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Duderstadt „Duderstadt“: Buch von Fotograf Götz Diergarten wird zur Schnitzeljagd
Die Region Duderstadt „Duderstadt“: Buch von Fotograf Götz Diergarten wird zur Schnitzeljagd
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13:08 12.08.2013
Von Ilse Stein
Steintorstraße  1 Quelle: Blank
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Steintorstraße 1
Das rot prangende Fachwerkhaus ist ein Stilmix. Barock mit Schnitzwerk, die Tür im Jugendstil. Und das Detail, das den Fotografen Diergarten fasziniert hat und das im Hotelzimmer Nummer 202 des Löwen zu bewundern ist: Es entstammt natürlich aus dem Türblatt.

Steintorstraße 13
„Unsern Eingang segne Gott, unsern Ausgang gleichermaasen, Anno 1780“ liest man über dem Eingang. Die Tür wiederum ist mit den Buchstaben C und Z im Gitter verziert. Stadthistorikerin Maria Hauff weiß einiges mehr: Diese Häuserzeilen standen immer wieder im Laufe der Jahrhunderte unter Wasser.

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Durch den Sandwasser-Kanal, der bei Unwettern über die Ufer trat, war dieser südliche Stadtteil besonders gefährdet. 1613 hob eine Wasserflut sogar die Flügel des inneren Steintors aus und drückte die Stadtmauer ein. Zuletzt erwischte es die Bewohner 1926 – bei einem Hochwasserstand von 1,16 Metern.

Steintorstraße 35
Das Gebäude der Bäckerei Vieth gehört nun nicht zu denjenigen Häusern, die der normale Duderstadt-Besucher und Fachwerkhaus-Bewunderer eines Blickes würdigen würde. Aber: Fotograf Diergarten hat sich den Eingangspfosten näher angeschaut und für schön befunden.

Steintorstraße 38
Die graue Tür dieses ebenfalls eher unscheinbaren Gebäudes hat es dem Fotografen angetan. Das Haus selbst, mit seinem leeren Schaufenster, eher nicht.

Steintorstraße 51
Hier wird die Schnitzeljagd wirklich interessant. Beim ersten Blick fällt die Inschrift auf: „Willkommen Fremder an dieser Stelle, hier wohnt der Bürger stilles Glück, tritt froh herein, lass an der Schwelle, was dich beschwert, zurück.“ Da würde man auch heute gerne eintreten.

Und schaut nach dem Haustürschild, um dabei auch das Detail zu entdecken, das im Löwen-Zimmer Nummer 118 die Wand schmückt: nämlich der seitlich angebrachte, im Holz versenkte, Briefkasten-Schlitz.

Originell. Das Haus selbst stammt aus dem Jahr 1550 und ist prunkvoll mit Fächerrosetten verziert. Den Sinnspruch auf der Fassaden lesen Sie oben auf unserem Bild in der Bildergalerie.

Steintorstraße 61
Auf dem Foto Diergartens wirkt die Detailaufnahme der Haustür noch eher verwittert. Inzwischen strahlt sie wieder in prächtigen Farben, wie man auf dem Foto unten links erkennen kann.

Das Haus ist typisch für Duderstadt, so hat Maria Hauff herausgefunden: Die untere Fassadenzone ist jünger, stammt aus dem Klassizismus, was  die eng gesetzten Doppelständer zwischen den Fenstern zeigen. Darüber sitzt eindeutig noch die ältere, barocke Fackwerkkonstruktion.

Steintorstraße 64
Ins Auge fällt ein Ladeneingang, der aus dem 19. Jahrhundert stammt, was auch damals bereits ein radikaler Eingriff gewesen sein muss. Verzierte Holzeinfassungen gleichen das ein wenig aus – und genau die hat Diergarten fotografiert und den Tagungsraum des Hotels zum Löwen in der Marktstraße verschönert.

Nächste Folge: Ein Gang durch Haberstraße und Sackstraße

In seinem Buch „Duderstadt“ unternimmt der international bekannte Fotograf Götz Diergarten einen Spaziergang: mit Detailaufnahmen von 50 Fachwerkhäusern. Teil 3: Die Häuser Steintorstraße 1, 13, 35, 38,51,61,64