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Duderstadt Livestream: Vierter Deutscher Biodiversitätspreis wird in Duderstadt verliehen
Die Region Duderstadt

Duderstadt: Heinz Sielmann Stiftung verleiht Biodiversitätspreis

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16:52 05.11.2020
Der Livestream zur Preisvergabe beginnt um 17 Uhr. Quelle: Screenshot
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Duderstadt

Die Heinz Sielmann Stiftung verleiht am Donnerstag, 5. November, den vierten Deutschen Biodiversitätspreis. Alois Kapfer und Herbert Nickel werden die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung entgegen nehmen – stellvertretend für ihren „Verein zur Förderung naturnaher Weidelandschaften Süddeutschlands“.

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Die Stiftung vergibt den Preis im kleinen Kreis auf ihrem Sitz, dem Gut Herbigshagen. Sie zeigt die Verleihung sowie einen Experten-Talk zudem als Live-Stream, heißt es nach eigenen Angaben. Diskutiert werde über Möglichkeiten und Lösungen, wie der Verlust biologischer Vielfalt gestoppt werden kann. Der Fernsehjournalist Alexander Greiner moderiert das Expertengespräch.

Naturnahe Weiden für mehr Vielfalt

Eine naturnahe Beweidung – das ist „der Schlüssel für unsere Biodiversität“, heißt es seitens des Vereins. Dieser hat in Tuttlingen, Baden-Württemberg, seinen Sitz. „Der Rückgang der biologischen Vielfalt hat in der Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen. In den 1970er-Jahren hat er sich noch einmal beschleunigt“, erläutert Vorstandsvorsitzende Kapfer. Ein entscheidender Faktor, gerade auch für das Insektensterben, hänge laut Kapfer mit dem Verschwinden von Weidetieren in naturverträglicher Haltung zusammen. Seit Jahren engagiere er sich daher mit Nickel für naturnahe Weiden.

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Konkret sehe die Arbeit der Vorstandsmitglieder so aus: Sie leiten Naturschutzakteure an, beraten Landwirte und begleiten Projekte wissenschaftlich. Der Fokus liege dabei auf dem Erhalt von historischen Weidelandschaften und gefährdeten Nutztierrassen. „Die Ehrung der Stiftung wird unser Engagement für naturnahe Weidelandschaften sicher weiter beflügeln“, so Kapfer im Vorfeld der Preisverleihung.

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Reihe der renommierten Preisträger wird fortgesetzt

In den Vorjahren wurden bereits der Naturfilmer Jan Haft und der Förster und Buchautor Peter Wohlleben mit dem Deutschen Biodiversitätspreis ausgezeichnet. Im Jahr 2018 erhielt der Entomologische Verein Krefeld zuletzt den Preis der Heinz Sielmann Stiftung. Damals nahm der Krefelder Insektenforscher Martin Sorg den Preis für seinen Verein in Hannover entgegen. In diesem Jahr wird er für seine Forschung und das Engagement gegen das Insektensterben zusätzlich mit dem Deutschen Umweltpreis geehrt.

Der Deutsche Biodiversitätspreis wurde von der Heinz Sielmann Stiftung 2014 ins Leben gerufen. Hintergrund ist der Aufruf der Vereinten Nationen zu Beginn des Jahrzehnts: Von 2011 bis 2020 sollte das Thema „weltweiter Rückgang der Biologischen Vielfalt“ in der Öffentlichkeit Beachtung finden. Der Preis wird alle zwei Jahre an Personen oder Institutionen vergeben. Ausschlaggebend sei ihr herausragender Einsatz für den Erhalt der biologischen Vielfalt.

Die Heinz SieImann Stiftung

Die Heinz Sielmann Stiftung wurde 1994 von Prof. Heinz Sielmann und seiner Frau Inge Sielmann als öffentliche Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet. Schwerpunkte der Arbeit sind der Erhalt der Artenvielfalt, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Naturschutz und die Bewahrung des filmischen Erbes von Naturfilmpionier Heinz Sielmann.

Mit dem Kauf großer unzerschnittener Landschaften erhält und schafft die gemeinnützige Stiftung Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Auch fördert sie Biotopverbünde, zum Beispiel am Bodensee oder entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. So können sich auf diesen Flächen Tier- und Pflanzenbestände frei vom wirtschaftlichen Nutzungsdruck erholen und verschwundene Arten zurückkehren. Auf dem Gut Herbigshagen in Duderstadt hat die Stiftung ihren Sitz.

Preisträger bringen Biologische Vielfalt in den Diskurs

„Alle bisherigen Preisträger engagieren sich mit hohem persönlichem Einsatz für den Schutz unserer Natur. Unser Stiftungsrat entscheidet über die Vergabe des Preises“, erläutert der Stiftungsratsvorsitzende Fritz Brickwedde. Dabei würden Akteure aus den Bereichen praktischer Naturschutz, Medien und Wissenschaft berücksichtigt. „Die Preisträger tragen in besonderem Maße dazu bei, das Thema biologische Vielfalt in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen“, fügt Brickwedde hinzu.

Von Anja Semonjek