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Duderstadt Duderstädter Kindergartengruppe entdeckt lebendige Vielfalt auf Gut Herbigshagen
Die Region Duderstadt Duderstädter Kindergartengruppe entdeckt lebendige Vielfalt auf Gut Herbigshagen
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00:40 25.07.2015
Quelle: EF
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Herbigshagen

„Unsere Tagesstätte hat zwar auch Angebote für Kinder mit Behinderungen im Bereich Tiere, wie das Reiten und die Hundetherapie“, erklärt Marie-Theres Waning-Ernst, Leiterin der Tagesstätte. „Aber hier handelt es sich um Einzeltherapien. Auf Gut Herbigshagen sind die Begegnungen mit den Tieren freier und ermöglichen den Kindern Erfahrungen in der Gruppe.“

Im Natur-Erlebniszentrum beginnt der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück, dann geht es zu den Tieren im Stall und auf der Weide. Heilerzieherpfleger Moritz Heller, der zusammen mit Erzieherin Franziska Windolph und Cedrik Gross-Coesfeld (Freiwilliges Soziales Jahr) die Gruppe betreut, schlägt vor: „Wir pflücken Löwenzahn und Klee und locken damit die Tiere an.“ Mit vollen Händen geht es in die abwartende Hockstellung. Langsam nähern sich die Ziegen und Schafe. Abdullah bemerkt es zuerst: „Die Ziegen haben Zitzen.“ „Das sind die weiblichen Tiere, genauso wie bei den Kühen, die Euter haben“, klärt Heller die Kinder auf.

Regelmäßige Besuche bei den Tieren im Stall gehören ebenfalls zum Programm. Die Hühner und Enten haben Eier gelegt. „Aus den Eiern schlüpfen Küken“, weiß Julian. Die Gruppe hat das live miterleben können.

„Das stinkt“, ruft Niklas und rümpft die Nase. In seinem Kescher schwimmt ein grüner Brei aus Wasserlinsen und Fieberklee. Das klingt ungesund, liegt aber vor allem daran, dass der Teich zunehmend verlandet, weil er durch den versiegenden Bachzulauf nicht mit genügend Wasser versorgt wird. Trotzdem kommen auch hier zahlreiche Lebewesen vor. „Wir wollen den Kindern möglichst viele Tiere vorstellen, dazu gehören natürlich auch die aus dem Teich“, so Kolja Maetz. Er ist Auszubildender an der Hannoveraner Alice-Salomon-Schule und absolviert bei der Heinz-Sielmann-Stiftung sein dreimonatiges Abschlusspraktikum zum Erzieher. „Kinder spielen und keschern gerne an Gewässern. Wichtig ist eine Anleitung zum richtigen Keschern. Ebenso wichtig sind Informationen über die gefangenen Tiere.“

Rund 40 Damhirsche leben im Herbigshagener Damwildgatter. Durch das Tor gehen die Kinder auf die Wiese. Noch halten sich die Tiere in sicherem Abstand am Waldrand auf.„Jetzt alle in einer Reihe auf die Erde setzen und ganz still sein“, bittet Heller die Kinder.

Endlich trauen sich einige Hirsche heran und fressen den Kindern das angebotene Futter aus der Hand. „Unsere Kinder sind bei solchen Erlebnissen mit einer besonderen Herausforderung konfrontiert: Warten und ganz leise sein, sich in Geduld zu üben“, beschreibt Waning-Ernst die schwierige Aufgabe für die lebhaften Kinder. Nach den Sommerferien soll es mit vielen Tierbegegnungen, aber auch anderen spannenden Programmpunkten weiter gehen.

Von Claudia Nachtwey