Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Die Geheimnisse des Brauens im Gewölbekeller des Hotels Zum Löwen
Die Region Duderstadt Die Geheimnisse des Brauens im Gewölbekeller des Hotels Zum Löwen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:43 03.09.2014
Erklärt seinen jungen Zuhörern die Geheimnisse der Bierherstellung: Braumeister Gabriel Ballüer. Quelle: Schauenberg
Duderstadt

Nachdem Vorlesepatin Monika Leineweber die Teilnehmer begrüßt hat, folgen sie Braumeister Gabriel Ballüer in den Gewölbekeller unter dem Hotel Zum Löwen. Vor zwei großen Braubottichen stehend, erklärt er mit ruhiger Stimme die Finessen der Bierherstellung.

Die Kinder erfahren zunächst, dass sie im Sudhaus sind. „Hier wird das Bier, beziehungsweise das Vorprodukt vom Bier, die Würze, heiß behandelt“, sagt Ballüer. Im oberen Bereich folge die Gärung, Reifung und Lagerung. „Wir arbeiten hier unten mit einer Temperatur zwischen 58 und 100 Grad, das eigentliche Brauen dauert zwischen acht und zwölf Stunden“, wird der Fachmann konkreter.

Ein wichtiger Faktor bei der Bierproduktion sei das Malz, das in geschroteter Form mit Wasser vermischt wird. „Das sieht dann ein bisschen aus wie Haferbrei“, schmunzelt Ballüer.Immer wieder stehen Teilnehmer der Führung auf, um seinen Ausführungen noch besser folgen zu können. Der Braumeister erläutert seinen jungen Zuhörern, wie nach weiteren Schritten durch Kochen und die Zugabe von Hopfenpellets die Voraussetzungen für den späteren Geschmack des Bieres geschaffen werden.

Wie das begehrte Bier entsteht

Je Arbeitsgang entstehen 500 Liter Würze. Sie gelangen über Rohre einen Stockwerk höher in den Gärkeller. Hier werden sie weiter verarbeitet, das heißt abgekühlt, in Tanks gepumpt und mit Hefe versetzt.

Staunend betrachten die Mitglieder des Julius-Clubs die sechs 1000-Liter-Tanks und zwei 500-Liter-Tanks. „Obwohl wir eine kleine Anlage haben, ist viel Technik verbaut“, betont der Spezialist. Mit Fachwissen gewürzt beschreibt er, wie das begehrte Bier entsteht. Die aufmerksamen Mädchen und Jungen sehen während der Besichtigung auch, wo die Flaschen gewaschen, abgefüllt und etikettiert werden.

Beim Gang vom Sudhaus zum Gärkeller bleibt Ballüer vor einem historischen Bild stehen. Hier nimmt er die Kinder mit auf eine Zeitreise in die Geschichte des Duderstädter Brauwesens.

„Es geht einfach nicht mehr“

„Wir beschäftigen uns vom Einbrauen bis zur Abgabe an den Kunden rund fünf bis sechs Wochen mit dem Bier“, so Ballüer. Ein entscheidender Faktor für die Qualität des Bieres sei das Wasser. Mit Hilfe einer Wasseraufbereitungsanlage werde es so zusammengeschnitten, „wie wir es gerne haben“.

Noch eine andere Information hat der Fachmann parat: Von den rund 86000 Litern Bier, die jährlich hergestellt werden, landet über die Hälfte in der Gastronomie, der Rest wird über einen Online-Shop vertrieben oder kommen einmal wöchentlich in den Flaschenverkauf vor Ort. „Wir füllen das ab, was wir können, wir halten das nicht künstlich knapp, es geht einfach nicht mehr“, stellt Ballüer klar.

„Das war spannend“, findet Eva Tamara Tiegs. Obwohl das Mitglied des Julius-Clubs vorher noch nie eine Brauerei besichtigt hat, war für die Duderstädterin „alles so, wie ich es mir vorher gedacht habe.“

Von Axel Artmann