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Duderstadt Duderstädter Ingo Bickel in den Ruhestand verabschiedet
Die Region Duderstadt Duderstädter Ingo Bickel in den Ruhestand verabschiedet
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20:25 18.07.2014
Feierlicher Rahmen: Verabschiedungsfeier für den langjährigen Schulleiter Ingo Bickel in der Aula der katholischen St-Ursula-Schule in Duderstadt. Quelle: Schauenberg
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Duderstadt

„Mit Ingo Bickel verbinden sich gut 40 Jahre niedersächsische Schulgeschichte“, sagte Jörg-Dieter Wächter vom Bischöflichen Generalvikariat des Bistums Hildesheim und konkretisiert:

„Wie in einem Vergrößerungsglas lassen sich in seiner Biografie Brennpunkte der Bildungspolitik erkennen und nachzeichnen.“  

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Nachdem Bickel seinen Realschulabschluss gemacht hatte, wechselte der gebürtige Göttinger zum Gymnasium, das er 1968 mit dem Zeugnis der Reife abschloss. Nach einer Zeit als Soldat studierte er Deutsch, Katholische Theologie, Geografie und Politikwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule in Göttingen.

„Als Kompensation für die abhanden gekommene Orientierungsstufe“

Weil Bickel beabsichtigte, in Katholischer Theologie zu promovieren und später in der Erwachsenenbildung zu arbeiten, nahm er nebenher eine Beschäftigung als Lehrer an der Bonifatiusschule II in Göttingen an. Dann entschied er sich gegen die Promotion und für seine Frau, gegen die Erwachsenenbildung und für den Lehrerberuf, erläuterte Wächter.

Stationen ab 1975 waren die Augustinusschule in Hildesheim, die Bezirksregierung Hannover, die Renataschule in Hildesheim und die Robert-Bosch-Gesamtschule in der Bischofsstadt. Vor 25 Jahren wechselte  Bickel dann zur St.-Ursula-Schule.

2004 wurde sie um einen Realschulzweig erweitert, „gewissermaßen als Kompensation für die abhanden gekommene Orientierungsstufe“, so Wächter. Er erinnerte an die Entscheidung des Bistums aus dem Jahre 2010, die Schule als Integrative Gesamtschule (IGS) weiterzuführen.

Ein Haus für alle Kinder

„Die St.-Ursula-Schule öffnete sich für alle Kinder, sie verfolgt einen integrativen Ansatz, und sie tut dies mit einem Leiter, der bereits über fundierte Erfahrungen in einer sehr erfolgreichen Gesamtschule verfügt“, sagte der Privatdozent rückblickend.

Für das Land Niedersachsen bescheinigte Landesregierungsschuldirektorin Christa Markert dem Schulleiter, er habe beim Aufbau der IGS viel Wert darauf gelegt, „dass es ein Haus für alle Kinder wird“. Für die Stadt Duderstadt sagte Landtagsabgeordneter Lothar Koch (CDU), dass Bickel „im pädagogischen Feld der Region“ stets ganz weit vorn gewesen sei.

Ein „sehr motivierendes Kollegium“ habe ihn umgeben. Nach Beiträgen von Schulleiterkollegen aus dem Bistum hob Schulsprecherin Elena Schwedhelm in ihrem Beitrag unter anderem hervor, dass Bickel immer „einen Rat auf Lager gehabt hat“.

„Wir sitzen alle im gleichen Zug – oder so ähnlich“

Ulrich van Almsick als Elternvertreter bezeichnete den künftigen Ruheständler als „Alleskönner mit Managementqualitäten“, der stets „Ideengeber“ und „Motivator“ war, aber auch ein wichtiges „Scharnier zwischen Schule und Bistum“.

Nachdem Dennise Dannat und Andreas Biebermann als Mitarbeitervertreter an bedeutende Stationen des Eisenbahn-Freundes in den vergangenen 25 Jahren erinnerten, setzte die Hauptperson des Tages den Schlusspunkt. Bickel betonte, dass die Arbeit stets geprägt gewesen sei von dem Motto „Wir sitzen alle im gleichen Zug – oder so ähnlich“.

Alle seien sich bewusst, „dass einem der Erfolg nicht geschenkt wird, dass man auch mal innehalten muss, um zu merken, wie viel man geschenkt bekommt“.

„Die alte Lok war nicht immer fehlerfrei und hatte – wie das bei Dampfrössern so ist – so manche Eigenarten“, räumte Bickel ein: „Hilfreiche Monteure und Selbstheilungskräfte haben die Dinge, Gott sei Dank, wieder ins Lot gebracht.“
Für den musikalischen Rahmen der vom Kabarettisten Matthias Brodowy mit viel Wortwitz moderierten Feier sorgten die Schülerband, Franziska und Johannes Windolph und der bestens aufgelegte Lehrerchor.

Von Axel Artmann