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Duderstadt Ottobock-Mitarbeiter in Lima niedergeschossen
Die Region Duderstadt Ottobock-Mitarbeiter in Lima niedergeschossen
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16:38 16.08.2019
Überfall in Lima - hier die Aufzeichnung einer Überwachungskamera. Quelle: Screenshot
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Duderstadt

Bei einem brutalen Raubüberfall in Lima ist ein Mitarbeiter des Duderstädter Unternehmens Ottobock durch Schüsse ins Bein verletzt worden. Ein weiterer Mitarbeiter aus Duderstadt, der mit einem Pistolenlauf auf den Kopf geschlagen wurde, blieb unverletzt. Die Gewalttat ereignete sich in der Nacht zum Dienstag peruanischer Ortszeit. Die beiden Opfer des Überfalls gehören zu einem Techniker-Team, das wegen der Behinderten-Sportveranstaltung Parapan American Games nach Südamerika gereist ist.

Angriff auf Techniker-Team

„Leider hat es einen Angriff auf unserer Techniker-Team im Vorfeld der ParapanAm Games gegeben“ bestätigt Unternehmenssprecher Mark C. Schneider. Der aus Österreich stammende Mitarbeiter, der durch Schüsse ins Bein verletzt wurde, sei operiert worden und werde in einem Krankenhaus in der peruanischen Hauptstadt behandelt. Sobald sein Gesundheitszustand es zulasse, solle er wieder nach Deutschland geflogen werden. „Unser Reiseservice hat ihm einen deutsch und spanisch sprechenden Arzt zur Seite gestellt, in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung in Deutschland wird er von Kollegen vor Ort betreut“, teilt Schneider mit. Der andere Mitarbeiter, der attackiert wurde, sei bereits wieder daheim. Nähere Angaben will Schneider aus Rücksicht auf die Mitarbeiter nicht machen.

Ein Ottobock-Mitarbeiter aus Duderstadt ist bei einem Raubüberfall in der peruanischen Hauptstadt Lima angeschossen worden. Bilder einer Überwachungskamera

Videoaufnahme vom Überfall

Videos der Hotel-Überwachungskameras, die in peruanischen Medien kursieren, zeigen das brutale Vorgehen der Täter. Der Überfall ereignete sich im Geschäftszentrum des Stadtteils San Isidro, nachdem der Teambus vor dem Hotel vorgefahren war. Ein Mitarbeiter wurde offensichtlich von einem der Täter in der Lobby mit der Waffe bedroht und nach Überprüfung seines Handgelenks auf den Kopf geschlagen. Der zweite Täter stürmte den Kleinbus, wurde von einem Mitarbeiter herausgedrängt und gab anschließend mehrere Schüsse durch die geöffnete Wagentür ab. Mehrere Schüsse trafen den Ottobock-Mitarbeiter ins Bein.

Täter festgenommen

Nach Angaben eines peruanischen Fernsehsenders gehören die Täter zu einer kriminellen Bande. Die Mitglieder dieser als „Uhrmacher von Caracas“ bekannten Bande seien darauf spezialisiert, Ausländer mit teuren Uhren auszurauben. Der aus Venezuela stammende 22-Jährige, der die Schüsse abgegeben hat, sei nach seiner Flucht festgenommen worden. Die Tatwaffe habe er unter ein Auto geworfen, der Polizei gestanden, in den Diebstahl von Luxusuhren verwickelt zu sein. Die habe er in Venezuela weiterverkauft.

Sicherheitsmaßnahmen erhöht

„Wir sind erleichtert, dass es unseren Kollegen soweit gut geht und unterstützen sie sorgfältig auf dem Weg der Besserung und dabei die Erlebnisse zu verarbeiten“ sagt Ralf Stuch, der als Geschäftsführer Vertrieb und Marketing für das paralympische Engagement von Ottobock zuständig ist: „Die Sicherheit unserer Mitarbeiter vor Ort haben wir nochmals erhöht. Wir stehen in enger Abstimmung mit dem Organisationskomitee der ParapanAM Games. Unser Lateinamerika-Chef Macelo Cuscuna übernimmt die Leitung dieses Engagements.“

Bereits seit 30 Jahren unterstützt Ottobock als technischer Partner die Paralympics. Auch während der PaparanAm Games, bei denen vom 23. August bis 1. September 1850 Athleten in 17 Wettkämpfen gegeneinander antreten, kümmern sich 25 Spezialisten des weltweit tätigen Orthopädieunternehmens aus Duderstadt um den technischen Service.

Ottobock-Präsenz in Lateinamerika

Regulär ist das Orthopädie-Unternehmen Ottobock nach Angaben von Firmensprecher Mark C. Schneider mit mehr als 240 Mitarbeitern in Lateinamerika vertreten. Zur Präsenz gehören Vertretungen in Peru, Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Urugay und Equador. Vor einigen Jahren errichtete das Unternehmen im brasilianischen Valinhos ein Service-Fertigungsgebäude, eine Orthopädiewerkstatt und ein Ausbildungszentrum. Die Parapan American Games finden im Vierjahresturnus statt. Nach dem Wettbewerb vor vier Jahren in Toronto hat Ottobock in diesem Jahr in Lima wieder den technischen Service für die Teilnehmer aus Nord- und Südamerika übernommen. Die peruanische Hauptstadt hatte bei der Bewerbung als Austragungsort für die Spiele 2015 gegen Toronto verloren und konnte sich in einem zweiten Anlauf als Gastgeberstadt gegen Santiago in Chile, Ciudad Bolívar in Venezuela und La Punta in Argentinien durchsetzen. ku

Vor vier Jahren war ein Ottobock-Mitarbeiter aus Duderstadt während seines Urlaubs auf den Philippinen ums Leben gekommen. Bei einer Schießerei in einem Schnellrestaurant geriet er in die Schusslinie und erlitt einen Bauchschuss, an dessen Folgen der 31-Jährige im Krankenhaus gestorben ist.

Von Kuno Mahnkopf

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