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Duderstadt Discofieber in der Eichsfeldhalle
Die Region Duderstadt Discofieber in der Eichsfeldhalle
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00:16 17.10.2017
Das „2001 Odyssey“ ist der Treffpunkt der Discoszene in Brooklyn. Quelle: Arne Bänsch
Duderstadt

Tony Manero, gespielt von Dimitri Vassiliadis, arbeitet in Mr. Foscos Farbenladen im New Yorker Vorort Brooklyn. Die Kunden mögen den Italo-Amerikaner, sein Chef hält große Stücke auf ihn und erklärt ihm: „Die Zukunft packt Dich und sch... auf Dich, wenn Du keinen Plan für sie hast.“ Doch Tonys eigentlichen Lebensmittelpunkt bildet das nächtliche Glitzerleben in der Disco „2001 Odyssey“. Hier ist er der König der Tanzfläche. Jungs und Mädchen gleichermaßen bewundern seinen Tanzstil. Zu Hause überstrahlt hingegen sein Bruder, der Priester geworden ist, alles. Und sein Vater hält ihn für einen faulen Taugenichts. Umso mehr fiebert Tony jede Woche dem Sonnabend entgegen, wenn er mit seinen Freunden in die Disco geht.

Endlich ist es Sonnabend. Tony zieht sich um, während vor dem Haus seine Freunde warten. Anerkennende Pfiffe kommen aus dem Publikum, als er nur in seiner Unterhose „Staying Alive“ anstimmt und sich aufreizend im Rhythmus bewegt. Im „2001 Odyssey“ angekommen, bietet sich den vier Jungs ein buntes Bild. Die Tänzer tanzen zu „Disco Inferno“, jenem Song der Trammps, der vor allem durch seine Textzeile „Burn baby burn“ bekannt ist. Und beim nachfolgenden „Night Fever“ ist dann auch das Publikum endgültig angekommen und macht mit. An diesem Abend erfährt Tony vom Universal-Disco-Dance-Wettbewerb, bei dem es 500 Dollar zu gewinnen gibt. „Macht Euch heiß und gewinnt den Preis“, fordert DJ Monty (Michael Moore) seine Gäste auf. Das ist Tonys Preis, er braucht nur die richtige Partnerin. Die sieht er aber nicht in Annette (Nadine Kühn), die seit Jahren in ihn verliebt ist, sondern in Stephanie Mangano (Lauren Slater-Klein), die nach Manhattan gezogen ist. Doch die nennt ihn ein „Klischee“, das im berühmten Zug nach Nirgendwo sitze. Am Ende tanzt sie doch mit ihm und das Paar wird zu den Siegern gekürt. Doch Tony ist der Meinung, ein anderes Paar habe besser getanzt und den Preis nur wegen seiner puerto-ricanischen Abstammung nicht bekommen.

Das Musical „Saturday Night Fever“ hat die Saison 2017/18 der Duderstädter Theater- und Konzertvereinigung (TKV) eröffnet.

In seiner Sozialkritik zeigt das Stück, dass es mehr ist als nur ein oberflächlicher Discospektakel. Die sozialen Verhältnisse stehen immer wieder im Mittelpunkt. Während Joey (Niklas Lundßien) sagt, eines Tages einen Mercedes zu besitzen, lachen ihn die anderen aus. „Keiner von uns wird etwas haben“, erwidert Bobby (Yannik Gräf), der ein Mädchen geschwängert hat und nun verzweifelt ist, weil er es heiraten soll. Tony ergänzt, dass er endlich begreifen solle, dass sie in einer „Jeder-gegen-Jeden-Welt“ leben. Und so kündigt Tony seinen Job, weil er an einem Nachmittag nicht frei bekommt. Doch am Ende ist es tatsächlich Tony, der beginnt, Frauen zu respektieren, und der Brooklyn verlassen will, um etwas in seinem Leben zu erreichen.

Das Stück fand, auch wenn die Musik an einigen Stellen zu laut eingespielt wurde, ein überwiegend positives Echo bei den Zuschauern. Auch bei Sibille Lundßien aus Northeim. Sie hatte noch einen ganz besonderen Grund, mit ihrer Familie das Musical zu besuchen. „Mein Sohn ist einer der Darsteller“, erzählte sie. Niklas Lundßien hatte Joey gespielt. „Er hat in diesem Jahr seine Ausbildung an der Stage School Hamburg abgeschlossen“, sagte sie. Während seiner Ausbildung habe er bereits einige Rollen in Familienmusicals wie „Die Schöne und das Biest“, „Alice im Wunderland“ und „Die Eisprinzessin“ gehabt. „Das ist jetzt aber sein erstes richtiges Engagement“, berichtete sie und gab zu, dass sie stolz auf ihn sei. „Obwohl ich ihn ja schon öfter auf der Bühne gesehen habe.“ Sie habe schließlich seine Entwicklung von der Schulzeit an begleitet. „Damals habe ich die Kostüme noch selbst geschneidert“, erzählt sie.

„Saturday Night Fever“ läutet die letzte Saison der TKV in der Duderstädter Eichsfeldhalle ein.

Von Rüdiger Franke

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