachfolger der Wirtsleute im „HandelshofDesingerode. Das Gasthaus mit zugehöriger Landwirtschaft gehörte seit mehreren Generationen der Familie, und der Name erinnert noch an die Vorläufer heutiger Großhandelsunternehmen. Der Familie ging es auch in der kargen Nachkriegszeit nicht schlecht. „Es wurde geredet, weil ich eine Frau aus so einfachen Verhältnissen geheiratet habe“, sagt Ernst Freckmann, aber auf das Gerede habe er noch nie Wert gelegt. „Ich habe zwar nichts mitgebracht in die Ehe, aber ich hatte zwei gesunde Hände zum Arbeiten“, sagt Tilla Freckmann.

Tag und Nacht wurde geschuftet

Der Arbeitseifer sollte in den Ehejahren gründlich zum Einsatz kommen. Landwirtschaft und Gastronomie gleichermaßen als Lebensunterhalt bedeutete: Tag und Nacht wurde geschuftet. „Früher ging man zum Tanzen in die Gasthäuser. Außerdem gab es noch keine Vereinsheime, und alle trafen sich zu Sitzungen und Veranstaltungen bei uns. Später kam dann die Eiwa-Disko. Unser Saal war immer ausgebucht“, erinnert sich Tilla Freckmann an die erfolgreichen Jahre. Bei großen Veranstaltungen oder bei der Ernte halfen Freunde und Nachbarn mit.

Trotz aller Arbeit nahmen sich beide Ehepartner auch noch Zeit, selbst einen wichtigen Beitrag im Desingeröder Vereinsleben zu leisten. „Ich bin das letzte noch lebende Gründungsmitglied der Desingeröder Ortsfeuerwehr“, erklärt Ernst Freckmann. Und Tilla Freckmann gründete mit ein paar Gleichgesinnten den Desingeröder Carneval Club. Die Frohnatur ist ihr so eigen, dass sie auch schon Wünsche für ihre Beerdigung geäußert hat: „Die Narrenkappe muss mit ins Grab und gespielt wird der Hallamarsch“, erklärt sie. Tochter Katja bestätigt, dass dieser Wunsch dann auch erfüllt werde. Die Freckmanns haben noch eine zweite Tochter und vier Enkelkinder.

Das Desingeröder Wirts-Ehepaar Tilla und Ernst Freckmann - bei ihrer Hochzeit 1959 und heute, als Diamantenes Paar Quelle: Claudia Nachtwey

Seit 2003 ist der „Handelshof“ geschlossen. Nur der Saal wird noch für den Karneval genutzt. Das Ehepaar Freckmann holt jetzt das Reisen nach. Mit dem Bus geht es bis in die Alpen, zwei bis drei mal im Jahr.

Die Diamantene Hochzeit wird groß gefeiert - mit viel Eigeninitiative der Familie und Freunde. Ab Freitagmorgen wurde für rund 100 Leute das Buffet vorbereitet, Sonnabend um 11 Uhr ist der Dankgottesdienst, und anschließend geht es dann in den Saal.

Von Claudia Nachtwey

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