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Duderstadt Duderstadt führt Sozialfonds ein
Die Region Duderstadt Duderstadt führt Sozialfonds ein
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20:00 08.07.2019
Simone Glaese ist regelmäßig mit ihren Kindern, den achtjährigen Zwillinge Erik und Elisa (links) und Nesthäkchen Pauline (rechts) in der Stadtbibliothek Duderstadt. Quelle: Eichner-Ramm
Duderstadt

 Die Stadt Duderstadt hat im laufenden Haushalt 10000 Euro für einen Sozialfonds bereitgestellt. Damit sollen Kindern und Jugendlichen Bildungsmöglichkeiten ohne Barrieren ermöglicht werden. Der Rat der Stadt ist dem Vorschlag der SPD-Fraktion jetzt einstimmig gefolgt.

Auf den Weg gebracht wurde der Sozialfonds von den Sozialdemokraten im ersten Quartal dieses Jahres. 10000 Euro waren einstimmig im Zuge der Haushaltsberatungen im Etat 2019 eingestellt worden. Jetzt hat auch der Rat grünes Licht für den Sozialfonds gegeben. „Wir können uns dem voll anschließen“, sagte Andreas Diedrich, Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat und ging sogar noch weiter, als die SPD ursprünglich vorgeschlagen hatte. Statt bis zum Alter von 16 Jahren soll die Altersgrenze von 18 Jahren gelten. Außerdem soll der Sozialfonds „dauerhaft im Haushalt“ eingerichtet werden, „so dass nicht alljährlich wieder darüber diskutiert werden muss“.

„Chancengleichheit für alle“

Ziel des Sozialfonds soll es sein, Kindern und Jugendlichen „Zugang zu Bildung ohne Barrieren und kulturelle Teilhabe von Anfang an“ zu ermöglichen, so die Argumentation SPD-Antrag. Die kulturellen Angebote der Stadt sollten daher für Kinder und Jugendliche aus der Region kostenfrei nutzbar sein. „Die Chancengleichheit muss für alle gelten. Das ist uns ein Herzensanliegen“, sagte Doris Glahn, Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat. „Wir freuen uns, dass wir die anderen Fraktionen überzeugen konnten.“

Den kostenfreien Zugang für unter 18-Jährige zu den städtischen Einrichtungen vom Einkommen der Eltern abhängig zu machen, lehnte Glahn ab. „Das wäre viel zu bürokratisch.“ Auch Diedrich hielte eine Sozialstaffel beim Sozialfonds für nicht praktikabel: „Da würde der Verwaltungsaufwand in keinem Verhältnis stehen.“

Media-Card kostet bisher sechs Euro pro Jahr

In der Stadtbibliothek Duderstadt zahlen Kinder bis 18 Jahren und Schüler laut Entgelttarif zurzeit mit der sogenannten Media-Card sechs Euro pro Jahr. Erwachsene kostet die Media-Card pro Jahr 15,50 Euro, Familien mit Kindern bis 18 Jahre zahlen 18 Euro.

Der Sozialfonds soll außerdem freien Eintritt für Kinder und Jugendliche in den anderen städtischen Einrichtungen wie dem Heimatmuseum oder im Rathaus gelten. Im Heimatmuseum haben zurzeit Kinder unter zehn Jahren in Begleitung Erwachsener freien Eintritt, Jugendliche zahlen einen Euro.

4000 bis 6000 Euro

Kostenfreien Zugang sollen Kinder- und Jugendliche außerdem zu Kulturveranstaltungen der LNS-Gesellschaft erhalten. Die städtische Tochtergesellschaft „Landesausstellung Natur im Städtebau“ (LNS) veranstaltet den Duderstädter Kultursommer. In einer ersten Schätzung hatte Gerald Werner von der LNS-Gesellschaft die jährlich zu erwartenden Kosten für den LNS-Kultursommer (ohne Sonderveranstaltungen) auf 1000 bis 1500 Euro sowie für die Stadtbibliothek auf 4000 bis 6000 Euro beziffert.

In einem ersten Schritt geschaut werden, wie viel von den bereits gestellten 10000 Euro gebraucht werde, und ob möglicherweise Mittel übrig bleiben, um weitere Projekte aus dem Fonds zu unterstützen. „Über den Sozialfonds wollen wir später auch gezielte Förderung ermöglichen“, erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende Thorsten Feike.

Ausgleich für Stadtbibliothek

Mit dem jetzt auch vom Rat einstimmig gefassten Beschluss soll die Verwaltung die Gebührensatzungen für Bibliothek und die städtischen Museen (Heimatmuseum, Schützenmuseum sowie historisches Rathaus) überarbeiten. Bis nach den Sommerferien will die Verwaltung die geänderten Entgeltordnungen überarbeiten und zur Beschlussfassung vorlegen, kündigte Fachbereichsleiter Horst Bonitz an. Geprüft werde bis dahin auch, wie die fehlenden Einnahmen für die Stadtbibliothek ausgeglichen und für die Jahreskarteninhaber ein „gerechter Übergang“ geschaffen werden könne. Auf jeden Fall soll die Umsetzung noch in diesem Jahr erfolgen, so Bonitz, denn die Mittel im Haushalt stünden ja bereit.

„Zugang zu Bildung ist wichtig“

Die Idee des Sozialfonds findet Simone Glaese „auf jeden Fall gut“. Sie ist mit ihren ihren Kindern, den achtjährigen Zwillinge Erik und Elisa (links) und Nesthäkchen Pauline (2, rechts), regelmäßig in der Stadtbibliothek Duderstadt. Und auch Katharina Schwedhelm, die mit ihrer Tochter Maria (6) das Medienangebot der Stadtbibliothek nutzt, lobte den Vorstoß. Das könnte vielleicht den einen oder anderen Nutzer mehr motivieren, in die Stadtbibliothek zu kommen, sagte Schwedhelm. „Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, Zugang zu Bildung zu haben“, betonte sie.

Sie erreichen die Autorin per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/94997-12.

Angebote für Kinder und Jugendliche in anderen Städten

Vergünstigungen für Kinder und Jugendliche bieten die Einrichtungen von Städten in Südniedersachsen in verschiedener Form.

In Osterode werden für die Stadtbibliothek keine Gebühren für Jugendliche bis 16 Jahre erhoben. Eine Bedürftigkeit ist dabei nicht nachzuweisen, teilte einer Verwaltungsmitarbeiterin mit. Im Museum am Ritterhaus haben Kinder bis sechs Jahre kostenlosen Eintritt, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen den vergünstigten Eintrittspreis von 1,50 Euro. Kommen sie als Gruppe oder Schülergruppe ist pro Person ein Euro zu entrichten. Beim diesjährigen Denkmal-Kunst-Kunst-Denkmal-Festival (DKKD) vom 17. bis 24. August haben Kinder und Jugendliche nach Angaben der Stadtverwaltung Osterode kostenfreien Eintritt bei allen Veranstaltungen.

Auch in Northeim existiert keine einheitliche Regelung. Nach Angaben von Verwaltungssprecherin Susanne Mönkemeyer wird so verfahren: Das Medienzentrum ist für Kinder- und Jugendliche unter 18 Jahre gebührenfrei. Für Kinder bis sechs Jahre in Begleitung von Erwachsenen ist der Eintritt im Bergbad frei, ebenso im Freibad in Sudheim für Kinder unter vier Jahre. Im Hallenbad der Stadtwerke Northeim (SWN) haben Kinder unter fünf Jahren in Begleitung eines Erziehungsberechtigten freien Eintritt zum Schwimmbad. Bis zur Volljährigkeit gelten reduzierte Eintrittspreise. Das Northeimer Heimatmuseum ist kostenfrei zu besuchen.

Die Mindereinnahmen der reduzierten Preise gegenüber den Erwachsenentarifen werden über den Gesamthaushalt der Stadt Northeim oder des Trägers der Einrichtung (SWN) finanziert. Ein Bedürftigkeits- beziehungsweise Altersnachweis wird in der Regel bei Kindern und Jugendlichen nicht verlangt. In Einzelfällen kurz vor Erreichen der Volljährigkeit kann eine Alterskontrolle durch ein geeignetes Dokument erfolgen, teilte die Stadt Northeim mit.

In Hann. Münden haben Kinder bis acht Jahre im Museum Eintritt frei. Für die älteren bis 18 Jahre wird für die Eintrittskarte 1,80 Euro berechnet. Und Schulklassen aus Hann. Münden mit Betreuer haben nach Angaben von Verwaltungssprecher Julia Bytom „immer freien Eintritt“. In der Mündener Stadtbücherei ist für Kinder bis sieben Jahre die Nutzung kostenlos. Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren erhalten einen ermäßigten Jahrespreis von sechs Euro.

In Göttingen gibt es für Kinder und Jugendliche, die oder deren Eltern Anspruch auf eine Sozialcard haben, zahlreiche Ermäßigungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Sport und Kultur. Wer die Jugendleiter-Card (Juleica) besitzt, erhält ebenfalls verschiedene Vergünstigungen. Der Eintritt ins Städtische Museum ist bei Sonderausstellungen für Kinder bis zwölf Jahre frei und auch in der Stadtbibliothek Göttingen gilt das für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Und der Kultursommer hat nach Angaben von Verwaltungssprecher Dominik Kimyon verschiedene eintrittsfreie Veranstaltungen im Angebot für Kinder bis zwölf Jahre. Dazu gehört das Programm von Larifari-Kindertheater im Dots im Börnerviertel oder beim Open Air im Kaiser-Wilhelm-Park am 16. und 17. August.

Von Britta Eichner-Ramm

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