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Duderstadt Duderstadt sucht Wege der Beteiligung von Jugendlichen
Die Region Duderstadt Duderstadt sucht Wege der Beteiligung von Jugendlichen
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13:00 13.06.2019
In Breitenberg bringen sich der Aussage des Ortsbürgermeisters junge Menschen bereits ein und werden auch gehört –so zum Beispiel auch beim Informationsabend zur Umgestaltung des Dorfplatzes im Mai. Quelle: r
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Duderstadt

Eine lebhafte Diskussion hat sich während der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familien, Senioren und Soziales am Mittwoch zur Frage entwickelt, ob die bestehenden Strukturen der Beteiligung von Jugendlichen an der Entwicklung ihrer Stadt ausreichen oder ob Duderstadt mehr Mitsprachemöglichkeiten von Jugendlichen braucht. Anlass war ein Antrag der SPD-Fraktion, mit dem „konzeptionelle Grundlagen für eine zeitgemäße und nachhaltige Teilhabe junger Menschen“ eingefordert werden.

Teilhabe wie gestalten?

Ratsherr Matthias Schenke (SPD) wies eingangs darauf hin, dass die Teilhabe von Jugendlichen in der Niedersächsischen Kommunalverfassung ausdrücklich geregelt sei. „Uns geht es darum, zu überlegen, wie wir das gestalten können“, sagte er. Für Duderstadt könne das noch strukturierter und verlässlicher organisiert werden, argumentierte er.

In Duderstadt gebe es das Kinder- und Jugendbüro der Stadt, das im Kontakt mit den Jugendlichen stehe und beispielsweise die Vertreter der Jugendräume und die Ortsjugendpfleger zweimal im Jahr zu einer Gesprächsrunde einlade, um deren Wünsche und Ideen zu hören. Außerdem engagiere sich die Stadtentwicklungsgesellschaft Duderstadt 2030 stark in der Jugendarbeit. So wurde 2018 eine Jugendzukunftskonferenz veranstaltet, bei der junge Leute ihre Wünsche äußern konnten.

„Belassen wie es läuft, weil es läuft“

Nach Auffassung von Ratsherr Manfred Görth (CDU) müsse nicht etwas erfunden werden, was es schon gebe, sagte er. Das Beispiel des umgestalteten und kürzlich von 150 Kindern der St.-Elisabeth- und der Janusz-Korczak-Grundschulen getesteten LNS-Spielplatzes, wo im Vorfeld Grundschulkinder gefragt worden seien, bezeichnete Görth als „deutlichen Beweis, dass Demokratie gelebt wird“. Mit dem Kinder- und Jugendbüro und Duderstadt 2030 „sind wir gut aufgehoben“, argumentierte er. „Wir könnten es so belassen, wie es läuft, weil es läuft“, sagte Görth.

Damit mochte sich Schenke jedoch nicht zufrieden geben. Er wolle das bestehende Engagement nicht bremsen, wünsche sich aber mehr Substanz. „Wir wollen von der sporadischen Freiwilligkeit hin zu einem verbindlichen Konzept kommen“, sagte er. Ratsherr Stefan Stollberg (CDU), zugleich Ortsbürgermeister in Immingerode, schlug vor, das Thema erst einmal in den Ortsräten zu beraten und zu schauen, ob und wie junge Leute für eine Mitarbeit gewonnen werden können.

„Es tut nicht weh und macht richtig Spaß“

Ratsherr und Breitenberger Ortsbürgermeister Roland Pahl (CDU) berichtete davon, dass in Breitenberg seit Jahren ein „exzellenter Kontakt“ zu den Jugendlichen bestehe und die Ortsräte ein „lebendiges Verhältnis“ zu den Jugendlichen hätten. Jugendvertreter seien bei den Sitzungen zugegen und könnten auch ihre Wünsche äußern. „Das ist gelebte Kommunikation“, so Pahl. „So erwachsen Jugendliche“, und betonte: „Es tut nicht weh und macht richtig Spaß.“

Nicht alle Ortschaften seien so gut aufgestellt, wie in Breitenberg, sagte Ratsherr Conrad Ebert (CDU), was Stollberg bestätigte. Er wolle für Immingerode das Thema auf jeden Fall mitnehmen, kündigte er an.

„Jugendliche ernst und voll nehmen“

Marliese Frisch-Dvorák von den Grünen sagte, es sei wichtig, dass sich die Ortsräte damit befassen und die Jugendlichen „spüren, dass sie von uns ernst und voll genommen werden“. Sie legte den Kommunalpolitikern auch ans Herz, dass „wir alle mal darüber nachdenken sollten, ob wir den Wünschen der Jugendlichen ernsthaft entgegen kommen“ und deren Anliegen verstehen. „Nur so können wir sie heranziehen an Beteiligung“, sagte Frisch-Dvorák. Das bedeute aber auch, dass auch mal „in ihrem Sinne“ Entscheidungen getroffen werden müssten. „Sonst besteht die Gefahr, dass das verpufft“, was dann zu Frustration führe.

Am Ende einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, dass zunächst in den Ortsräten über weitere Möglichkeiten der Beteiligung von Jugendlichen beraten werden soll. Es soll eine zeitnahe Rückmeldung an den Fachausschuss geben. Schenke hofft, „dass am Ende etwas dabei heraus kommt“.

Mehr zum Thema

Was sagen Jugendliche und Experten zu mehr Teilhabe? Dazu ein Tageblatt-Bericht vom April. Wünsche und Visionen der Teilnehmer an der Jugendzukunftskonferenz 2018 nennt der Tageblatt-Bericht von der Veranstaltung im April vergangenen Jahres. Außerdem hat Duderstadt 2030 ein Video von der dritten Jugendzukunftskonferenz 2015 angefertigt:

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