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Duderstadt Duderstädter Kriminalitätsstatistik 2012: Erneuter Anstieg von Straftaten
Die Region Duderstadt Duderstädter Kriminalitätsstatistik 2012: Erneuter Anstieg von Straftaten
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16:03 19.12.2013
Von Kuno Mahnkopf
Hinterlässt nicht nur am Tatort Spuren: Ein Einbruch bleibt nicht ohne Folgen für Sicherheitsgefühl und Privatsphäre der Opfer.
Hinterlässt nicht nur am Tatort Spuren: Ein Einbruch bleibt nicht ohne Folgen für Sicherheitsgefühl und Privatsphäre der Opfer. Quelle: HAZ
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Duderstadt

Die landesweit bei 60,9 Prozent liegende Aufklärungsquote ist um 2,9 Prozent auf 65,4 Prozent angestiegen, der Vandalismus hat abgenommen – von 128 auf 91 Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum, und Extremismus spielt weiterhin keine Rolle im östlichen Landkreis.

Aber: Die Gesamtzahl der Straftaten im Bereich des Polizeikommissariats Duderstadt ist nach dem Vorjahr erneut angestiegen – von 1837 auf 1998 und damit um 8,7 Prozent. Zugelegt haben neben Rohheits- und Betrugsdelikten vor allem die Eigentumsdelikte. Allein die Zahl der Autoaufbrüche und -diebstähle hat sich vervierfacht, die der Wohnungseinbrüche sich nahezu verdoppelt: Die Jahres-Momentaufnahme zeigt einen Anstieg um 84 Prozent von 59 auf 109 Wohnungseinbrüche.

Mehrere Einbruchserien

Das Jahr 2012 begann mit gleich mehreren Einbruchserien, hinter denen sowohl örtliche Täter als auch reisende Banden steckten. Bis Februar wurden elf Wohnhäuser in Duderstadt und fünf in Gieboldehausen heimgesucht, außerdem 21 Autos aufgebrochen. Nach sieben Einbrüchen in ein Duderstädter Fitnessstudio ermittelte die Polizei durch Videoüberwachung den Täter, nach Spielhallen-Blitzeinbrüchen mit gestohlenen Autos laufen zurzeit Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Täter, deren Telefone nach Hinweisen abgehört wurden.

Die vier Tötungsdelikte, die in der Duderstädter Kriminalitätsstatistik 2012 aufgeführt sind, relativieren Polizeichef Otto Moneke und Ermittlungsdienstleiter Horst Kanngießer. Neben einem Arbeitsunfall bei Holzfällarbeiten handelt es sich um drei Beziehungstaten mit versuchtem Totschlag. Von denen wiederum richteten sich zwei  gegen Lebensabschnittspartnerinnen und fallen unter häusliche Gewalt. Dass die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt von 71 auf 97 angestiegen ist, führt Moneke auch darauf zurück, dass sich das Anzeigeverhalten geändert hat, die Polizei für das Thema sensibilisiert ist und es mehr Hilfsangebote für Opfer gibt.

Zahl der Betrugsdelikte steigt leicht

Leicht angestiegen ist auch die Zahl der Betrugsdelikte, insbesondere die Internetkriminalität, die nur teilweise in die regionale Statistik einfließt. Der Löwenanteil entfällt wie seit Jahren auf Waren- und Warenkreditbetrug. Nur eine Randrolle spielen im Eichsfeld Drogen und Waffen. Mit 67 Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und 20 gegen das Waffengesetz bewegen sich die Fallzahlen auf dem Niveau der Vorjahre.

Raubüberfälle gab es auf die Spielhalle in der Duderstädter Tanne und den Edeka-Markt in Rhumspringe, aber auch auf Seniorinnen, die zuvor Geld abgehoben hatten. „Trotz Anstiegs der Straftaten in der Jahresstatistik ist und bleibt das Eichsfeld eine sichere Region“, lautet Monekes Fazit. Durch Präsenz, Prävention und Observation werde die Polizei weiterhin versuchen, Straftaten zu verhindern und die Aufklärungsquote zu steigern.