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Duderstadt Geschwindigkeitskontrollen in der Fußgängerzone in Duderstadt?
Die Region Duderstadt Geschwindigkeitskontrollen in der Fußgängerzone in Duderstadt?
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19:21 31.07.2019
Die Geschwindigkeit von Verkehrsteilnehmern in der Fußgängerzone ist in Duderstadt ein dauerhaft diskutiertes Thema. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

„In der Fußgängerzone wird oft zu schnell gefahren“, sagt Wilfried Dierkes, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Lebendige Stadt Duderstadt“. Die Mitglieder der BI fordern mehr Kontrollen, ob die Schrittgeschwindigkeit eingehalten wird. Aber auch unberechtigte Fahrzeuge wollen sie aus der Fußgängerzone heraushaben. „Man könnte auch den Lieferverkehr wie in anderen Orten beschränken“, regt Dierkes an. „Wir denken mit unseren Forderungen zur Einhaltung der Schrittgeschwindigkeit an die Kinder und die älteren Leute, die nicht in der Lage sind, schnell zu reagieren“, erklärt Dierkes.

Geeigneter Standort

In der Duderstädter Innenstadt einen geeigneten Standort zur Überprüfung der Geschwindigkeit zu finden, sei nicht ganz einfach, sagte Sabine Holste-Hoffmann, Leiterin des Fachdienstes Gefahrenabwehr, Feuerschutz der Stadt Duderstadt. „Wenn jeder das Gerät sieht, ergibt es keinen Sinn.“ Dann würden die Verkehrsteilnehmer rechtzeitig abbremsen und hinterher wieder beschleunigen. Dazu müssten gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Allerdings falle die Geschwindigkeitskontrolle auch in die Zuständigkeit des Landkreises. Lediglich die Kontrolle des ruhenden Verkehr zähle zu den Aufgaben der Stadtverwaltung.

Zu schnell unterwegs

Die Stadt Göttingen hat mittlerweile einen Platz in der Innenstadt für ihr mobiles Blitzgerät, den Enforcement-Trailer, gefunden. Die Gotmarstraße darf von berechtigten Anwohnern, Bussen, Taxis, Lieferwagen und von Radfahrern befahren werden. Allerdings dürfen die Fahrzeuge nur mit Schrittgeschwindigkeit passieren. Messungen hatten ergeben, dass viele Verkehrsteilnehmer sich nicht daran halten, begründete Verwaltungssprecher Dominik Kimyon, warum das Blitzgerät zum Einsatz gekommen ist.

Ergebnisse auswerten

„Zulässig ist Schrittgeschwindigkeit“, so der Verwaltungssprecher weiter. „Nach aktueller Rechtsprechung sind das zehn Stundenkilometer.“ Das Tempolimit gelte auch für Zweiradfahrer. „Zu schnell fahrende Radfahrer werden ebenfalls geblitzt.“ Mangels erkennungsdienstlicher Merkmale werde dies rechtlich aber nicht verfolgt. Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Einsatz liegen am zweiten Tag allerdings noch nicht vor. „Wir werden am Ende der vorgesehen Messdauer die Ergebnisse auswerten“, erklärte Kimyon. Die Einsatzdauer sei auf rund eine Woche festgelegt worden. Ob das Gerät nach der Auswertung erneut in der Innenstadt zum Einsatz kommt, steht ebenfalls noch nicht fest. Aktuell sei ein Einsatz an anderen Stellen der Fußgängerzone nicht vorgesehen, sagt Kimyon.

Die Geschwindigkeit von Verkehrsteilnehmern in der Fußgängerzone ist in Duderstadt ein dauerhaft diskutiertes Thema. Quelle: Rüdiger Franke

Noch nicht in Fußgängerzonen

„In Fußgängerzonen hat der Landkreis Göttingen bislang noch keine Maßnahmen zur Überwachung der einzuhaltenden Höchstgeschwindigkeit vorgenommen“, erklärt Landkreissprecher Ulrich Lottmann. Die Stadt Duderstadt habe hier aber Maßnahmen seitens des Landkreises beantragt. „Um zunächst überhaupt ein Bild über die örtliche Verkehrssituation zu erhalten, soll temporär ein Seitenradargerät zur Ermittlung der Verkehrsstärken und des gefahrenen Geschwindigkeitsniveaus positioniert werden.“ Ein solches Gerät wird an der Seite der Straße aufgebaut und misst Verkehrsstärken und -geschwindigkeiten in beide Richtungen. Nach Auswertung der Ergebnisse soll dann in Absprache mit der Polizei über zu treffende Maßnahmen beraten werden.

Mit Polizei abgesprochen

Kontrollpunkte werden immer mit der örtlichen Polizei und der jeweiligen Gemeinde abgesprochen, bestätigte Lottmann. Ausgesucht würden diese Punkte vor allem mit Blick auf potenzielle Gefahrstellen. Gemessen werde immer wieder vor Schulen und Kindergärten. Zur Überprüfung der Geschwindigkeit stehen dem Landkreis verschiedene Anlagen zur Verfügung, die auch alle geeicht seien. „Einen Enforcement-Trailer wie die Stadt Göttingen haben wir nicht“, so der Sprecher. Solch ein Gerät würde der Landkreis aber immer wieder mieten. „Kontrolle ist das wirksamste Mittel gegen überhöhte Geschwindigkeit“, erklärte Lottmann.

Unfallursache Nummer eins

„Überhöhte Geschwindigkeit ist immer noch Unfallursache Nummer eins“, so der Landkreis-Pressesprecher. Das bestätigt auch Christian Borchard, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Polizeikommissariat Duderstadt. Die Polizei nehme Geschwindigkeitskontrollen aber nur außerhalb geschlossener Ortschaften vor. Anfang des Jahres sei allerdings über einen Zeitraum von drei Monaten schwerpunktmäßig die Fußgängerzone zu allen Tag- und Nachzeiten überwacht worden. „Wir haben einige Verkehrsverstöße festgestellt“, sagte Borchard. Es seien aber keine im negativen Sinn herausragenden Ereignisse festgestellt worden. Er weist noch darauf hin, dass die Wahrnehmung von Geschwindigkeit auch unterschiedlich sein kann. „Wenn ein Pkw, Transporter und Lkw jeweils mit der gleichen Geschwindigkeit an einem vorbeifahren, nehmen wir das unterschiedlich wahr.“

Wie ist Ihre Meinung? Den Autor erreichen Sie unter r.franke@eichsfelder-tageblatt.de

Messung in der Marktstraße

Mit einem Seitenradarmessgerät ist der Verkehr in der Duderstädter Marktstraße vom 17. bis 24. Januar überprüft worden. Das Messgerät war auf Höhe des Hotels zum Löwen aufgestellt. In der Fußgängerzone gilt die Einhaltung der Schrittgeschwindigkeit. Erfasst wurde sowohl der Verkehr aus Richtung Rathaus als auch aus Richtung Unterkirche. Insgesamt waren 4049 Fahrzeuge unterwegs, 1635 vom Rathaus kommend, 2414 in die andere Richtung fahrend. Vom Rathaus kommend, teilte sich der Verkehr auf 284 Krafträder, 1306 Autos, 44 Lkw und einen Lastzug auf. Aus Richtung der St.-Servatius-Kirche fuhren 808 Krafträder, 1507 Autos, 96 Lkw und drei Lastzüge. Insgesamt waren 91,5 Prozent der Fahrzeuge zu schnell unterwegs, 94 Prozent aus Richtung Rathaus, 89,7 Prozent aus Richtung Kirche. Dabei hielten 15 Prozent ein maximales Tempo von zehn Stundenkilometern. Etwa die Hälfte der Fahrer blieben unter 15 und 85 Prozent fuhren bis zu 21 Stundenkilometer. Der langsamste in beiden Richtungen hatte jeweils vier Stundenkilometer auf dem Tacho. Die schnellsten fuhren vom Rathaus mit 43 und von der Kirche sogar mit 47 Stundenkilometern an der Messstelle vorbei.

Von Rüdiger Franke

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