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Duderstadt Duderstadt: Gewalttäter im Gerichtssaal verhaftet
Die Region Duderstadt Duderstadt: Gewalttäter im Gerichtssaal verhaftet
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18:14 18.06.2013
Von Kuno Mahnkopf
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Duderstadt

Sein Anwalt hatte dagegen Rechtsmittel eingelegt, das Göttinger Landgericht die Haft in eine Bewährungsstrafe umgewandelt.

Jetzt sitzt der 18-Jährige in Untersuchungshaft. Doch auch das aktuelle Urteil unter Einbezug der Bewährungsstrafe – drei Jahre und drei Monate Haft – ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hat erneut Rechtsmittel eingelegt.

Auf den syrischen Staatsangehörigen würde der Begriff Intensivtäter zutreffen. Im April 2012 attackierte er mit einem Mittäter zwei Besucher des vom Hundesportvereins ausgerichteten Osterfeuers in Gieboldehausen. Nachdem sie zu Boden gegangen waren, trat er den Opfern mehrfach gezielt gegen den Kopf.

Noch im gleichen Monat kam es dann zu einer Auseinandersetzung am Rande einer Veranstaltung im Rhumspringer Schützenhaus. Auch dort verletzte der jugendliche Täter einen zuvor zu Boden geschlagenen jungen Mann durch Tritte gegen den Kopf. Um einen Mittäter zu schützen, machte er zudem eine Falschaussage vor Gericht.

Die nächste Straftat folgte im Mai 2012. Mit einem Komplizen durchwühlte er die Umkleidekabinen der Turnhalle Auf der Klappe und entwendete fünf hochwertige Mobiltelefone von Gymnasiasten, die gerade Sportunterricht hatten. Im Oktober verurteilte Richter Michael Pietzek den 18-Jährigen dann zu zwei Jahren und zwei Monaten Bewährung.

Das Urteil wurde vom Landgericht im März zu zwei Jahren auf Bewährung abgeschwächt. Dann kam der Verurteilte im April dieses Jahres bei einem weiteren Prozess in Duderstadt ins Spiel. In der Hauptverhandlung gegen drei Angeklagte, die vor einem Jahr am Obertorteich eine Gruppe Auszubildender des Berufsbildungszentrums angegriffen hatten, fiel der Name des Syrers.

Als Zeuge hinzu geholt, räumte er ein, an der Körperverletzung beteiligt gewesen zu sein. Dabei hatte er einem am Boden liegenden 22-Jährigen aus vollem Lauf gegen den Unterkiefer getreten. Der Katlenburger verlor zwei Zähne und ist bis heute in zahnärztlicher Behandlung.

Pietzek verurteilte den Syrer unter Einbezug der Bewährungsstrafe jetzt erneut zu einer Haftstrafe wegen des Handy-Diebstahls, der Falschaussage und vierfacher gefährlicher Körperverletzung. „Eine derartige Brutalität ist nicht hinnehmbar“, sagt Pietzek und verweist auf die nicht absehbaren Folgen von Tritten gegen den Kopf.