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Duderstadt Duderstadt: Zeitreise in die Reformation
Die Region Duderstadt Duderstadt: Zeitreise in die Reformation
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13:15 28.05.2017
Stadtführer Jürgen Sczuplinski erklärt die Hausinschriften, die aus der Reformationszeit stammen. Quelle: Altrock
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Duderstadt

Startpunkt der Führung innerhalb des Stadtwalls war die Servatius-Kirche, an der Pastorin Christina Abel den Teilnehmern bei einem Rundgang einen "ganz neuen Blick auf die Stadt" versprach. "Wie sah die Welt in Duderstadt vor 500 Jahren aus?" fragte Stadtführer Sczuplinski am Anfang der Reformationsführung.

Duderstadt sei damals eine Enklave gewesen und habe zum Erzbistum Mainz gehört, erklärte er. "Zur Zeit der Reformation hat man in Duderstadt am Lutherischen Glauben festgehalten und dokumentierte diesen mit Hausinschriften", so Sczuplinski weiter. Die Inschriften seien ab dem Jahr 1600 enstanden.

Die Bürger gestalteten diese dem Bildungsstand und ihren finanziellen Möglichkeiten entsprechend. So sei eine lateinische Inschrift ein Zeichen für einen hoheren Bildungsstand.

Missgunst ist das Thema einiger Hausinschriften in Duderstadt. Die Inschrift am Haus Westertorstraße 7 ist ein Beispiel dafür. "Der Erbauer des Hauses will uns damit sagen, dass er wohlhabend ist, und das andere ihm seinen Wohlstand nicht neiden sollen", so Sczuplinski.

Haus Nummer 22 bezeichnete der Stadtführer als sein "persönliches Highlight". Es trägt als Inschrift den Bibelvers "Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit".

"Das ist ein protestantischer Spruch und bedeutet, dass der Mensch nicht wegen seiner Taten, sondern wegen seiner Religion Gererchtigkeit finden wird", erläuterte der Stadtführer. Besonders faszinierend seien auch die abgebildeten Landsknechte aus dem Dreißigjährigen Krieg, die kämpfend dargestellt wurden.

 Von Alisa Altrock