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Duderstadt Duderstadt: Ottobock-Chef Näder stellt Pläne für Löwenbad vor
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Duderstadt: Ottobock-Chef Näder stellt Pläne für Schwimmad im Löwenquartier vor

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18:41 29.10.2020
So soll das Löwenbad in der Duderstädter Innenstadt aussehen: Visualisierung für das an das Hotel Zum Löwen angegliederte Schwimmbad. Quelle: loomilux / R
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Duderstadt

Als der Duderstädter Ehrenbürger und Inhaber des Medizintechnikunternehmens Ottobock, Hans Georg Näder, im Juni seine Idee eines Schwimmbades mit vier 25-Meter-Bahnen im Löwen-Quartier in Duderstadt verkündete, mochte sich mancher nicht so recht vorstellen, wie das Schwimmbad hinter den Fachwerkfassaden an der Marktstraße Platz finden könnten. Jetzt hat der Unternehmer erste Planungen für das Projekt präsentiert.

Ziel sei es, so Näder, dass das Löwenbad zu Weihnachten 2023 öffnet. Der Duderstädter Architekt Michael Schmutzer hat die Entwicklungsplanung für das Bad erstellt. Bernd Kemmerling, der unter anderem schon 2012 für Komplettumbau und Erweiterung des Hotels Zum Löwen als Bauleiter tätig war, arbeitet bei der Entwicklung des Löwenquartiers in der Umsetzungsphase mit Schmutzer zusammen und zeichnet insbesondere für die Hotelerweiterung verantwortlich.

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Schwimmbecken statt Heimatliebe-Brauerei

So soll Löwenbad in der Duderstädter Innenstadt aussehen: Visualisierung für das an das Hotel Zum Löwen angegliederte Schwimmbad mit Fensterfront zum Hotel-Innenhof. Quelle: loomilux / R

Das Löwenbad mit vier 25-Meter-Bahnen sowie einem Kinderbecken und einem Whirlpool soll auf der Fläche der Heimatliebe-Brauerei entstehen. Diese werde umziehen, kündigt Näder an. Wohin, verrät der Unternehmer nicht. Man sei noch in Gesprächen. Nur soviel: „Sie bleibt im Eichsfeld.“ Und nicht nur die Heimatliebe-Brauerei muss für das Projekt Löwenbad weichen. Für die derzeitigen Pächter der Läden an der Marktstraße (Gerry Weber und Tschibo) „werden wir andere Standorte finden“, versichert Näder.

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Da bereits bei der damaligen Löwen-Erweiterung archäologische Funde wie eine Feinwaage aus dem Mittelalter zum Vorschein kamen, werden auch diesmal Archäologie und Denkmalpflege in das Projekt eingebunden. „Wir graben ein tiefes Loch“, führt der Unternehmer weiter aus.

Eingang über die Marktstraße

Der Eingang zum Löwenbad ist von der Marktstraße aus vorgesehen. Quelle: loomilux / R

Der Zugang für das künftige Schwimmbad ist über die Marktstraße 34 (Tschibo) vorgesehen. Im Bereich Marktstraße 36 (Gerry Weber) und 38 (Eichsfelder Hof) werden sich der Entwurfsplanung von Schmutzer zufolge Umkleiden und Duschen befinden. Das Schwimmbad soll zum Innenhof hin eine Fassade aus großzügigen Fensterflächen bekommen, auf dem Flachdach ist eine Liegewiese geplant. Ein gläserner Fahrstuhl verbindet künftig den Fitnessbereich im Hotel Zum Löwen mit dem Schwimmbad und der Dachterrasse. Auch soll der Aufzug eine geplante Tiefgarage anbinden.

Ebenerdig werde nach Auskunft Schmutzers der Badneubau an die Fachwerkhäuser der Marktstraße angeschlossen, im oberen Bereich werde die Badfassade etwas zurückgenommen. Damit blieben die Nutzbarkeit der Hotelzimmer und -balkone erhalten, erklärt der Duderstädter Architekt. Das Löwenbad soll statt einer nüchternen Hallenbadarchitektur eine „Atmosphäre wie in einem großen Privatbad bieten“, betont Schmutzer. Das soll sich in der Architektur, aber auch den Materialien und der Möblierung wiederspiegeln.

Ottobock-Chef Hans Georg Näder (l.) und Kurt Wagner, Direktor des Duderstädter Hotel Zum Löwen mit einer Visualisierung des geplanten Schwimmbades. Quelle: Eichner-Ramm

Das bestehende Schwimmbecken im Hotel bleibe und stehe ausschließlich den Hotelgästen zur Verfügung, teilt Hoteldirektor Kurt Wagner mit. Damit sollen mögliche Konflikte von öffentlicher Nutzung des neuen Löwenbades und Hotelgästen verhindert werden. Im Zuge der anstehenden Umgestaltung des Löwenquartiers soll auch die Zimmerkapazität des Hotels erweitert werden.

„Super Attraktor für Duderstadt

Durch die Kombination von Spa-, Wellness-, Beauty- sowie Gesundheitsangeboten wie Physio- und Ergotherapie mit dem neuen Löwenbad ließen sich Näder zufolge „zwei Fliegen mit einer Klappe“ schlagen. Zum einen ermögliche die Erweiterung des Löwenquartiers Gesundheitsangebote im Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus St. Martini, zum anderen entstehe mit dem Projekt auch ein „super Attraktor für Duderstadt“.

Das Schwimmangebot mitten in der historischen Altstadt werde bundesweit einmalig sein, ist der Ottobock-Chef überzeugt. Das Projekt werde zur Attraktivität Duderstadts beitragen. Und auch aus touristischer Sicht werde es über die Stadt hinaus strahlen – insbesondere mit Blick auf Gesundheits-, Beauty- und Wellnessangebote.

Vormittags für Gruppen geöffnet

Innenansicht des geplanten Löwenbades. Quelle: loomilux / R

Das Löwenbad soll von 6 oder 7 Uhr bis 14 für Frühschwimmer, Schulen und die DLRG Eichsfeld zur Verfügung stehen – „gegen einen symbolischen Obolus“, fügt Näder hinzu. Ab 14 Uhr beziehungsweise an Wochenenden werde das Löwenbad dann Besuchern des Löwen-Spa und Gästen des Hotels Zum Löwen oder Einzelbesuchern vorbehalten sein.

Das privatwirtschaftlich betriebene Schwimmsportangebot im Löwenquartier soll ganzjährig zur Verfügung stehen, sagt Näder. Für die Badeaufsicht sollen, so die Idee, die Mitarbeiter des Freibades sorgen.

Die Vorgeschichte

Jahrelang hat es Diskussionen um das Hallenbad Duderstadt gegeben. Das Bad am Standort Auf der Klappe in Duderstadt befindet sich im Eigentum der Eichsfelder Blockheizkraftwerk und Bäderbetriebe (EBB). Seit April 2019 ist es geschlossen. Es wurde großer Sanierungsbedarf attestiert, weshalb über Sanierung am Altstandort oder Neubau beim Freibad diskutiert worden war. Zunächst hatte der Bund Fördermittel für eine Sanierung zugebilligt, dann sollten diese für einen Neubau am Freibad genutzt werden. Doch das erschien schließlich als zu teuer für die Stadtkasse und die Politik entschied sich, doch wieder auf eine Sanierung des Altbaus zu setzen. Eine Wendung erfuhr das Thema dann mit der Absichtserklärung des Duderstädter Unternehmers Hans Georg Näder, bis zu zehn Millionen Euro für einen Hallenbadneubau am Freibad zur Verfügung zu stellen – als Private-Public-Partnership-Projekt. Am Ende rückte er aber davon ab und verkündete seine Pläne, im Löwenquartier ein Schwimmsportangebot umzusetzen. Sowohl Sanierung des Altbaus als auch ein Neubau an der Talwiese beim Freibad wären nicht wirtschaftlich, so die Argumentation. Mehr zum Thema Hallenbad gibt es auf der Tageblatt-Themenseite unter gturl.de/hallenbad-dud

Der Artikel wurde aktualisiert.

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Von Britta Eichner-Ramm