Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Digitalisierung ist Thema in Duderstadt
Die Region Duderstadt Digitalisierung ist Thema in Duderstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:59 28.08.2018
Stefan Muhle, niedersächsischer Staatssekretär für Digitalisierung, spricht beim Jahresempfang in Duderstadt.
Stefan Muhle, niedersächsischer Staatssekretär für Digitalisierung, spricht beim Jahresempfang in Duderstadt. Quelle: Markus_Hartwig
Anzeige
Duderstadt

 Das Land Niedersachsen hat sich das Thema Digitalisierung auf die Fahnen geschrieben und erarbeitet gerade einen „Masterplan Digitalisierung“. Muhle, beim niedersächsischen Wirtschaftsministerium für das Thema zuständig, machte in seinem Impulsvortrag in Duderstadt klar: „Eigentlich weiß keiner genau, was auf uns zukommt.“ Daher könne nicht das Ministerium sagen, was zu tun ist, sondern das funktioniere nur gemeinsam mit den Akteuren vor Ort. Wichtig sei eine Bestandsanalyse, wie viel sich in der Praxis bereits getan habe.

Glasfaser und City-WLAN

In Duderstadt, so hatte Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) dem Sonderstaatssekretär vorweg berichtet, gebe es in allen 15 Ortsteilen schnelles Netz mit 100 Megabit – allerdings fehle die sogenannte „letzte Meile“. Und natürlich wünsche sich Duderstadt, allen voran die Unternehmen Glasfaser. Karsten Ley, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Duderstadt 2020 ergänzte, dass derzeit Gespräche mit „professionellen Anbietern“ liefen, um ein leistungsfähiges City-WLAN in der Stadt anzubieten.

Das Thema Digitalisierung stand beim Jahresempfang von Stadt Duderstadt, Treffpunkt Stadtmarketing und Duderstadt 2020 im Mittelpunkt.

Muhle nannte plakativ die Eckpunkte der Digitalisierungsstrategie des Landes. „Flächendeckende Digitalisierung für alle“ sei einer der wesentlichen Punkte. Das Land habe den Anspruch, „im nationalen Benchmark“ eine führende Rolle zu spielen. Und die regionalen Stärken sollen zu einem „internationalen Kompetenzverbund“ zusammengeführt werden.

„Was wir bis hierher geschafft haben, ist deutlich zu wenig“, stellte Muhle fest. Kooperation, Verlässlichkeit und vor allem Tempo seien erforderlich, um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Mehr als 400 Millionen Euro stelle das Land für Ausbauprojekte bereit, Geld, das den Worten des Staatssekretärs zufolge nicht nur in den Bereich der weißen Flecken sondern auch in die grauen Flecken jener Kommunen investiert werden soll, die schon weiter seien. Der Fokus solle dabei auf Gewerbegebiete gelegt werden, aber auch auf Schulen und Hochschulen, sagte Muhle. So sollten digitale Medien in den Unterricht integriert werden, wobei „zielgerichtet“ das getan werden soll, was vor Ort „ins pädagogische Konzept“ passe.

Ausbau Schritt für Schritt

Richtlinien sollen dafür sorgen, dass die Kommunen den Ausbau Schritt für Schritt vorantreiben, führte der Referent weiter aus und nannte dabei auch das Stichwort Mobilfunk. In Niedersachsen werde gerade in der Fläche über Telemedizin, digitale Landwirtschaft oder Rufbusbereitschaften diskutiert. All das sei aber nur mit einer funktionierenden flächendeckenden Versorgung möglich, und zwar zu 100 Prozent, wie Muhle betonte. „Wir werden uns finanziell engagieren“, kündigte er an, und setze auf die Kooperationsbereitschaft der Mobilfunkanbieter. Mindestens 20 Millionen Euro sollen für die flächendeckende LTE-Versorgung bereitgestellt werden, „aber dann müssen wir auch gleich über neue Standards wie 5 G reden“, machte er klar.

Muhle nahm indes auch die Handwerksbetriebe und den Mittelstand in die Pflicht. Um den formulierten Anspruch der flächendeckenden Versorgung umzusetzen, „kommen wir nicht alleine weiter“. Es seien die Verbände gefordert. Im Herbst soll eine Digitalagentur gegründet werden, kündigte Muhle an, um etwa die Beratungen für die Betriebe zu verstärken und sie „so gut wie möglich auf die Digitalisierung vorzubereiten“.

Start-up-Firmen haben Potenzial

Weiterhin sollen die regionalen Stärken herausgearbeitet und zu einem „internationalen Kompetenzverbund“ zusammengefasst werden. Niedersachsen wolle dabei eine maßgebliche Rolle spielen. Projekte wie das für Duderstadt geplante Fab Lab seien der richtige Weg an der Schnittstelle zwischen Forschung und Wissenschaft auf der einen und Wirtschaft und Industrie auf der anderen Seite. Dafür bedürfe es flächendeckender Transferstrategien. Großes Potenzial sieht Muhle für Start-up-Firmen und stellte Förderungsmöglichkeiten für „datengetriebene Geschäftsmodelle“ in Aussicht.

Von Britta Eichner-Ramm

28.08.2018
Duderstadt Zweites Veranstaltungshalbjahr - Seminare im Duderstädter Urusulinenkloster
27.08.2018
27.08.2018